20. Januar – Ein letzter Tag an der Küste

P1080646Da der Grampian Nationalpark wegen Überschwemmungen, Erdrutsch, Steinschlag  und umgestürzten Bäumen etc. geschlossen ist, haben wir uns kurzfristig entschlossen, noch einen Tag an der Küste dran zu hängen.

Für heute war nichts konkretes geplant, also ließen es langsam angehen. Mal wieder ausschlafen, war auch nicht schlecht! ;-)

Wir fuhren gemütlich nach Portland, unterwegs gab es viele Hinweise auf besonders sehenswerte Küstenabschnitte – also auch immer wieder Stopps und kürzere oder längere Wanderungen durch die Küstenvegetation. Insgesamt sind wir in den letzten Tagen sicher um die 10 km pro Tag gelaufen, abends tun mir jedenfalls ganz schön die Füße weh – wir sind halt noch untrainiert nach der Winterpause ;-).

Die meisten der spektakulären Felsen und Klippen sind Zeichen der massiven Erosion – manchmal hat man richtig Angst, zu weit vor zu gehen, oft hängt ein Teil des Bodens wie eine Art Terrasse nach vorne, da sollte man besser nicht hingehen, wenn man nicht lebensmüde ist.
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Die Landschaft hat sich in den letzten Tagen enorm verändert: Die ersten beiden Tage hatten wir manchmal fast den Eindruck, im Allgäu zu sein – ok, mal abgesehen vom Meer – denn es zogen sich zwar sanfte, aber doch ziemlich hohe, grüne Hügel entlang der Küstenlinie. Seit gestern wurde das Land aber merklich flacher, zuletzt war es platt wie ein Pfannkuchen, man konnte meilenweit ins Land reinblicken. Trotzdem fällt es dann an der Küste total schroff mit mit steilen Klippen meterhoch ab zum Meer.

Heute wurde das Land wellig, auf beiden Seiten der Straße endlose Rinder-Weiden – meist rabenschwarze Viecher –, fast jede Weide versehen mit einem “Billabong”. Bisher dachte ich ja, das sein ein Klamotten-Label – ist es auch, immerhin tragen meine Flipflops diesen Schriftzug – aber es bedeutet schlicht und einfach “Wasserloch”! Und praktisch jede Weide hat eines – ganz schön praktisch.

Portland ist quasi die Wiege Victorias, hier siedelten die ersten Einwanderer schon 1834, später war die Stadt für ihren Walfang bekannt. Noch heute kann man im Winter Wale mit ihren Kälbern hier beobachten, im Sommer sieht man manchmal Blauwale – wir hatten leider kein Glück. Die alten Gebäude halten sich allerdings in Grenzen – alles erinnert sehr an die Western-Städte aus alten Filmen. Sehr stolz sind die Portlander auf ihre alte Trambahn!
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Auch bei die Tölpel-Kolonie, zu der wir auf abenteuerlicher unbefestigter Straße (wenn das der Mietwagenverleih wüsste) fuhren, hatten wir wenig Glück: Anders als in den schönen Info-Broschüren angekündigt und zu sehen, konnte man keineswegs nah an die Vögel herankommen – schon rund 100 m davor war alles durch einen Elektrozaun abgeriegelt und dahinter auch noch Hunde (!!). Nur sehr mühevoll konnte ich mit dem Tele zumindest einen kurzen Blick auf die Vögel festhalten.
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Aber der Leuchtturm von Cape Nelson war genau da, wo er sein sollte – umgeben von einem Meer, das derart intensiv blau war, dass wir es kaum glauben konnten (bei den Fotos wird wahrscheinlich jeder denken, sie wären nachbearbeitet …).

Auf dem Cap wanderten wir eine Weile herum, dann gab es Kaffee und Lemon-Cheesecake mit Eis und Sahne – sehr lecker ;-) – in einem Café direkt unterhalb des Leuchtturms.
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Angezogen von einem Hinweis auf einen “Enchanted Forest”, einen Geisterwald, machten wir noch einen Abstecher. Der aus Baum-Skeletten bestehende “Wald” wirkte wirklich etwas unheimlich.
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In Port Fairy war am Strand einiges los, obwohl das Wasser – für unsere südostasien-verwöhnten Geschmäcker – eiskalt war.
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Und jetzt habe ich gerade einen Beutel Wäsche in die (kostenlose) Gäste-Waschmaschine gesteckt – hier kann man echt mit kleinem Gepäck reisen, praktisch jedes Motel bietet Waschmaschine und Trockner. Es ist jetzt kurz vor 19:00 Uhr – in Deutschland morgens um 9 – wir wollen gleich nochmal auf Griffiths Island nach den Wallabys schauen, die gegen Abend herauskommen, vielleicht sehen wir auch ein paar der Seevögel, die abends zu Tausenden von ihren Beutezügen auf See zurückkehren. Offenbar geht die Brutsaison gerade zu Ende, d.h. die meisten Vögel haben Junge, die sie täglich füttern müssen.

Inzwischen sind wir zurück von Griffiths Island und auch vom Abendessen – weil wir etwas zu lang bei Wallabys und Sonnenuntergang verweilt hatten und erst kurz vor 21 Uhr in den Ort zurückkamen, standen wir fast überall vor verschlossenen Türen: Die örtliche Gastronomie macht um 9 Uhr abends zu!

Wir bekamen dann irgendwo noch eine Pizza, allerdings war man nicht begeistert , dass jemand noch soooo spät was zu essen haben wollte! Aber die Stimmung auf der Insel und die Fotos (obwohl sie wegen des schlechten Lichts und der Entfernung nicht besonders scharf sind) waren das etwas frugale Abendessen auf jeden Fall wert!
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