05. März – Über den Inle See

P1050023Die Nacht war ein Horror – wir konnten beide wegen unserer Erkältungen kaum schlafen.

Dieter hat inzwischen auch noch einen ausgewachsenen Schnupfen bekommen, mir macht meine angeknackste Rippe zunehmend zu schaffen.

Wenn wir doch mal wegdösten, fingen garantiert irgendwo ein paar Hunde an zu bellen oder jaulen. Zu allem Überfluss sprang gegen 5 Uhr ein Generator in der Nähe an, so dass es dann völlig vorbei war mit der Nachtruhe.

Ziemlich groggy tauchten wir um 8 Uhr bei Thu Thu auf, mit Myo Myo ging’s zum Kanal und auf’s Boot. Morgens (und nachts) ist es am Inle See ziemlich kalt, hinzu kommt noch der Fahrtwind, so dass wir uns dick einmummelten.

Ziemlich schnell ging’s uns aber besser, wir sahen die ersten Fischer …

… und besuchten einen noch relativ untouristischen kleinen Markt, der nur über eine lange Brücke vom See aus erreichbar war.
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Vorbei an frisch angepflanzten Reisfeldern …
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… wurden wir überholt von Ochsenkarren.
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Frauen mit ihren Einkäufen kamen uns entgegen.
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Auf dem Markt gab es vor allem Gewürze und Tee.

Dann ging es weiter über den See – Einbein-Ruderer, die mit ihrer waghalsigen Technik ihre Boote perfekt beherrschen.

Vorbei an wackeligen Pfahlbauten, die sich im flachen Wasser spiegelten – der Wasserspiegel im Inle See ist in diesem Jahr extrem niedrig, die Regenzeit war sehr mager ausgefallen.

Weiter zu einer Seiden- und Lotus-Weberei, wo wir fasziniert zusahen, wie meterlange Stränge gesponnen, geordnet und verwebt wurden.

Dann besuchten wir eine Schmiede – ich wollte eine der extrem scharfen hand-geschmiedeten Scheren kaufen. Im perfekten Gleichklang schlugen die Männer mit ihren Hämmern auf das glühende Eisen. Rente mit 65 gibt es hier nicht – der ältere Herr, der den Blasebalg bediente, war sicher weit darüber hinaus.

Unser Boot legte kurz darauf an einem Restaurant an.
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Myo Myo wollte was essen (die Burmesen nehmen es mit der Mittagspause sehr genau), wir waren nicht hungrig und gingen zu Fuß über eine Holzbrücke auf die andere Seite, zur Phaung Daw Ou Pagoda.

Auf dem Platz davor ging gerade der Markt zu Ende. Unzählige schmale lange Boote kamen, um die Marktfrauen mit ihren farbenprächtigen Turbanen und Kleidern wieder in ihre Dörfer zurück zu bringen.

Wir sahen dem Treiben eine Weile fasziniert zu – die Frauen hatten alle schon lange vor Tagesanbruch den Marsch von den Bergdörfern zum Fluss angetreten, oft schwer bepackt, und würden sicher erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder in ihren Dörfern sein …

Zum Schluss brachte uns Myo Myo noch ins Haus eines befreundeten Fischers. Wir schafften es tatsächlich, die abenteuerliche Treppe vom Boot aus zu erklimmen und blieben ein paar Minuten in der kleinen Strohhütte, in der 11 Personen wohnten.

Den angebotenen Tee lehnten wir dankend ab, nachdem wir mitbekommen hatten, dass der kleine Sohn mit den Tassen mal kurz die Treppe runtergeturnt war und das Geschirr im Seewasser ausgespült hatte.

Gegen 16:00 waren wir zurück. Ich kaufte noch ein paar Halstabletten, obwohl meine Halsschmerzen inzwischen so gut wie weg waren – aber Strepsils kann man immer brauchen.

Später überprüften wir unsere Finanzen (dieses Mal führe ich im Netbook eine genaue Aufstellung sämtlicher Ausgaben) und sahen, dass wir bei Thu Thu wohl noch mal was wechseln müssen, um mit unseren Kyat bis Yangon zu kommen.

Früher konnte man fast alles auch mit US-Dollar bezahlen, manche Leute wollten sogar lieber Dollar als Kyat, dies hat sich seit dem schlechten Dollar-Kurs aber völlig geändert, kaum ein Mensch will mehr Dollar haben, so dass wir deutlich mehr wechseln mussten als früher.

Abend probierten wir das Lotus Restaurant aus, das etwas versteckt liegt, aber ganz ordentlich war.

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