12. Februar – Grand Pacific Drive – die Küste südlich von Sydney

P1100005Statt weiß-blau, wie in den vergangenen Tagen, trug der Himmel heute schmuddelig-grau.

Mehr noch – es regnete, als ich gegen halb acht erstmalig die Lage checkte. Keine guten Voraussetzungen für unsere geplante Fahrt entlang der Südküste. 

Also ließen wir’s erst mal langsam angehen, in der Hoffnung auf Wetterbesserung.

Der Regen hörte irgendwann auf, aber der Wetterbericht im Radio klang alles andere als ermutigend: Maximal 23° und Regen lautete die Prognose für Sydney. Trotzdem fuhren wir los, denn wir mussten den Mietwagen heute bis 18 Uhr zurückgeben, weil sämtliche AVIS-Büros samstags bereits früh schließen. Alternativ wäre auch am Sonntag bis 11.00 Uhr möglich, aber dann wären noch mal 25$ Parkgebühr im Parkhaus fällig geworden.

Also raus aus der City – was wieder rund eine Stunde dauerte, weil es keine größeren Ausfallstraßen gibt, sondern nur normale, mit unzähligen Ampeln versehene Straßen durch die Vororte, obwohl diese sich hochtrabend “Highway” nennen.

Der riesige Sydney Royal National Park war unser erstes Ziel. Ca. 45 km durchfuhren wir den Park, ganz überwiegend durch dichten Wald mit Eukalypten, Pinien, Baumfarnen und wieder Unmengen von weißen Lilien am Straßenrand. Erst am Ende des Parks gelangten wir an die Küste – dieses Mal wieder eine der wilderen Sorte.

Der Wind hatte inzwischen fast Sturmstärke erreicht, entsprechend hoch waren die Wellen.
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Für die Fahrt entlang der dramatischen Sea Cliff Bridge, wo die Straße auf Stelzen  fast durchs Meer führt, hätten wir uns wirklich besseres Wetter gewünscht. Auf allen Fotos schwingt sich die Straße über blau glitzernde Wellen – heute war  alles trüb-grau, entsprechend deprimierend fallen auch die Fotos aus.
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Aber es ließ sich nun mal nicht ändern, also genossen wir die Küste eben so, wie sie sich uns bot – sturmumtost und ziemlich wild.
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Weiter als Wollongong fuhren wir nicht – dort staunten wir über ein paar unentwegte Schwimmer, die ihre Bahnen im Schwimmbad direkt am Meer zogen, und bewunderten die beiden Leuchttürme im kleinen Hafen.
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Noch ein Kaffee an der Uferpromenade, dann ging es zurück nach Sydney. Es dauerte nicht lange, bis heftiger Regen einsetzte, Dieter war entsprechend geschafft, als wir kurz nach halb 6 den Wagen bei AVIS ablieferten. Wie eigentlich jedes Mal verlief die Rückgabe sehr schnell, freundlich und unkompliziert – nicht einmal die Schramme an der Felge, Resultat der sehr hohen Bordsteine hierzulande, wurde beanstandet.

Mit der S-Bahn ging’s zurück ins Hotel und weil es weiterhin stark regnete, wählten wir zum Abendessen den nahen Darling Harbour und dort das Lokal mit den angeblich besten Fish ‘n Chips Australiens. Der Blick auf die Lichter, die sich im Hafenbecken spiegeln und die Fröhlichkeit der Menschen ringsum ließen uns den trüben Tag schnell vergessen. Und wenn man sich die Frauen ansah, hatte man ohnehin den Eindruck, es müsse tropische Hitze herrschen – fast alle jungen Mädchen und Frauen tragen schulterfreie dünnste Sommerkleider, entweder knöchellang und eng oder minikurz (meist gerade mal ganz knapp über den Po) und eng, dazu Stilettos, die so hoch sind, das mir schon vom Hingucken schwummerig wird, ich könnte keinen Meter mit den Dingern laufen.

Aber es ist schon beeindruckend – noch nie habe ich so viele extrem modisch angezogene Frauen gesehen wie in Australien. Und noch nie habe ich so viele Frauen in Kleidern gesehen, Hosen tragen hier eher die Touristinnen. Meist stöckeln sie in Gruppen von 3-5 Mädels durch die Gegend und wirken dabei irgendwie wie direkt aus “Sex & The City”. Allerdings sind auch viele Männer sehr gut angezogen.

Das genaue Gegenteil gibt es allerdings auch häufig – sehr schrill, punkig, Frauen mit Sommerkleidern, darunter Hosen oder Leggins und Springerstiefel. Oder mit Lederjacken über Pullover bis zum Knie. Dazu oft Hüte oder Mützen – jedenfalls alles andere als langweilig. Ich könnte stundenlang einfach nur dasitzen und schauen…..

Im Hotel biß ich zähneknirschend in den sauren Apfel und buchte Internet für 24 Stunden, denn aus Erfahrung wusste ich, dass es Malaysia Air mit dem Zeitfenster für den Online Check-In nicht immer sehr genau nimmt. Eigentlich sollte man bereits 48 Stunden vorher einchecken können, manchmal geht es aber erst später, also wollte ich keine zu engen Fesseln.

Als ich es kurz nach 22:00 erstmalig versuchte (unser Flug geht am Montag um 21:55), klappte zunächst auch nichts, aber eine gute halbe Stunde später war alles in trockenen Tüchern und wir hatten die begehrten Zweiersitze in einer Außenreihe.

Danach wurde nur noch der Blog von gestern online gestellt, dann war ich zu müde für weitere Aktivitäten im Netz – zumal von diesem Zimmer aus leider kein bequemer Online Zugang über W-Lan möglich ist, sondern man muss sich übers Kabel am Schreibtisch einloggen. Also kein gemütliches Surfen im Bett…

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