23. Juni – Das südwestliche Ende von England

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P1070057Dieters Geburtstag begann mit blauem Himmel und viel Sonne 🙂 

Zwar wollten wir auch heute wandern – gingen aber erst mal kurz in den Ort, wo der Hafen in der Morgensonne döste.

Im Sloop Inn war schon einiges los, und auch das Angebot in den Läden lockte mit reichlich Kaloriensünden. 

Nach wie vor hält sich ja bei vielen hartnäckig das Gerücht, in Großbritannien könne man nicht gut essen! Wer aber fangfrischen Fisch mag, Krustentiere, zartes Lamm, saftiges Roastbeef und andere Genüsse, wer bei Fudge und Cream Tea schwach wird, einen Victoria Sponge Cake zu schätzen weiß und die absolut superleckere Eiscreme mag – der kommt in Devon und Cornwall garantiert auf seine Kosten (und mit ein paar Kilos mehr auf den Hüften nach Hause!)

Das Sloop Inn mag aussehen wie eine Touristenfalle – bietet aber eine wirklich hervorragende und fantasievolle Küche! Frischer Lachs mit Ingwerwürfelchen, dazu Kartoffelstampf mit frischem Koriander … Oder Dover Sole mit reichlich frischen Krabben…. Oder Jakobsmuscheln … Mhhhhmmmm – ich freu mich jetzt schon auf den Abend!!!

Und dann die Cornish Pasties – lecker gefüllte Teigtaschen, früher das Mittagessen der Bergarbeiter. Am gewölbten Teigrand konnten sie die Tasche festhalten, auch wenn die Hände schmutzig waren – der Rand wurde dann einfach weggeworfen.
Auch das Brot ist hier übrigens hervorragend – mit knuspriger Kruste! Und das ganze süße Gebäck ….

Und hatte ich schon den Fudge erwähnt??? In gefühlt 1000 Varianten, eine leckerer als die andere!!!!

Kein Wunder, dass die Damen hier nicht immer Model-Maße haben. Und kein Wunder, dass wir versuchen, das zu vermeiden, indem wir uns kräftig bewegen! Deshalb fuhren wir (statt einzukehren!) los, den westlichsten cornischen Zipfel entlang.

Ein Zwischenstopp an einer alten Zinn- und Kupfermine, die wie viele andere direkt an der Küste errichtet worden war. Die unterirdischen Tunnel, in denen Zinn abgebaut wurde, verliefen oft viele hundert Meter unter dem Meer.

Von Porthcurno aus starteten wir zur spektakulärsten, aber auch anstrengendsten unserer bisherigen Wanderungen. Vom Parkplatz des Minack Theaters, einem in die Küstenfelsen gehauenen Freiluft-Theater, in dem gerade eine Probe stattfand – die wir als Zaungäste beobachteten – ging es auf den Küstenpfad.

Schon kurz nach dem Start traumhafte Ausblicke auf Strände, die mit jedem Thailand-Strand mithalten könnten – Puderzucker-Sand, kristallklares türkisblaues Wasser und dramatische Fels-Kulissen.


Wieder Wege, gesäumt von duftenden Blumen, Farn und Sträuchern.

Dann kamen Felsen, Klippen, die uns zwangen, hoch hinauf zu steigen, auf Pfaden, wo kaum ein Fußpaar nebeneinander passte und die oft haarscharf am Abgrund entlang liefen. Hinzu kam, das sie oft sehr steil waren, für mich, mit Höhenangst und fehlender Schwindelfreiheit, eine echte Herausforderung.

Immer wieder sind Klippenränder abgebrochen, die Erosion schreitet hier ständig fort. Es ging tief hinunter, bis auf Meereshöhe, über kleine Bäche, die ins Meer mündeten, durch eine kleine Höhle bzw. eine Art natürlichen Tunnel kamen wir direkt ans Wasser. Dann wieder in die Höhe – es war ganz schön schweißtreibend.

Ein Mann erzählte, in der nächsten Bucht tummle sich eine Herde „Basking Sharks“ –was das genau war, wussten wir nicht, nur, dass es sich um eine – ungefährliche – Hai-Aart handelte.

Und tatsächlich – wir sahen eine ganze Menge Dreiecks-Flossen in der Bucht, ab und zu auch mal einen Fisch-Rücken – mehr aber nicht. (Später erfuhren wir, dass es sich um Riesenhaie handelt, den zweitgrößten Fisch der Erde, der bis zu 10m lang wird, sich allerdings ausschließlich von Plankton ernährt.)

Von da an ging es wieder landeinwärts. Und zunächst verliefen wir uns – wie jedes Mal auf dieser Wanderung – in der gleichförmigen Heide, die in allen Lila-Tönen blühte.

Aber irgendwann sahen wir dann doch den Kirchturm von St. Levan in der Ferne, marschierten auf ihn zu, mussten noch durch eine kaum sichtbare Lücke in einer Hecke. Wer hier nicht genau hinschaut, läuft einfach dran vorbei …

Noch über ein Feld, dann vorbei an psychedelisch pinken Blumen an einer Mauer …

Kurz danach waren wir wieder am Auto. Abends waren dann noch mal Sloop Inn angesagt, wo die Engländer ihren Einzug ins Achtelfinale frenetisch feierten.

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