19. Januar – Mit Sonne ist es einfach schöner!

2011-01-18 Great Ocean Road 075Na geht doch – heute morgen sah ich blauen Himmel vom Bett aus! 

Also nix wie raus aus den Federn (bzw. den Wolldecken – australische Motels haben häufig nur Wolldecken mit Leintüchern darunter) und draußen nachgeschaut – was denkbar einfach war, denn das Motel bestand aus lauter einstöckigen Holzhäusern, man war also vor dem Zimmer gleich im Freien.

Tatsächlich – ein paar blaue Flecken am Himmel, das sah vielversprechend aus.

Bis wir startklar waren, hatte sich die Lage weiter verbessert – in unserer Fahrtrichtung klarte es immer mehr auf. Kaum waren wir auf der Straße, gab es auch schon den ersten Hinweis auf einen “Scenic Lookout” – also runter von der Straße, Auto geparkt und losmarschiert Richtung Küste. Die Sehenswürdigkeit war ein Felsbogen am Meer, “The Arch”. 
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Der extrem weiche gelbe Sandstein wird hier von Wind und Wasser zu bizarren Gestalten geformt, allerdings nagen die Elemente auch gewaltig an den Küsten. Australien wird hier sicherlich immer kleiner, weil immer wieder große Teile der Steilküste abgetragen werden und ins Meer stürzen.

Nur wenige Kilometer weiter der nächste Stopp, “London Bridge”, die allerdings vor einigen Jahren teilweise eingestürzt ist. Ursprünglich hatte die “Brücke” zwei Bögen und war mit dem Festland verbunden, 1990 stürzte der erste Bogen ohne Vorwarnung ein – zu dem Zeitpunkt befand sich gerade ein Touristen-Paar auf dem zweiten Bogen und war urplötzlich vom Land abgetrennt. Es wurde dann per Hubschrauber gerettet.
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London Bridge
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Weiter ging es die Küstenstraße entlang, jetzt wurde es italienisch: “The Grotto” war die nächste Sehenswürdigkeit.
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Es war unglaublich schön – und wir genossen die Fahrt und die tolle Natur.
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Von der Straße aus sah man nicht viel vom Meer, davor war ein breiter Streifen von Ginster, Wacholder und ähnlichem stacheligem Gewächs – was es genau ist, habe ich nicht rausbekommen, die Einheimischen nennen es schlicht “Gorse”.
Wenn man sich die Pflanzen im Küstenbereich aber mal genauer ansieht, sind sie fantastisch schön und vielfältig. Selbst abgestorbene Sträucher sehen noch dramatisch aus.
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Auch lebendige Zeitgenossen beleben die Küste – Austernfischer suchen Nahrung in der Brandung.
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Und immer wieder Felsen und Küstenlinien, die uns staunen lassen.
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Gegen 15:00 Uhr kamen wir in Port Fairy an, einem netten kleinen Ort, sowohl an einem Fluss als auch an der Küste gelegen, in dem fast alle Straßen von riesigen Norfolk Pines (das sind die mit den gigantischen weichen Nadeln) gesäumt sind.

Da das Wetter inzwischen nahezu makellos war – blauer Himmel, soweit das Auge reichte, wollten wir nur kurz auspacken und dann die Umgebung erkunden. Unser Motel (hier heißen alle Hotels, die eigene Parkplätze haben, Motels) ist sehr nett, ein altes Gebäude von 1889, aber sehr schön renoviert.
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Und das Zimmer geräumig und tiptop –  dachten wir, bis ich mir die Hände waschen wollte: Kein Tropfen Wasser kam aus dem Hahn am Waschbecken!! Also runter zur Rezeption, die wollten es erst nicht glauben, probierten dann selbst – nichts. Da das Hotel voll war, konnte uns kein Ersatzzimmer angeboten werden – aber der Klempner sollte es richten.

Wir machten erst mal einen kurzen Rundgang durch den Ort. Zurück im Motel gab es immer noch kein Wasser… Also nochmal ein größerer Spaziergang, dieses Mal entlang des Flusses, an dem ein paar Häuser stehen, die einem schon den einen oder anderen Anflug von Neid entlocken konnten.
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Vom Fluss aus gelangt man auf eine Insel, Griffiths Island, einem Rückzugsgebiet für seltene Seevögel.
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Außerdem sollen dort einige Wallabys, kleine Kängurus, hausen, die man aber nur frühmorgens oder abends zu Gesicht bekommen soll. Es war zwar erst kurz nach 18:00, aber wir hielten mal die Augen offen, als wir vom Leuchtturm zurückgingen – und siehe da: Im Gebüsch hockte ein Wallaby und knabberte ganz gemütlich an einer Graswurzel oder was immer.
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Es war zwar etwas weit weg und saß im Schatten, deshalb wurden die Fotos nicht so toll, aber immerhin … wir waren begeistert von unserem ersten Känguru!

Zurück im Hotel legte sich unsere Begeisterung allerdings schnell – immer noch kein Wasser. Der Klempner war angeblich dagewesen und hatte den Hahn repariert, das änderte aber nichts daran, dass kein Tropfen rauskam. Ein Anruf von der Rezeption beim Klempner ergab dann allerdings, dass wohl nur der Lehrling da gewesen war – und der hatte Angst, dass der Hahn ganz kaputt geht und deshalb lieber gar nichts getan!

Also sollte jetzt der Klempnermeister höchstpersönlich jetzt kommen – wir wollten allerdings schnell duschen und dann essen gehen. Uns wurde versprochen, wenn wir vom Essen zurück sind, läuft das Wasser. Und tatsächlich – eine leckere Pizza und Pasta nebst köstlichem australischen Rotwein später kamen wir zurück – und das Wasser lief!! Also ein gutes Ende eines wunderbaren Tages …

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