21. März – Zu Fuß durch Hanoi

P1050904Wieder ein trüber Tagesbeginn, aber relativ warm.

Da wir kein Frühstück gebucht hatten, mussten wir uns ein Café suchen, vorher wollte ich aber noch rauskriegen, wie man ins Internet kommt, denn wir hatten offenbar W-Lan im Zimmer.

Im Business Center hieß es allerdings, der Zugang koste 12US$ pro 24 Stunden!!! Da musste ich dann doch erst mal heftig schlucken.

Dennoch ließ ich mir ein Passwort geben, schließlich wollten wir ja auf dem Laufenden bleiben.

Aber erst mal machten wir uns auf die Suche nach einem Frühstück und wurde gleich um die Ecke fündig: Ein süßes kleines Café bzw. einen „Salon du Thé“, wo es neben leckerstem Kuchen und Torten auch Croissants gab. Für weniger als 2€ bekamen wir dort Kaffee, Tee, Schoko-Croissant und Schneckennudel, für uns als Frühstück völlig ausreichend.
Dann gings zur Altstadt-Erkundung, mit Frommers „Walking Tour“, einer tollen Beschreibung für eine Erkundung der Altstadt, die ich im Internet gefunden hatte.

Die Seiten hatte ich für happige 0,50$ pro Seite im Business Center ausgedruckt.

Wir marschierten zunächst wieder zum Hoan Kiem See, dieses Mal auf der anderen Seite entlang. Der März ist offenbar der Hochzeits-Monat in Vietnam – überall Bräute, die für Fotos posierten.


Aber wir wollten ja in die Altstadt… und da ging es zunächst mal ziemlich chaotisch zu.


Zum Glück hat Hanoi seine Altstadt erhalten, es wurde nicht alles abgerissen und durch Hochhäuser ersetzt, wie in Saigon. Angeblich stehen die alten kleinen Häuser zwar nur deshalb noch, weil – wie in der früheren DDR – kein Geld für Neubauten da war, aber das erweist sich jetzt als Segen.

Viele  Gebäude sind allerdings ziemlich heruntergekommen, eine ganze Reihe aber auch schon restauriert oder renoviert.

Das Besondere an den Häusern ist die sehr schmale Straßenfront, dahinter geht es oft bis zu 60m in die Tiefe, immer wieder unterbrochen von kleinen Innenhöfen, die Luft und Licht rein lassen.

Kaum ein altes Haus hat mehr als 2 oder 3 Stockwerke, dazwischen stehen aber auch neuere, die wie einzelne Zähne bis zu 10 Stockwerke in die Höhe ragen – das sieht schon seltsam und lustig aus.

In den engen Altstadtgassen ist das ein Erlebnis der besonderen Art – stehenbleiben zum fotografieren sollte man also besser bleiben lassen.

Die alten Straßennamen deuten darauf hin, was früher in der Straße hergestellt wurde, denn früher waren die einzelnen Handwerkszweige strikt voneinander getrennt. Heute hat sich das etwas vermischt, aber es gibt immer noch Konzentrationen – in der Bambus Straße stehen vor jedem Haus meterlange Bambusstangen für Gerüste, in der Eisenwarenstraße gibt es von Schrauben bis Schubkarren alles aus Eisen usw.



Praktisch in jedem Haus ist unten ein Laden oder kleines Restaurant bzw. eine Straßenküche …


…dazu kommen noch unzählige kleine Essensstände am Gehwegrand.


Apropos Gehweg: Da scheinen die Vietnamesen etwas missverstanden zu haben, denn die Gehwege werden fast ausschließlich als Moped-Parkplätze genutzt, Fußgänger sind dort weniger erwünscht. Also geht man vorwiegend auf der Straße und riskiert permanent Leben und Gesundheit, weil dauernd Mopeds oder Autos laut hupend und rasend schnell an einem vorbeifahren.

Aber manchmal muss es eben doch sein …



Die Fußgänger-Tour sollte, falls man keine Pausen macht, ca. 1 ½ Stunden dauern – wir brauchten allerdings fast 4 Stunden, es gab einfach sooooo viel zu sehen!

Da wir einen Ausflug nach Ninh Binh, in die sogenannte trockene Halong Bucht machen wollten, fragten wir bei einer Niederlassung von Sinh Café (eine in ganz Vietnam verbreitete Kette von Tour-Operators, die vorwiegend im Low Budget Bereich Touren anbieten) nach den Preisen. Wir wollten keine Bustour machen, sondern alleine mit einem Guide fahren.

Morgens hatten wir woanders einen Preis von 100$ für zwei Personen genannt bekommen, Sinh Café wollte 150$, ermäßigte aber sofort auf 99$, als ich das andere Angebot erwähnte (eine Gruppentour hätte 25$ pro Person gekostet). Wir buchten die Tour und einigten uns auf einen Abfahrtermin um 8:30 und Abholung vom Hotel.

An einer Straßenecke setzten wir uns vor ein winziges Café – Cafés gibt es wie Sand am Meer, meist nur ein paar Quadratmeter groß und meist bieten sie nur Getränke oder ein paar vietnamesische Snacks, jedenfalls keinen Kuchen. Bei Kaffee (der selbst Dieter fast zu stark war) und grünem Tee sahen wir dem Straßentreiben ein Weilchen zu, dann ging’s weiter.

Da wir morgen vor der Abfahrt nicht noch im Café frühstücken wollten, kauften wir in einer Bäckerei ein paar verführerisch duftende süße Teilchen. Bäckereien und Konditoreien mit oft sehr fantasievoll verzierten Torten gibt es hier reichlich! Kurz vor Ende unserer Wanderung besichtigten wir in der Bat Su Straße noch ein von der Unesco wunderschön restauriertes altes Holzhaus, das uns einen Eindruck davon vermittelte, wie man hier früher gelebt hatte.

Zurück am See war es schon dämmrig, wir kehrten wieder in unserem Biergarten ein. Vom langen Rumlaufen waren wir ziemlich müde und hungrig, heute warenwir sicher fast 10 km gelaufen (ich glaube, alles in allem sind wir auf dieser Reise rund 500 km oder mehr zu Fuß gegangen). Deshalb entschieden wir uns für Pho 24, eine Suppenstube schräg gegenüber.

Pho 24 ist eine Kette, die in Saigon und Hanoi gibt (wahrscheinlich auch sonst überall in Vietnam), und wo ausschließlich die berühmte vietnamesische Nudelsuppe Pho serviert wird. Man kann wählen zwischen verschiedenen Portionsgrößen sowie Rinder- oder Hühnerbrühe als Grundlage mit entsprechender Fleischeinlage.

Dazu gibt es einen Teller mit Frühlingszwiebeln, Sojasprossen, einer Art scharfem dunkelgrünen Spinat, Chilis, Zitronenscheiben und Basilikum.

Was und soviel man mag, wird der Suppe hinzugefügt, dann kann man sie noch mit Sojasoße oder Chilisoße würzen und dann geht’s ran an die Stäbchen. Es schmeckt himmlisch, wir sind schon richtige Pho-Fanatiker geworden, obwohl Dieter nach wie vor ziemliche Probleme mit den Stäbchen hat.

Und hier die Karte zur Walking Tour:

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