11. Februar – Von den Blue Mountains ans blaue Meer

So schön es in den blauen Bergen war – wir wollten doch noch etwas mehr von New South Wales sehen.

Es fiel uns nicht leicht, zu gehen – das Lurline House und Peters Gastfreundschaft (nicht zuletzt sein grandioses Frühstück!) waren ein wunderbares Erlebnis.

Auch die Ruhe hier oben und die weiten Ausblicke in immer wieder atemberaubende Landschaften ließen uns – mal wieder – wünschen, wir könnten länger bleiben und vieles genauer und mit mehr Muße genießen.

Aber nach locker-luftigen Pfannkuchen mit Heidelbeeren brachen wir ziemlich früh (für unsere Maßstäbe – es war ca.9:30) auf.

Die Fahrt ging zunächst zurück entlang des Great Mountain Highway – wieder durch endlose Baustellen – dann bogen wir ab und folgten dem Hawkesbury River. Obwohl die Route einfach wunderschön war – durch dichte Wälder, immer mal wieder nette kleine Städte, deren Straßen von blühenden Bäumen mit knallrosa oder tiefroten Blüten gesäumt waren – gibt es keine Fotos, denn angesichts der heute relativ langen Stecke konnte Dieter nicht dauernd anhalten, wenn ich was sah, das mir gefiel.

Also nur ein Blick auf den breiten Fluss von oben, der aber einen recht guten Eindruck von der Landschaft verschafft.

In Wisemans Ferry überquerten wir den Fluss – mit einer Fähre, eine Brücke gab es weit und breit nicht.

Man kann erkennen, dass uns auf der anderen Seite des Flusses dichter Wald erwartete. Und so war es dann auch – über fast 100 km fuhren wir entlang des Flusses, der teilweise so breit und träge dahin floss, dass man glaubte, an einem See entlang zu fahren. Ortschaften gab es keine, nur ab und zu ein paar Häuser. Die Straße folgte dem Verlauf des Flusses derart akribisch, dass sie kaum einmal ein paar hundert Meter geradeaus verlief, es war eine ganz schöne Kurverei.

Die Gegend war derart menschen- und fahrzeugleer, dass ein Fuchs (ja – ein richtiger Fuchs, buschiger Schwanz mit weißer Spitze!) seelenruhig vor uns über die Straße lief. Trotz vieler Warnschilder sahen wir allerdings weder Kängurus noch Wombats.

Der Mangel an Zivilisation führte bei uns jedoch langsam zu einer gewissen Panik, denn die Tankuhr zeigte allmählich eine besorgniserregende Leere an. Als nach langer Zeit endlich eine Tankstelle in Sicht kam, fiel uns deutlich hörbar ein Stein vom Herzen, denn es hätte vermutlich Stunden gedauert, bis ein anderes Auto die Straße entlang gekommen wäre, um uns im Notfall zu helfen.

Allerdings hatten wir ziemlich bald mehr Verkehr als uns lieb war. Auf den Freeway ging’s Richtung Gosford und da merkte man schnell, dass an einem Freitag-Nachmittag eine Menge Leute Richtung Küste wollten. Inzwischen war es früher Nachmittag, sehr heiß (ca. 34°) und wir wollten in Gosford einfach nur etwas trinken und bei der Tourist Information eine Karte der Gegend abholen. Leider geriet das zu einer ziemlich zeitraubenden Aktion, denn die Beschilderung war derart chaotisch (und die Tourist Information zudem wegen Umbau geschlossen – aber ein netter Mitarbeiter gab uns trotzdem eine Landkarte), dass wir schweißgebadet waren, als wir endlich am Ziel waren.

Einen Eiskaffee später sah alles schon wieder ganz anders aus, aber die Küste beeindruckte uns nicht wirklich. Es gibt keine richtige Küstenstraße, alles ist total zugebaut und die Strände haben – naja, eben Sand und Meer, aber nichts besonderes….

Wir gaben also Pläne, noch weiter nach Norden zu fahren, auf und machen uns auf den Rückweg nach Sydney, denn dort sollte in den Rocks heute Abend ein bunter Markt stattfinden, den wir nicht versäumen wollten.

Mal wieder dauerte die Fahrt bis in die ersten Vororte bedeutend weniger lang als die letzten 5-10 km in die Innenstadt. Allerdings war es stadtauswärts viel schlimmer – der Verkehr staute sich über sicher 20 km oder noch mehr. Offenbar drängt am Wochenende alles aus der Stadt an die Küsten.

Schließlich schafften wir es doch noch – sogar über die Harbour Bridge! – ein eigentlich tolles Erlebnis, aber weniger, wenn man fünfspurig im Stau steht…. Auch die letzten Straßen wurden trotz horrorhaftem Feierabendverkehr bravourös gemeistert, und wir fanden sogar das Parkhaus, in dem die Gebühren vom Hotel subventioniert werden, auf Anhieb. Trotzdem waren wir beide ziemlich geschafft – Dieter, der die ganze Zeit gefahren war, sicher noch erheblich mehr als ich. Schließlich musste ich nur die Karten lesen.

Im Hotel schafften wir es erneut, ein Upgrade in die obersten Stockwerke zu bekommen, dieses Mal mit Blick auf die andere Seite.

Hunger und Durst trieben uns allerdings bald wieder auf die Straße in die Rocks, dort war wirklich ein bunter Markt im Gange, mit viel Kultur, aber auch vielen Ständen, an denen es Leckeres zu Essen gab.


Aber erst mal wollte der Durst gestillt werden und dazu gibt es kaum was besseres als ein richtiges Weißbier – also war das Löwenbrau unsere erste Station. Was zu essen von einem der Stände – und dann Gucken, Bier trinken, essen, herumschlendern … Und schließlich durch eine wunderbar laue Nacht mit der Fähre zum Darling Harbour. Von dort sind es nur noch ein paar Minuten zum Hotel.

Unsere heutige Route:

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