22. März – Von Ubud nach Padang Bai

2011-03-22 Bali 007Uja hatte für heute “volles Programm” angekündigt und holte uns schon um 9:00 Uhr ab. Der Abschied vom Maya fiel nicht leicht – die Anlage ist ein Traum und wir haben selten so unglaublich herzliches Hotelpersonal erlebt.

Noch einmal den betörenden Duft der Frangipanis eingeatmet …

und ein letzter Blick vom Balkon  … 

2011-03-22 Bali 001
2011-03-22 Bali 004
… noch mal kurz die Hände gewaschen … die Kokosnüsse in der Bar getätschelt … dann ging’s los.
2011-03-22 Bali 008
Die erste Etappe dauerte nur ca. 15 Minuten, dann waren wir an der Elefantenhöhle Goa Gajah, im Tal des Elefantenflusses – einem der ältesten Heiligtümer Balis aus dem 11. Jahrhundert. Woher der Name kommt, weiß niemand – es gab niemals Elefanten auf Bali  – Höhle und Tempel sind allerdings dem indischen Gott Ganesha, dem Elefantengott, gewidmet.
2011-03-22 Bali 010
Die Höhle ist eher unspektakulär – nicht besonders groß, aber ein ruhiger meditativer Ort. Der Eingang hingegen ist furchterregend – durch das weit aufgerissene Maul eines Dämons geht es ins Innere, wo auf der einen Seite eine Statue des Elefantengottes in einer Nische thront, auf der gegenüberliegenden Seite stehen drei große steinerne Lingams, die von Gläubigen aufgesucht und angebetet werden, die sich Nachwuchs wünschen.
2011-03-22 Bali 020
Danach über steile schlüpfrige Stufen hinunter in den Dschungel, ins Tal des Elefantenflusses.

Dort herrscht grünes Dämmerlicht, der heilige Fluss plätschert über bemooste Steine, riesige Feigenbäume mit bizarren Wurzeln ragen in gigantische Höhen, Besucher finden Ruhe an stillen Lotosteichen, die Trümmer des teilweise von Erdrutschen zerstörten alten Tempels  liegen wie bizarre Skulpturen herum…
2011-03-22 Bali 026
2011-03-22 Bali 029
2011-03-22 Bali 035
2011-03-22 Bali 037
Weiter geht es nach Bedulu, zum Steinfries Yeh Puluh. Der Weg führt vorbei an smaragdgrünen Reisfeldern  …
2011-03-22 Bali 042
2011-03-22 Bali 043
… riesige Libellen schwirren um uns herum, zwischen den Büschen hängen gigantische Spinnennetze mit handteller-großen Spinnen …
2011-03-22 Bali 040
So auf die Distanz haben sie ja durchaus einen gewissen  Reiz 😉  Und immer wieder farbenprächtige Blüten …
2011-03-22 Bali 052
2011-03-22 Bali 053
Unten angekommen, werden wir von einem alten Ehepaar wie gute Freunde begrüßt – für die Fresken interessieren sich offenbar nicht sehr viele Touristen und die beiden freuen sich über jeden Besucher.
2011-03-22 Bali 046
Die zierliche alte Dame bespritzt uns mit Wasser aus der heiligen Quelle und gibt uns jede Menge Segenswünsche mit auf den Weg.
2011-03-22 Bali 050
Aber auch die Fresken sind beachtenswert – 27 m lang und ca. 2 m hoch sind zahlreiche fast lebensgroße Figuren in den Fels gehauen. Vermutlich im 13.-15. Jahrhundert entstanden, zeigt das Relief Szenen aus dem Alltag.
2011-03-22 Bali 049
2011-03-22 Bali 048
Da immer noch viele Straßen wegen des Vollmondfestes gesperrt waren, fiel die Besichtigung des so genannten “Muttertempels”, des größten balinesischen Tempels, aus, denn wir hatten uns gegen einen fast 2-stündigen Umweg ausgesprochen.

Stattdessen fuhren wir zu dem zauberhaften Pura Kehen. Eine steile Treppe, von zahlreichen Skulpturen flankiert, führte zu mehreren Innenhöfen mit diversen Schreinen und Tempeln. Im ersten Innenhof steht ein uralter riesiger Banyan-Tree. Wie in allen balinesischen Tempeln war auch hier ein Sarong – auch für Männer – Pflicht.
2011-03-22 Bali 055
Alles wirkte völlig verwunschen, von der Zeit vergessen, wegen der hohen Luftfeuchtigkeit sind die Bauten und Skulpturen teils mit grünem Moos überzogen.
2011-03-22 Bali 065
2011-03-22 Bali 0662011-03-22 Bali 067

2011-03-22 Bali 072
2011-03-22 Bali 0732011-03-22 Bali 064
Es wurde Zeit für’s Mittagessen –zumindest in den Augen Ujas, denn wir waren eigentlich nicht hungrig. Aber als wir vor dem kleinen Restaurant anhielten, waren wir mehr als begeistert von der Pause – nicht so sehr wegen des (allerdings sehr guten) Essens, sondern wegen des atemberaubenden Blicks.
2011-03-22 Bali 082
Nur der Gunung Agung, der höchste Berg Balis, zeigte sich leider nicht, sondern versteckte sich hinter tief hängenden Wolken. Ein nettes Ehepaar aus der Schweiz, Bernadette und Erich, die ebenfalls eine Tour bei Uja gebucht hatten, stieß beim Essen zu uns.

Sie waren etwa in unserem Alter, wir unterhielten uns bald sehr lebhaft – dass es zwischenzeitlich regnete, störte uns überhaupt nicht. Die beiden hatten heute noch eine etwas andere Route vor sich als wir, wir sollten jedoch abends im selben Hotel in Candi Dasa sein und freuten uns schon auf einen gemeinsamen Abend.

Ab morgen wird Uja mit ihnen weiter fahren, wir werden dann von seiner Kollegin Koman begleitet. Als wir aufbrachen, erwartete uns vor der Tür des Restaurants an einem Ast ein bemer-kenswerter Zeitgenosse – ein Flughund! Er war als Jungtier von der Familie gefunden und aufgezogen worden, theoretisch könnte er jederzeit wegfliegen, denn er war nicht angebunden –offenbar zieht er es aber vor, hier regelmäßig sein Futter zu bekommen.
2011-03-22 Bali 0842011-03-22 Bali 101
Besonders fasziniert war ich von den kleinen Händen (oder Füßen???)
2011-03-22 Bali 097
Danach wurden die Tiere wieder größer, wir sahen tief unten im Tal Bauern beim Umpflügen von Reisfeldern zu.
2011-03-22 Bali 117
2011-03-22 Bali 108
Letzter Stopp waren die königlichen Bäder in Tirtaganga. Inmitten grüner Reisfelder hat der letzte Raja von Karangasem 1948 einen  Palast und mehrere Wasserbecken erbauen lassen.

Teils haben sie rein dekorativen Charakter, es schwimmen Koi-Karpfen darin, teilweise werden sie aber auch heute noch zum Baden genutzt. Aus dem Palast ist inzwischen ein Hotel geworden.
2011-03-22 Bali 124
2011-03-22 Bali 120
2011-03-22 Bali 127
2011-03-22 Bali 133
2011-03-22 Bali 141
In den Wasserbecken wird heute noch gebadet.Wir sahen skurrile Skulpturen….
2011-03-22 Bali 1352011-03-22 Bali 136
2011-03-22 Bali 1312011-03-22 Bali 132
2011-03-22 Bali 130
…  einen Palast, dessen Pracht langsam etwas verdämmert …
2011-03-22 Bali 140
… zauberhafte Lotosteiche, üppige Blütenpracht.
2011-03-22 Bali 149
2011-03-22 Bali 156
2011-03-22 Bali 152
2011-03-22 Bali 160
2011-03-22 Bali 165
Der Nachmittag neigte sich langsam dem Ende zu und wir stimmten zu, den Besuch des Ureinwohner-Dorfes auf morgen zu verschieben und gleich nach Candi Dasa zu unserem Tagestappen-Hotel zu fahren.

Als unser Fahrer in eine Einfahrt einbog, waren wir etwas verwundert, denn es ging den Berg hoch, war also weder ein Strandhotel, wie in der Tourbeschreibung angegeben, noch stimmte der Name. Aber kleinere Änderungen waren für uns kein Problem, wir stiegen also erst mal aus und füllten die Eincheck-Formulare aus.

Auch als es endlose Treppen durch eine am Hang gelegene Gartenanlage hinaufging, vorbei an ziemlich verfallen aussehenden und leer stehenden Bungalows, blieben wir noch gelassen. Als wir allerdings nach ca. 300 Stufen ganz oben in der Anlage angekommen waren und unseren Bungalow in Augenschein nahmen, war unsere Gelassenheit ziemlich schnell verschwunden.

Nicht nur, dass alles völlig vergammelt und schmuddelig wirkte, die Bettdecke aussah, als sei sie seit 20  Jahren auf dem Bett und in dieser Zeit nie gewaschen worden, es abgesehen von einigen funzeligen Lämpchen kaum Licht gab, das Sitzgeflecht eines Stuhles völlig durchgebrochen und ein Kissen eindeutig von Mäusen angefressen war  …

ich wollte dort einfach nicht bleiben, zudem völlig alleine in einer so großen Anlage, die Vorstellung, was uns da nachts so alles besuchen kommen würde, war einfach zu viel. Also 300 Stufen wieder runter, wo Uja an der Rezeption noch auf das Schweizer Ehepaar wartete.

Erstaunlicherweise reagierte er völlig gelassen auf unsere Mitteilung, dass wir hier nicht bleiben wollen, telefonierte ein Weilchen und erklärte dann strahlend, er habe eine Alternative, die uns sicher gefallen würde – direkt an einem Hafen, mit malerischen Booten direkt vor dem Hotel, zwar nicht in Candi Dasa, sondern in Padang Bai – aber da wir beides nicht kannten, war uns das völlig egal.

Dort angekommen, sagte uns das Umfeld auf Anhieb zu – ein kleiner Hafen, von dem die Fähren nach Lombok abfuhren, zahlreiche Fischerboote am Strand, eine offenbar sehr lebhafte Backpacker- und Taucher-Szene. Die lustigen Auslegerboote sehen, wenn sie am Strand liegen, aus wie riesige Krabben.
2011-03-22 Bali 170
2011-03-22 Bali 1682011-03-22 Bali 171
Das Hotel Puri Rai … naja, Fotos vom Zimmer und vor allem vom Bad  (alles Beton, keine Duschkabine, sondern lediglich ein Duschkopf an der Wand, nur ein kleines Stück Seife und ziemlich fadenscheinige Handtücher ….) habe ich lieber keine gemacht, es war mehr als hart an der Grenze des Akzeptablen, aber immerhin noch besser als das andere.

Als die Schweizer, Bernadette und Erich, ankamen, waren sie ebenfalls ziemlich geschockt – sie hatten eine Tour mit lauter 4-Sterne-Hotels gebucht (und entsprechend teuer bezahlt – das hatten wir zum Glück nicht …) und hier hatten wir Sterne allenfalls am Himmel.

Aber ein gutes Abendessen, einige Biere und zum Abschluss noch ein Arrak für die nötige Bettschwere sorgten dann doch noch für einen recht guten Schlaf.

Gedanken, Bemerkungen, Kommentare ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s