3. Februar – Australiens heißes Herz: Alice Springs bis Kings Canyon

P1090533Wir hatten fast 500 km Fahrt bis zum Kings Canyon vor uns, also gab es erst mal ein ordentliches Frühstück. Nein, nicht vom üppig gefüllten Hotelbüffet – das war uns mit 29$ pro Person doch eindeutig zu teuer. Sattdessen futterten wir Brot und Käse, Joghurt und Müsli, Orangensaft und Kaffee aus unseren Vorräten auf dem Zimmer.

So gestärkt machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Geldautomaten, vollgetankt hatten wir gestern schon, dann ging’s los, zuerst Richtung Süden auf dem Stuart Highway

Zunächst war das Land nicht viel anders als gestern, Buschland, kaum einmal ein höherer Baum. Obwohl wir durch völlig unbebautes Terrain fuhren und wenig Verkehr war, war es alles andere als langweilig.

Als wir nach ca. 200 km auf den Lasseter Highway nach Westen Richtung Ayers Rockabbogen, änderte sich zunächst kaum etwas – nur die Straße wurde schmaler und hatte keinen befestigten Randstreifen mehr.
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Bevor wir nach weiteren 100 km die Straße nach Nordwesten verließen, um auf der Luritja Road (hier hat jede Straße einen netten Namen) zum Kings Canyon zu gelangen, tankten wir an einer einsamen Zapfsäule nochmal, denn wir hatten noch 175 km vor uns und mussten die auch morgen wieder zurückfahren, um dann nach Ayers Rock zu kommen. Und ein voller Tank ist in dieser Gegend ein Muss!

Fast schlagartig änderte sich die Umgebung. Plötzlich wuchsen hohe schlanke Bäume, die aus der Ferne an Zypressen erinnerten, aus der Nähe aber aussahen, wie etwas groß geratene Schachtelhalme.

Auch die hier heimischen Zikadeen tauchten auf, dazwischen wunderbare Gräser, fast weiß, Spinnifex genannt. Sogar kleine weiße und gelbe Blümchen blühten und das niedrige Gras am Straßenrand war saftig grün – also auch hier kein trockenes rotes Land, sondern durch die Regenfälle der jüngsten Zeit üppig grün.  Natürlich sah man die dunkelrote Erde dennoch durchschimmern – insgesamt ein wunderbarer Anblick.
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Auch das Wetter hielt sich gut – blauer Himmel, ab dem späteren Nachmittag mit tollen Wolkentürmen.
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Nach rund 500 km kamen wir im Kings Canyon Resort an, einer Ansammlung von kleinen einstöckigen Häuschen, immer in Reihen von je 10 aneinander gebaut, die so weitläufig im Buschland verteilt sind, dass man von seiner Terrasse – siehe Foto – nur Natur sieht.
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Wir waren angenehm überrascht von der zwar einfachen, aber komfortablen Unterkunft – hatten hier allerdings so ziemlich die beste Kategorie gebucht, denn ein eigenes Bad wollten wir auf jeden Fall haben. Die preiswerteren Zimmer haben nur Gemeinschaftsbäder, außerdem gibt es noch Schlafsäle nach Jugendherbergsart und einen Campingplatz. Abgerundet wird die Anlage durch eine Tankstelle, einen kleinen Laden, ein Pub und ein sündhaft teures Restaurant.

Wir hielten uns nicht lange im Resort auf, sondern fuhren zum Kings Canyon zurück, wo wir am Boden des Canyons eine kleine Wanderung machen wollten. Die große Rundwanderung am oberen Rand des Canyons entlang wollten wir morgen früh machen, denn sie erforderte am Anfang einen ziemlich langen und steilen Aufstieg und dazu war es nachmittags zu heiß.

Als wir auf dem Parkplatz ankamen, zeigte unser Autothermometer 40°C, das schien mir ja fast schon für eine Wanderung unten durch den Canyon zu heiß!! Wir packten eine 2l-Flasche Wasser in den Rucksack, die großen Hüte wurden aufgesetzt und dann marschierten wir los.

Schon auf den ersten Metern wurden wir von einigen Jugendlichen überholt – einige ohne Kopfbedeckung und nur mit einer kleinen Wasserflasche in der Hand, die aber tatsächlich den Aufstieg in Angriff nahmen! Über roh in den Fels gehauene Stufen ging es über 100m ziemlich direkt nach oben.
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Der gesamte Rundweg ist ca.7 km lang und soll 3 1/2 – 4 Stunden dauern. Wir hielten uns jedenfalls erst mal ans Erdgeschoss und auch da gab es jede Menge zu sehen. Immer wieder tolle Blicke nach oben,  unglaubliche Gesteinsformationen und jede Menge Leben.
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So schön und interessant der Weg auch war, die enorme Hitze machte uns doch ziemlich zu schaffen, zumal die Sonne heftig schien. Unsere Wasserflasche war fast leer, als wir nach ca. einer Stunde wieder am Wagen waren und inzwischen – es war jetzt etwa 17:30 – hatte es 43°!

Da für morgen noch höhere Temperaturen angesagt sind und es auf dem oberen Weg offenbar – im Gegensatz zum unteren – keinerlei Schatten gibt, gaben wir den Plan, oben entlang zu wandern, auf. Einen Hitzschlag oder Herzinfarkt wollten wir doch nicht riskieren.

Zurück im Resort eine kühle Dusche und dann auf die Suche nach etwas Essbarem.

Da uns das Menu des teuren Restaurants nicht wirklich zusagte – Krokodilsteak, Emu oder Känguru – blieb nur das Pub und dessen Auswahl war sehr überschaubar: Es gab Pizza oder einen mediterranen Salat. Pizza für Dieter, Salat für mich, beides war gerade so genießbar! Der Salat kam überwiegend aus irgendwelchen Gläsern und war total sauer, die Pizza hatte einen merkwürdig süßlichen Boden. Aber wir machen ja keine Feinschmecker-Reise… ;-) .

Unsere Strecke:

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