22. Juni 2010 – Auf dem Lizard

Der Lizard ist eine Halbinsel in Cornwall, der südlichste Punkt Großbritanniens. Und dort gibt es einfach wunderschöne Küstenwanderungen!

Da das Wetter weiterhin toll ist, brachen wir früh auf – vorher wurde aber in St. Ives wieder ein Sack Wäsche in die Laundry gebracht. Wir haben uns im Laufe unserer oft sehr langen Reisen angewöhnt, lieber weniger Gepäck mitzunehmen und unterwegs öfter mal was waschen zu lassen. Meist geht das sogar am selben Tag oder über Nacht und kostet nicht viel.

Die kleine Laundry in St. Ives, direkt an einem großen Parkplatz, bietet „service wash“ für wirklich kleines Geld, morgen können wir also frisch gewaschene Klamotten in Epfang nehmen. Heute ging es allerdings auf Wanderschaft, da ist es nicht ganz so wichtig, wie man riecht!

Leider hatten wir ausgerechnet das Wanderbuch, in dem die Wanderung nach Cadgwith drin war, vergessen. Nur mit Karte war uns das doch etwas zu gewagt, denn zuletzt waren wir vor über 6 Jahren da gewesen, und manchmal muss man mitten in einem Feld einen fast unsichtbaren Pfad finden. Deshalb erstanden wir ein kleines Heft mit Lizard-Wanderungen, das auch unseren Weg enthielt – allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler: Die Wanderung im Heft verlief genau andersrum, als wir laufen wollten!

Also mussten alle Anweisungen „übersetzt“ werden, was später teils für Verwirrung, teils auch Verirrung sorgte. Zunächst fuhren wir jedoch an den südlichsten Zipfel des Lizard, den Lizard Point, wo am zerklüfteten Steilufer das schneeweiße “Lizard Lighthouse” steht.

Dort tummeln sich häufig Seehunde im Wasser – heute war es ihnen aber wohl zu heiß. Wir fuhren ein Stück weiter bis Church Cove, parkten direkt neben der malerischen Kirche – dann ging es von hier aus zu Fuß durchs Landesinnere.

Der Weg führte teils oben auf Steinwällen entlang, teils zwischen blühenden Hecken.



Es ging auch mal mitten durch den Friedhof einer wunderschönen alten Kirche.

Schließlich landeten wir wieder an der Küste, im kleinen Küstenort Cadgwith. Mit seinen strohgedeckten Cottages und dem malerischen winzigen Hafen gehört Cadgwith zu den meist-fotografierten Orten des Lizard, und auch wir erliegen seinem Charme bei jedem Besuch aufs Neue.



Die frisch gefangenen Taschenkrebse reizten uns zwar sehr, aber wir entschieden uns dann doch für Cream Tea mit Scones, Clotted Cream und Erdbeermarmelade.

Weiter ging es an der Küste entlang, wieder hoch über dem Meer, das auch hier glasklar war und in allen Schattierungen von hellem Türkis bis Mitternachtsblau schillerte. Sommerblumen in allen Farben säumten den Weg.


Grandiose Blicke auf Küste und Meer …


Gelegentlich mussten Hindernisse überwunden werden. Ich musste wieder mal feststellen, dass englische Küstenwanderungen eine ziemliche Trittsicherheit erfordern – nicht so sehr auf dem Küstenabschnitt, der zwar auch mal steil und schwierig sein kann, sondern vor allem im Landesinneren.

Die zahlreichen Stiles, Überstiege über Hecken und Mauern zwischen den Feldern, bestehen oft aus Steinen, die nicht nur teils recht glatt sind, sondern auch oft ganz schön hoch sind. Auch die hölzernen Stiles sind eher für langbeinige Menschen gemacht. Wo Dieter mit Lässigkeit einfach drübersteigt, hangle ich mich ziemlich unelegant drüber, bleibe in der Mitte meist hängen und plumpse auf der anderen Seite irgendwie runter.

Schließlich kam der Lizard Leuchtturm wieder in Sicht und die Runde war vollendet.

Insgesamt waren wir etwa 5 Stunden unterwegs – davon aber sicher eine Stunde fürs Stehenbleiben, Schauen, Staunen, Genießen, Fotografieren, sowie eine weitere halbe Stunde Teepause. Der Weg zurück zum Auto führte an pittoresken kleinen Häuschen mit üppiger Blumenpracht zurück zur Kirche, wo unser Auto stand.


Kein Besuch in Cornwall ohne mal in Porthleven vorbei zuschauen! Der kleine malerische Küstenort diente in Rosamunde Pilcher Filmen schon mehrfach als Kulisse. Auch hier waren wir früher oft da gewesen, hatten in den 90ern dort übernachtet. Heute zog es uns in den Hafen, wo das Harbour Inn einen großen Biergarten direkt an der Hafenmauer hat.

Auch um 19:00 war es noch sehr warm, wir blieben deshalb gleich zum Abendessen – wobei man höllisch aufpassen musste, dass einem ungebetene “Mit-Esser” nicht das Essen vom Teller schnappten!


Noch ein Spaziergang am malerischen Hafen in der Abendsonne –
… dann ging es die ca. 20 Meilen zurück nach St.Ives.

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