07. März – Die Handwerker von Nampan

P1050211Um 8:30 sollten wir bei Thu Thu sein.

Wir schafften es sogar deutlich früher, denn unser Gepäck musste ja noch zum Boot gebracht werden und der geplante Ausflug zum Weingut Aythaya am nächsten Tag geklärt und bezahlt werden.

Thu Thu schickte einen Pferdekarren zum Hotel, unser Gepäck wurde irgendwie darauf verstaut.

Aber wir weigerten uns, obendrauf zu sitzen und gingen lieber  zu Fuß zum Kanal.

Mit dem Boot ging’s erst mal über den See zum Markt in Nampan – unterwegs wieder Fischer bei der Arbeit – mit Speer und Fangkorb.

Andere transportieren Dünger zu ihren schwimmenden Gärten, Reusen oder anderes …

Der Nampan-Markt war ein einziges farbenfrohes Gewusel …

Leider gab dort meine Kamera den Geist auf, ich hatte vergessen, den Akku aufzuladen und der Ersatzakku lag im Koffer …

Anschließend fuhren wir zu einer kleinen Cheroot-Manufaktur, wo man den Mädchen beim Zigarren drehen zusehen konnte. Dann ging’s weiter zu einer Silberschmiede, wo unter vorsintflutlichen Bedingungen filigranste Silberarbeiten entstanden.

Ich kaufte einen kleinen Silberfisch mit beweglichen Schuppen – bin mal gespannt, was mein Vater als Goldschmied zu dieser handwerklichen Feinarbeit sagt.

Danach hatten wir aber genug und baten Myo Myo, uns ins Lake View Resort zu bringen – schließlich wollten wir von dem teuren Hotel auch was haben. Die Zufahrt zum Hotel war wegen des niedrigen Wasserstandes äußerst schwierig und wir befürchteten schon, im Schlamm stecken zu bleiben.

Der Wachmann des Lake View war ziemlich ruppig zu Myo Myo und wir hatten den Eindruck, es wurde nicht gerne gesehen, wenn Gäste sich auf eigene Faust ihre Ausflüge organisierten. Später stellten wir fest, dass das Hotel 35 $ für einen Tag Bootsfahrt auf dem See verlangt, wir hatten gerade mal 14 $ gezahlt.

Wir waren schon zweimal im Lake View gewesen, ein sehr schönes Hotel, das früher von einem temperamentvollen Franzosen namens Bruno geführt wurde und eine fantastische Küche hatte. Leider hatten wir kurz vor unserer Abreise erfahren, dass Bruno nicht mehr da war und das merkte man sofort.

Der schöne Blumengarten war verschwunden, die ehemalige Hotelmanager-Villa, in der der Bruno mit seiner Familie gewohnt hatte, total zugewachsen, insgesamt machte das Ganze nicht mehr den positiven Eindruck, den es früher hatte.

Immerhin war unsere Suite noch so schön, wie wir sie in Erinnerung hatten, und wir ließen uns dann auch erst mal gemütlich auf der großen Terrasse nieder und genossen die Aussicht.

Am späten Nachmittag ein Gang ins Dorf, dort hat sich nicht viel verändert.

In einer kleinen Kneipe bestellten wir ein Bier, schon gleich nach der Bestellung merkten wir, dass da was nicht stimmte, denn das Bier kam und kam nicht, bis wir einen Jungen mit einer schwarzen Plastiktüte laufen sahen, in der unzweifelhaft eine Flasche Bier steckte.  Das Lokal verkaufte normalerweise kein Bier, wollte sich aber das Geschäft mit uns nicht entgehen lassen. Für uns ein teurer Spaß – 3000 Kyat mussten wir bezahlen.

Da es keine Beleuchtung gab, sahen wir zu, noch vor völliger Dunkelheit ins Hotel zurückzukommen – mein Fuß erinnert mich immer noch daran, dass die Wege hier voller Tücken stecken.

Das Essen, dass man hier mangels Alternative im Hotel einnehmen muss, war nicht schlecht, aber auch nicht herausragend und relativ teuer. Kein Vergleich mit der früheren Küche unter Brunos Regie. Nicht einmal mehr den grünen Tomatensalat hatten sie auf der Karte….

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