6. Februar – Stürmischer Flug nach Sydney

P1090769Gestern Abend hatten wir noch eine Begegnung mit einem kleinen Waran – nachdem Dieter tagelang vergeblich nach einem Exemplar Ausschau gehalten hatte.

Obwohl die Echsen relativ behäbig sind, war es doch schwierig, ihn vor die Kamera zu bekommen, weil er sich ins Gebüsch verzog und ich ihm dahin kaum folgen konnte …

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Den ganzen Nachmittag über hatte der Sturm immer mehr zugenommen und als wir beim Essen im Freien saßen, wurde es so schlimm, dass wir ins Restaurant flüchteten. Zweige flogen durch die Luft, auf dem Weg mussten wir über einen abgerissenen großen Ast klettern und teilweise hatte ich echt Angst, weggeblasen zu werden.

Später fing es an zu regnen, das ging einen Großteil der Nacht so weiter. Nicht nur wir hatten die Flucht nach drinnen angetreten, wir hatten – wie auch in den anderen Hotels im Outback – einige ungebetene Mitbewohner: größere und kleinere Käfer, Heuschrecken und Falter. Aber so lange es keine Spinnen sind, ertrage ich das alles ziemlich gelassen, nur Dieter kämpfte in der Nacht längere Zeit mit einem dicken Brummer, der sich unbedingt mit ihm sein Kopfkissen teilen wollte.

Morgens hatte der Sturm nur unmerklich nachgelassen, wir erfuhren aus den Nachrichten, dass Alice Springs von einem starken Hochwasser bedroht ist und generell im Zentrum die Ausläufer des Cyclons zu teils erheblichen Beeinträchtigungen führen.

Gleichzeitig hörten wir jedoch auch, dass in Sydney heute die längst und heftigste Hitzewelle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zu Ende gehen sollte. Über zwei Wochen waren es dort fast täglich mehr als 40°C und zu keinem Zeitpunkt, auch nachts nicht, weniger als 28°C.  Aber ab heute soll damit Schluss sein, die Temperaturen sollten sich um die 20° bewegen und Regen gibt es außerdem auch noch…

Auch in Yulara war Schluss mit der Hitze, wir hatten beim Auschecken um 10.00 Uhr gerade mal 20° – gestern Nachmittag waren es noch 37°!

Als wir zu dem winzigen Flughafen fuhren, der praktisch nur aus einer einzigen größeren Halle bestand, waren wir doch etwas besorgt, ob bei dem Sturm überhaupt ein Start möglich sein würde – immerhin bogen sich die Bäume nach wie vor ziemlich im Sturm, aber die Dame am Check-in war zuversichtlich.

Erstmalig wurde unser Gepäck aber hier, in dieser gottverlassenen Ecke auf einem Miniflughafen, mehr als streng unter die Lupe genommen. Es wurde nicht nur das Handgepäck akribisch gewogen (hätten unsere Bordtaschen mehr als 7 kg gewogen, wäre es echt problematisch geworden! In die Koffer ging nichts mehr rein, also hätten wir wohl was zurücklassen müssen – aber es ging gerade noch mal gut), das Handgepäck wurde außerdem nicht nur durchleuchtet, sondern auch mit einer Sonde auf explosives Material untersucht.

Vielleicht hätte Dieter sich heute morgen doch lieber rasieren sollen 😉 ;-) Jedenfalls waren die Sicherheitsvorkehrungen hier nicht mehr zu toppen.

Also stiegen auch wir einigermaßen guten Mutes in die bunt bemalte Maschine ein.
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Wir erwarteten schon den Abflug, als der Kapitän fröhlich verkündete, der Bordcomputer müsse erst mal komplett neu programmiert werden, denn auf die gegebenen Wetter- bzw. Windverhältnisse sei er nicht programmiert – und das würde so 15-20 Minuten dauern…..

Aber nach 20 Minuten war der Computer offenbar startklar und es ging los – zwar anfangs ziemlich ruppig, aber dann wurde es doch ein ziemlich ruhiger Flug. Allerdings sah man die gesamte Flugzeit über nichts als eine geschlossene Wolkendecke unter uns.
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In Sydney zeigte sich gleich, dass der Wetterbericht recht hatte: 21° und Nieselregen erwarteten uns.

Durchs Internet vor-informiert fanden wir den Zug in die Stadt auf Anhieb und stiegen nach 20 Minuten Fahrzeit an der Station Town Hall aus. Eigentlich wollten wir von dort ein Taxi zum Hotel nehmen, aber nachdem wir unsere Koffer durch eine endlos lange – aber sehr schöne viktorianische – Einkaufspassage gezogen hatten und endlich auf der Straße standen, lag das Swissotel direkt schräg gegenüber – besser konnte es nicht laufen!

Beim Einchecken bat ich um ein Zimmer in einem der oberen Stockwerke und siehe da – der freundliche junge Mann an der Rezeption (noch nie – nicht einmal in Südostasien – haben wir in Hotels derart freundliche zuvorkommende Menschen erlebt wie in Australien. Das heißt, eigentlich sind sie überall unglaublich nett, immer gut aufgelegt – da könnten sich viele Länder eine Scheibe abschneiden) schaute kurz in seinen Computer und gab uns dann ein Upgrade in eine bessere Zimmerkategorie im 22. Stock.

Tja, und da sitzen wir nun, mit Blick auf den Sydney Tower direkt vor der Nase, in einem wunderbar komfortablen Zimmer – und ganz ohne mehrbeinige Mitbewohner!
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Zwar ist es draußen recht kühl und etwas nieselig, aber schon der erste Streifzug durch die Straßen hat uns begeistert. Durch die Zeitverschiebung war es schon 18:30, als wir im Hotel ankamen, und es wurde auch bald dunkel, aber was wir sehen konnten, steigerte die Vorfreude auf die nächsten Tage.

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