17. Januar – Great Ocean Road

2011-01-17 Great Ocean Road 024Sommer ade – heute gibt es kühle Temperaturen, heftigen Wind und dicke Wolken.

Und in der Zeitung gleich die nächste schlechte Nachricht – es wird gewarnt vor einer massiven Moskito-Plage in den überfluteten Gebieten. Die Pfützen, die nach den Fluten zurückbleiben, geben wunderbare Brutplätze für die Viecher ab!

Und die stechen nicht nur und es juckt, sondern übertragen auch eklige Krankheiten.

Zwar keine Malaria, aber andere, mit Namen, die sich niemand merken kann. Zum Glück haben wir Moskito-Abwehr im Gepäck – sogar die richtige Variante, mit DEET, was die hiesigen Biester hoffentlich einigermaßen wirksam abschreckt.

Da die Nachrichten über die Überschwemmungen in Victoria immer dramatischer klingen und etliche Orte, die wir besuchen wollen, gefährdet scheinen, hab ich gestern alles angemailt, um zu erfahren, wie die Lage ist. Lust auf Gummistiefel und Schlamm haben wir nicht, außerdem können die Leute dort bestimmt keine Touristen brauchen, die dumm rumstehen, da ist eher tatkräftige Hilfe gefragt. Jetzt warte ich auf Antwort.

Aber zunächst musste der Mietwagen abgeholt werden – wir kamen in den Genuss eines Upgrades und erhielten statt des gebuchten Mittelklasseautos ein riesiges Ungetüm, fast ein Geländewagen, aber nagelneu, hat erst 3.000 km auf dem Buckel. Ich könnte mit so einem Riesending keine 100m fahren, ohne irgendwo hängen zu bleiben, aber Dieter sah es positiv – zum einen sind die Straßen hier überall sehr breit, zum anderen hat das Ding eine ziemliche Bodenfreiheit und riesige Räder, was ja vielleicht nicht schlecht ist.

Direkt neben der AVIS-Station gab es einen – ich traute meinen Augen nicht – ALDI!!!! Da musste ich als sparsame Schwäbin natürlich sofort rein und kaufte einen Riesen-Vorrat an Wasser und Saft, auch ein paar Flaschen Wein kamen ins Gepäck. Dann ging es ohne die geringsten Probleme aus der Stadt raus – allerdings hatte ich die Route auch vorher bei Google-Maps ausgeguckt und ausgedruckt, konnte also äußerst souverän lotsen 😉

Ca. 50 km von Melbourne weg wurde es ländlich – Wiesen und Felder, auf der rechten Seite in der Ferne ziemlich hohe Berge. Nach weiteren 30 km waren wir dann endlich am Meer und am Beginn der “Surf Coast” und der “Great Ocean Road”. Einen ersten Abstecher Richtung Strand machten wir in Torquay, Namensschwester einer süd-englischen Stadt, die wir gut kennen. Und wir fühlten uns auch fast wie dort – heftiger Wind, Geruch nach Meer …

Ab Torquay  kam ein Sandstrand nach dem anderen, überall rollen schaumige Wellen an den Strand und Dutzende von Surfern versuchen ihr Glück – mit eher mäßigem Erfolg. Der Wind kam vom Land und es war offensichtlich Ebbe. Aber der Anblick war schon bemerkenswert.

Ab Anglesea begann dann die rund 300 km lange spektakuläre Great Ocean Road, die ab 1918 von Kriegsgefangenen gebaut wurde: Sie schraubt sich immer wieder die steile Küste empor, links tief unten das Meer, rechts Berghänge mit Pinien, Eukalyptusbäumen (der Geruch ist wunderbar!), teils auch nur Ginster, Farn …


Dann fällt sie wieder bis fast auf Meereshöhe hinab. Das alles garniert mit reichlich Kurven. Wir machten immer wieder Abstecher – mal auf eine Landzunge …


… dann zum alten Split Point Leuchtturm, der schon seit 1891 hier Wache steht, umgeben von Heidekraut, Wacholder und Ginster. Immer wieder kamen Assoziationen mit Südengland auf – der gleiche Geruch, die gleichen Geräusche, aber vermutlich gilt das für fast alle Küsten in den gemäßigteren Zonen.
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Ziemlich un-englisch waren allerdings die vielen gelben Warnschilder, die auf Kängurus hinwiesen – es hüpfte uns aber keines vors Auto. Schneeweiße Kakadus bevölkern massenhaft die Bäume. Entlang der Straße überall Spuren der Unwetter der vergangenen Tage – Erdrutsche, Steinschläge, jede Menge Geröll, massenhaft Erde und Schlamm am Straßenrand. Teilweise sind noch Aufräum-Arbeiten im Gang, die Straße oft noch schlamm-verschmiert.

Später erfuhren wir, dass die Straße drei Tage lang gesperrt war und erst seit gestern wieder frei – da hatten wir echt Glück. Weil wir unterwegs so oft anhielten, kamen wir erst gegen 18 Uhr in  Apollo Bay an, unserer Station für die Nacht. Wie alle Küstenorte an der Great Ocean Road liegt auch Apollo Bay sehr malerisch, mit vielen hübschen Holzhäusern, die zum Meer hin meist total verglast sind. Zum Teil ziehen sich die Häuser die steilen Hänge empor, manchmal mit abenteuerlichen Stelzen-Konstruktionen.

In unserem netten und recht gemütlichen Motel gibt es zum Glück WiFi so dass wir gleich mal unsere Mails checkten – und es gab doch einiges an Entwarnung, unsere Unterkünfte scheinen alle hochwasser-sicher zu sein, jedenfalls hat uns niemand abgesagt.

Nach dem Einchecken ein Spaziergang zum kleinen hafen, vorbei an Bäumen, die aussehen wie gigantische Brokkoli.

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Nach einem Spaziergang zum Fischereihafen gab’s passenderweise Fisch & Chips zum Abendessen.

Unsere heutige Route:

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