06. März – Jenseits der Touristenrouten: Samkar

P1050120Punkt 7:30 Uhr standen wir bei Thu Thu und machten uns mit Myo Myo auf den Weg nach Samkar.

Dort waren wir vor ein paar Jahren schon mal, den meisten Touristen ist es aber zu weit, deshalb ist es dort noch sehr ruhig. 

Zunächst ging es rund eine Stunde über den noch nebelverhangenen Inle See.

Es war lausig kalt, aber die Stimmung war unglaublich. Überall tauchten aus dem Dunst die Einbein-Ruderer auf.

Immer wieder hielt Myo Myo an, damit wir fotografieren und filmen konnten.

Im schwimmenden Hotel „Golden Island Cottages“ (es schwimmt allerdings nicht wirklich, sondern die Häuser stehen auf Stelzen) entrichteten wir die Gebühren für den vorgeschriebenen Pa O Guide, sowie die Entrance Fee für das Pa O Gebiet, in das wir wollten. Die Pa O lassen niemand in ihr Gebiet, ohne einheimischen Führer.

Auch hier war die Morgenstimmung fast magisch …
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Zusammen mit unserem Pa O Führer, einem netten jungen Mann, ging’s dann rund zwei Stunden lang weiter bis zum Ende des Sees, und dann einen Fluss entlang.

Vorbei an Pagoden, die sich aus dem Morgennebel schälten…
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Zu beiden Seiten gab es jede Menge zu sehen: Zum einen wunderschöne Natur, tausende von Wasservögeln, vor allem Enten in Formen und Farben, wie ich sie noch nie gesehen habe, Felder, Flussufer, die im Dunst verschwammen, die Berge in der Entfernung – leider ziemlich kahl.

Dann Dörfer, Häuser auf Stelzen, Menschen, die ihre Arbeiten verrichteten: es wurde gepflügt, teils mit Ochsen, teils mit motorisierten Handpflügen; gesät, gehackt, Reispflanzen versetzt, in den Dörfern wurde Wäsche gewaschen, Geschirr im Fluss gespült, Tiere getränkt – es war wie ein fast endloser Film.
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Kurz vor der Kontrollstelle besuchten wir einen Markt, außer uns war nur noch ein einziges Ausländer-Paar da. Unser Guide erklärte, dass die dort angebotenen Kühe ausschließlich zur Zucht verwendet werden, nur die Bullen werden als Zugtiere verkauft.
Hier wird nach der neuesten Mode geschnitten 😉
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Ein Wagenbauer bei der Reparatur von Ochsenkarren-Rädern …Ich kaufte eine Riesenmenge des geräucherten Shan Tee. Es war alles sehr entspannt und die Stimmung auf dem Markt sehr fröhlich, obwohl die Menschen wirklich bitterarm sind. Und die Frauen hatten nichts gegen ein Foto!Auch die Kinder freuten sich über unser Interesse.Anschließend kam die obligatorische Kontrolle an der Brücke, deren Sinn und Zweck uns immer noch nicht klar ist – offenbar betreten wir hier Shan-Land, und das muss irgendwie erfasst werden.

Wenig später hatten wir Samkar erreicht. Viel gibt es hier nicht zu sehen – aber es ist ein nettes kleines Örtchen, ohne Touristen (für Pauschal-Reisende ist das einfach zu weit weg und für die Veranstalter vermutlich zu teuer).

Unser Guide führte uns zu einem größeren Haus bzw. einer Art Halle, wo umtriebige Vorbereitungen für eine Novizen-Zeremonie im Gange waren. Dutzende von Frauen saßen auf dem Boden und schälten und schnitten Knoblauch – ein echt atemberaubender Duft.
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In einer anderen Ecke brüllte ein Fernseher, umringt von der gesamten Dorfjugend.

Eine Bühne wurde geschmückt, Kinder brachten auf einem Ochsenkarren jede Menge Stühle an, es herrschte eine richtig fröhliche Stimmung und wir bedauerten fast, nicht mitfeiern zu können.

Aber es wurde auch gearbeitet – Boote gebaut – und Stroh für Dächer geflochten …Insgesamt war das alles viel spannender als die uralten und halb verfallenen Pagoden, für die Samkar eigentlich bekannt ist… Trotzdem – die Stimmung in dem kleinen Pagodenfeld ist unglaublich friedvoll.
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Auf dem Rückweg fielen uns an den Flussufern immer wieder große Menschengruppen mit vielen Tieren auf, es standen auch immer viele große Kanister herum.

Unser Guide erklärte, dass dies Bergbewohner sind, die jeden Nachmittag an den Fluss zum Wasser holen kommen, weil es schon monatelang nicht mehr geregnet hat und es in den Bergen kein frisches Wasser mehr gibt.
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Es gab noch einen Stopp an einer Reisschnaps-Brennerei, dann ging’s in ein Restaurant auf Stelzen mitten im See (der aber fast überall nur ca. 1 m tief ist). Mehr als eine Suppe wollten wir nicht essen – aber die war sehr lecker und hätte für eine komplette Familie gereicht .

Inzwischen war ein starker Wind aufgekommen, der aus unserer Fahrtrichtung blies und das Fortkommen nicht nur verlangsamte, sondern auch dazu führte, dass jede Menge Wasser ins Boot spritzte! Wir mussten uns sogar hinter Regenschirmen verstecken, um nicht klitschnass zu werden.

Erst gegen 17:00 waren wir wieder zu Hause und ziemlich müde. Wir machten noch den Transfer für den nächsten Tag zum Lake View Resort klar, danach ging’s schnell unter die Dusche und zum Essen.

Anschließend war wieder mal Packen angesagt ….

Ein Kommentar zu “06. März – Jenseits der Touristenrouten: Samkar

  1. Was für ein wunderschöner Ausflug in eine fast noch archaisch anmutende Welt!

    Wie üblich hast du bezaubernde Schnappschüsse von den Kindern und den hübschen jungen Frauen eingefangen 🙂

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