22. Januar – Im Kinabalu Nationalpark

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P1030959Nach einem üppigen Frühstück brachten wir erst mal einen Riesensack Wäsche in die Wäscherei, dann machten wir uns auf Richtung Berge – dieses Mal erst Mal nach Norden, am Meer entlang.

Kurz nach der Stadtgrenze von Kota Kinabalu kamen wir an einer Moschee vorbei, die in einem See steht. Es war die City Moschee, die der Moschee in Medina nachempfunden ist.

Leider konnte man nirgends kurz für ein Foto anhalten.

Nachdem wir ein Stück parallel zur Küste gefahren waren, schwenkte die Straße nach Osten und es ging wieder in die Berge, durch eine herrliche Gebirgslandschaft. Die Luft war recht klar und die Aussicht immer wieder überwältigend.
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Rund 2 Stunden Fahrt brachten uns zum Kinabalu National Park, wo wir 15 MYR (ca. 3,30 €) Eintritt pro Person löhnen mussten – ohne zu wissen, wofür eigentlich. Wir fuhren eine Weile durch Urwald und Berglandschaft, irgendwann endete das Ganze an einem Tor, wo es nicht mehr weiterging.

Also zurück zum Eingang und wieder raus aus dem Park. Über die gut ausgebaute Straße fuhren wir weiter bis Poring, zu den berühmten heißen Schwefelquellen.
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Dort angekommen, sollten wir erneut 30 MYR zahlen – da fiel mir auf, dass die Eintrittskarten genauso aussahen wie die vom Nationalpark.Ich zog unsere Tickets aus der Tasche und zeigte sie vor.

Etwas widerwillig nahm der Kontrolleur die eben gekauften Eintrittskarten zurück, stempelte unsere früheren Tickets ab und gab mir das Geld zurück. Über eine kurze Hängebrücke, die einen sprudelnden Gebirgsbach überquerte, ging’s in einen Park im Urwald.
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Nach kurzem Marsch waren wir bereits an den heißen Quellen, die allerdings nicht einfach aus dem Boden sprudelten, sondern es gab eine Reihe von kleinen gefliesten Sitz-Becken mit Wasserhähnen.
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Am unteren Ende befand sich noch ein etwas größeres Becken und ein ziemlich großer sogenannter „Rockpool“, der offenbar zum Schwimmen genutzt wurde, denn es saßen einige Leute in Badeanzügen am Rand.

Wir gingen aber erst mal weiter, denn Dieter wollte unbedingt zum „Canopy Walk“, einem Hängebrücken-Wegesystem in den Baumwipfeln. Durch dichten Urwald mit eindrucksvollen riesigen Bäumen.

Da ich da aber nicht hin wollte, weil ich nicht schwindelfrei bin, wollte ich nur ein Stück mit gehen, dann aber unten bleiben. Aber weit gefehlt – als der Kiosk mit der Aufschrift „Canopy Walk“ in Sicht kam, war von den Baum-Wegen selbst weit und breit nichts zu sehen.

Schnell wurde klar, dass man erst mal wieder Eintritt zahlen musste (15 MYR pro Person bzw. Ausländer, Einheimische zahlen nur 5 MYR), dann auch noch unverschämte 20 MYR für einen Fotoapparat und schließlich noch wucherhafte 50 MYR (ca. 11 €) für eine Videokamera!!!!

Dieter gab deshalb seine Videocam als Fotoapparat aus und zahlte erst mal nur 20 MYR – was böse Folgen hatte, wie sich später rausstellen sollte. Hinter dem Kiosk ging es aber erst mal weiter durch den Urwald, jetzt jedoch stetig bergauf, und das bei rund 30°C und hoher Luftfeuchtigkeit. Bald war ich klitschnass und keuchte wie eine Lokomotive – jetzt rächte sich, dass ich mit dem Fitness-Training nicht weitergemacht habe …

Umkehren war auch nicht möglich, denn ich wollte ja Dieter auf den Höhenwegen fotografieren. Aber immerhin gab es auch tolle Foto-Motive entlang des Weges.

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Leider ging meine Rechnung nicht auf – der Aufstieg endete nicht etwa am Fuße einer Leiter oder so was zu den Hochwegen, sondern direkt am Beginn des Walkways, am Rande einer Schlucht.

Also blieb mir nichts anderes übrig als auf die vielleicht 20 cm breiten schwankenden Planken zu treten und zu hoffen, dass das Netz halten würde – immerhin hatte ich in unserem Urlaub bisher entgegen meiner Hoffnungen noch kein einziges Pfund abgenommen… ;-).

Vom Rand der Schlucht ging der Weg zunächst ca. 50-70m bis zum Wipfel eines Baumes, wo eine kleine Plattform war. Mir war mehr als mulmig, als es von diesem Baum zum nächsten ging, der Boden schien endlos weit weg. Dieter filmte, was das Zeug hielt, ich wagte ein paar Fotos.

Beim letzten Teilstück fiel mir ein uniformierter Mann am Ende der Brücke auf, der Dieters Filmarbeit misstrauisch beäugte. Ich versuchte, Dieter auf den Kontrolleur aufmerksam zu machen, war aber schon zu weit voraus und konnte ja schlecht umdrehen.

Es kam, wie es kommen musste – Dieter sollte seine Kamera-Tickets vorzeigen und es war schnell klar, dass er mit dem Foto-Ticket nicht durchkam. Um Schlimmeres zu vermeiden, zahlten wir wenig begeistert die Differenz zwischen Foto- und Videoticket –eine lupenreine Touristen-Ausbeutung!!!

Immer noch etwas sauer landeten wir wieder bei den heißen Quellen – den Weg zum Wasserfall ersparten wir uns, denn ca. 3 ½ km pro Strecke durch einen feuchtheißen Urwald war mir echt zu viel, außerdem war es inzwischen auch schon fast 15:00 Uhr und wir mussten ja noch rund 150 km zurück fahren.

Nach einer Cola etwas erfrischt, aber immer noch total klebrig, stellte ich begeistert fest, dass der „Rockpool“ keine weitere heiße Quelle, sondern ein ziemlich kühles (um nicht zu sagen eiskaltes!) Wasserbecken war. Badeanzug und ein kleines Handtuch hatte ich dabei und war im Handumdrehen im herrlich kalten Wasser, während Dieter, der Feigling, noch nicht mal seine Füße rein halten wollte.
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Zehn Minuten später war ich frisch und kühl wieder in meinem Wickelrock!

Den Rückweg wollten wir nicht über die gleiche Straße wie den Hinweg antreten, sondern über eine laut Reiseführer landschaftlich sehr schöne Strecke von Ranau aus, die bis kurz vor Tambunan führen sollte, wo wir am Vortag gewesen warenVon dort aus wollten wir über die Strecke, über die wir gestern bergauf gefahren waren, bergab zurück nach Kota Kinabalu.

Zunächst ließ es sich auch ganz gut an, die Straße war gut. Dann kam eine Baustelle. Nur  – die hörte leider überhaupt nicht mehr auf!!! Die Straße wurde zur Schotter-Piste, teilweise nur noch Lehm, mit tiefen Furchen wie in einem Acker. Unser kleiner Viva kam ganz schön ins Schlingern und mehr als einmal befürchteten wir, dass wir gleich stecken bleiben.

Dann mussten wir anhalten, vor uns 4 oder 5 LKWs, während ein Bagger seelenruhig Erde ausbaggerte und auf die Straße warf. Anschließend versuchte er, sie mit der Baggerschaufel ein bisschen zu verteilen und glatt zu streichen. Dieter mogelte sich an den LKWs vorbei, bis wir ganz vorne standen – direkt vor uns stand aber noch ein LKW, der nicht mehr überholt werden konnte.

Dieser steckte mitten im ausgebaggerten Dreck fest, so dass der Bagger schließlich herum schwang und ihn hinten mit der Baggerschaufel anstupste, bis er den Erdhaufen überwunden hatte. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie wir da rüberkommen sollten – Anschieben mit der Baggerschaufel kam bei uns ja wohl kaum in Frage. Aber irgendwie schaffte Dieter es doch, über den Erdhaufen hinüber und sogar an dem LKW vorbeizukommen!

Leider ging es immer so weiter – mal steil bergauf über Schotterpisten, mal bergab über Lehmwege … Irgendwann hatten wir erhebliche Zweifel, dass wir richtig waren, denn immerhin war die Straße auf der Karte als Hauptstraße eingetragen, und was wir da fuhren, war alles andere als eine Hauptstraße. Aber es hatte nirgendwo eine Abzweigung gegeben – wir waren ratlos.

Endlich kam ein winziges Dorf, ein paar Männer reparierten einen Zaun, und ich stürzte auf sie zu, Straßenkarte in der Hand (was einen von ihnen gleich zur panischen Flucht veranlasste). Immerhin blieb einer der Männer stehen, und ich versuchte, ihn zu fragen, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Er hatte ganz offensichtlich noch nie eine Straßenkarte gesehen und meinte nur, er könne nicht viel Englisch. Schließlich konnte ich ihm verständlich machen, dass wir wissen wollten, ob dies der Weg nach Tambunan ist – da strahlte er und nickte, fügte noch hinzu „Not far!“

Und tatsächlich, nach nur wenigen hundert Metern war unser ca. 20km langes Martyrium zu Ende, die Straße war wieder geteert, es gab sogar wieder Randsteine mit Kilometerangaben, denen wir entnehmen konnten, dass es noch ca. 30 km bis Tambunan waren. Von da an ging alles wieder glatt und wir kamen zwar recht erschöpft aber immerhin heil – wenngleich mit total verdrecktem Auto – in Kota Kinabalu an.

Dieter hatte bis zum Schluss unglaublich die Nerven behalten und das Auto auch über die abenteuerlichsten Holperstrecken, die man normalerweise nur mit Allradantrieb wagen würde, gesteuert, aber am Ende war er dann auch ganz schön fertig.
Abends kosteten wir noch mal die Genüsse in der Lounge aus, anschließend gab’s noch einen Spaziergang und ein paar leckere Fische und Tigerprawns auf dem Nachtmarkt.
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Inzwischen wussten wir auch, wie wir dort an gekühlte Getränke kamen – man muss sich nur an verschiedenen Ständen eindecken …
Und der Sonnenuntergang war wieder einfach nur grandios!
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Die heutige Route:

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