18. Januar – Regenwald, Felsen und Meer

2011-01-18 Great Ocean Road 054Der Sommer scheint eine Pause einzulegen. Als ich heute morgen zum Bäcker ging, um für’s Frühstück einzukaufen, nieselte es und war verdammt kalt – das Thermometer im Auto zeigte später 13°C.

Dass man für sein Frühstück selbst sorgen muss, ist normal in Australien – die Übernachtung beinhaltet i.d.R. keine Verpflegung. 

Aber die Zimmer haben meist eine kleine Küchenzeile mit Wasserkocher, Toaster und Geschirr. 

Kaffee, Tee, Milch, Zucker usw. werden vom Hotel gestellt. Nach einer heißen Schokolade, Orangensaft, Zimtschneckennudeln und einer Nektarine sah der Tag schon viel besser aus, und wir verließen das Comfort Inn International in Apollo Bay – das übrigens ausgesprochen komfortabel und nett war.

Angesichts dunkler Wolken stand zuerst noch der Kauf einer Regenjacke für Dieter auf dem Programm.Wir wurden auch schnell fündig, und der Ladeninhaber erklärte wortreich, dass er mit genau dieser Jacke täglich auf dem Rad zu seinem Laden fahre und die Jacke eine Anschaffung für’s Leben sei. Na, schau’n wir mal …

Die Jacke kam schnell zum Einsatz – wir machten einen ersten Stopp bei Maits Rest und wanderten durch einen Wald, den ich nur als märchenhaft beschreiben kann: Er besteht fast nur aus Baumfarnen und dazwischen riesigen uralten “Myrtle Beeches”, kleine Bäche plätscherten, es war dämmrig und überall tropfte es. Flechten hingen von den Bäumen herab und wir erwarteten jeden Moment, einen Hobbit oder Troll zu sehen…

Nachdem wir wissen, dass diese Ecke die meisten Niederschläge in ganz Victoria verzeichnet – deshalb der Regenwald – waren wir nicht mehr ganz so sauer über den Regen.
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Danach ging’s weiter durch den Otway National Park, etwas abseits der Küste, durch Eukalyptus-Wälder, deren Duft wirklich unglaublich ist. Ein Abstecher führte 12 km durch eine wunderbare Landschaft von Wäldern und Wiesen, auf denen Kühe, Schafe und Pferde grasten, zum Cape Otway und zum gleichnamigen Leuchtturm.

Auf dem Weg dorthin sahen wir – unsere ersten Koalas!!!! Wir wunderten uns, weshalb einige Leute am Straßenrand standen und nach oben in die Bäume starrten, hielten an und da waren sie: pelzige Genossen, die unglaublich langsam und träge ein Blatt nach dem anderen ins Maul schoben.
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Sie ließen sich durch nichts beirren – weder das Klicken der Kameras noch die entzückten Ausrufe der Touristinnen störten sie, und weil sie so langsam sind, kann man sie ziemlich gut fotografieren.

Der Leuchtturm geriet dann zur Nebensache – bei 17,50$ Eintritt pro Person begnügten wir uns mit der Außenansicht aus der Ferne und fuhren zurück. Immer wieder sahen wir interessante  Schilder :
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Unterwegs bewunderten wir wunderschöne Bäume – wobei mir hier auffällt, dass die Bäume meist keine großen Blätter haben wie bei uns, sondern schmale lanzenförmige. Und die Nadelbäume – hier meist pinienartige Bäume – haben riesige weiche Nadeln.
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Wir fuhren Richtung Meer über Straßen mit merkwürdigen Namen: “Blue Johanna” und “Red Johanna” führten beide durch traumhafte Landschaft zu einem echt atemberaubenden Stück Strand – unser weißer Mitsubishi schlug sich tapfer –obwohl die Straßen teilweise unbefestigt waren. Dann kamen steile Klippen über feinstem Sandstrand und eine Brandung, die Surfern das Herz höher schlagen ließ. Der Wind war nach wie vor heftig, aber es schien am Meer etwas wärmer.
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Der nächste Stopp galt einem isolierten Felsen mitten im Meer… Wind und Wellen hatten ihn wohl vom Steilufer getrennt.

Und dann kamen die 12 Apostel – die allerdings inzwischen nur noch acht sind…. Bizarre Felsformationen im Meer
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… aber auch an Land gab es wunderbare Natur zu bestaunen.
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Inzwischen war die Sonne wieder da, wir genossen den letzten spektakuläre Stopp – Loch Ard Gorge und Umgebung – bei Sonne und Wind.
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Wenig später waren wir an unserem Tagesziel – Port Campbell.

Da unser Motel auch wieder WLAN bot, schauten wir kurz in unsere Mails und erfuhren, dass in Halls Gap inzwischen wegen der Überschwemmungen sowohl der Nationalpark als auch viele Teile der Stadt gesperrt sind. Unsere Gastgeber boten uns an, zu stornieren, nach kurzer Überlegung reduzierten wir jedoch unseren Aufenthalt dort nur um einen Tag und werden einen Tag länger in Port Fairy an der Küste bleiben und erst am Freitag in die Grampian Mountains fahren, denn wir müssen auf jeden Fall nach Norden, um in die Alpen zu kommen. Es bleibt also spannend.

Ein Kommentar zu “18. Januar – Regenwald, Felsen und Meer

  1. Solch einen verwunschenen Regenwald voller Flechten, Moos und Farn haben wir auch einmal erlebt, nahe Seattle. Und auch da nieselte es – das gehört sich so für einen Regenwald 🙂

    Am allerbesten gefielen mir aber die Fotos von den Koalas. Diese putzigen Kerlchen sind einfach zu niedlich!

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