24. Juni – Westküste: Kinlochbervie bis Ullapool

P1120792Man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben – aber hier ist es einmal angebracht, denn am Ende eines wunderschönen und ereignisreichen Tages erwartete uns das beste Bed&Breakfast, das wir je erlebt hatten!

Das „Tamarin” in Ullapool und seine Besitzer, Val und Richard, sind wirklich unglaublich – und jeder, das das liest und irgendwann mal nach Ullapool kommt, sollte hier übernachten! 

Man schläft hier nicht nur himmlisch auf einer rückenfreundlichen Tempur-Matratze, sondern Richard serviert morgens auch ein ausgesprochenes Gourmet-Frühstück mit viel frischem Obst und einer leichten und leckeren Variante des Full-Scottish-breakfast!

Aber vor der Ankunft in Ullapool kam erst mal die Abreise aus Kinlochbervie und der “Old School”. Hier das versprochene Bild aus dem Zimmerfenster am frühen Morgen mit Blick über den Loch Inchard zum offenen Meer:

Gestärkt durch ein reichhaltiges Frühstück (für mich u.a. Porridge mit dicker Sahne und braunem Zucker – Dieter schüttelt sich da nur) machten wir uns auf den Weg.

Zwar hatte sich der morgendlich blaue Himmel wieder etwas eingetrübt und es nieselte, als wir aufbrachen, aber schon bald besserte sich das Wetter wieder, und wir erlebten ein landschaftliches Highlight nach dem anderen. Über die A 838 ging es zunächst nach Südwesten, Richtung Scourie, vorbei an diversen kleineren Lochs, die in der Morgensonne glitzerten …


… oder auf denen kleine Boote friedlich auf dem glatten Wasser dümpelten …

Da schon jede Menge Postkarten geschrieben, aber sie mangels Briefmarken noch nicht alle verschickt waren, hielt ich Ausschau nach einem Post Office. In Kylesku fanden wir die wohl kleinste Post der Welt – eine Art Hundehütte in einem Garten.

Als ich die Hütte ansteuerte, rief mir eine Frau zu “Wenn niemand da ist, einfach am Küchenfenster im Haus daneben klopfen…” und tatsächlich, die Post war unbesetzt, aber mein Klopfen am Küchenfenster schreckte eine zarte alte Dame auf. Sie ließ ihre Kochtöpfe im Stich, zog die Schürze aus und kam freundlich lächelnd zur Tür.

Dass ich gleich ein halbes Dutzend Briefmarken kaufen wollte, ließ sie strahlen – mit einem großen Schlüssel wurde die Hütte aufgeschlossen, die entsprechenden Briefmarken in einem dicken Buch gesucht und dann die Transaktion akribisch – nein, nicht in einem Buch, sondern im PC!!! – vermerkt. Obwohl die Lady aussah wie 80, beherrschte sie den PC souverän und fachsimpelte kurz mit mir über die Tücken des Internets …

Nachdem sie noch einen Teil meiner bereits geschriebenen Karten in Empfang genommen hatte (ich habe dadurch den Umsatz in dem 5-Häuser-Ort um sicher 200% gesteigert), zogen wir weiter. Die Straße wand sich durch Täler mit Seen, hinauf in Hochmoore, überall blühte der Ginster, der Farn duftete würzig – es war einfach nur schön.


Bevor wir Richtung Lochinver abbogen, folgten wir der Straße noch ein kurzes Stück am Loch Assynt entlang, um die malerische Ruine Castle Ardvreck zu besuchen. Die kleine Burg steht auf einem Halb-Inselchen im See, über die bewegte Vergangenheit kann man sich auf einer Infotafel informieren.


Weiter ging es Richtung Lochinver durch eine Heidelandschaft, an einem kleinen Flusses entlang.

Bald tauchte in der Ferne wieder das Meer auf, hier ist man nie weit entfernt von der Küste. Die Farbe – ein tiefes Aquamarin – war überwältigend.

Weil wir die Gärten von Achiltibuie besuchen wollten, in denen angeblich tropische Pflanzen gedeihen, fuhren wir einen Umweg – letztlich war der Garten zwar geschlossen bzw. aufgegeben, aber wir gönnten uns Tee und Scones in der Sonne mit Blick aufs unglaublich blaue Meer.


Und weil es hier so ruhig und entspannt war, blieben wir noch ein Weilchen …



Und verlängerten dann den Umweg auch noch ein bisschen …

Am späten Nachmittag kamen wir schließlich in Ullapool an – ein malerisches kleines Hafenstädtchen, mit lebhaftem Fischerei- und Fährhafen. Hier fahren die Fähren ab zu den Summer Isles.

Wir bummelten die Uferstraße entlang und fanden im Ferry Boat Inn gleich einen guten Ort für ein leckeres Abendessen mit tollem Hafenblick.

Aber erst mal wollten wir in unser B&B einchecken und machten uns auf die Suche nach dem Tamarin. Es liegt ein bisschen außerhalb auf einem Hügel und war eine rundum positive Überraschung. Kein gemütliches altes Haus mit dicken Mauen, sondern ein ganz modernes Haus, helles Holz und viel Glas und gut in die Landschaft eingepasst.

Wir wurden von Valerie begrüßt, es war ein so warmes und herzliches Willkommen, als wären wir alte Freunde. Als sie uns unser Zimmer zeigte, konnten wir es kaum fassen – nicht nur war das Zimmer sehr schön, groß, hell und freundlich, sondern der Blick war absolut atemberaubend. Vor uns lag Loch Broom in seiner ganzen Länge – wäre  es etwas wärmer gewesen, hätten wir es uns auf unserem Balkon gemütlich machen können.

Wir verzichteten auf ein Sonnenbad und machten uns lieber auf nach Ullapool zum Essen – nicht ohne noch den Blick über den See auf die kleine Stadt, die auf einer Landzunge zwischen Loch und Meer liegt.

In Ullapool wieder ein schöner alter Friedhof.

Und eine gut frequentierte Hafenpromenade mit zahlreichen “Freiluft-Trinkern”. 
Und schließlich ein gemütliches Pub, in dem es für Dieter sogar fangfrischen Hummer – nachträglich zum Geburtstag – gab.

Nach dem Essen noch ein kleiner Bummel am Hafen, dann ging’s zurück ins “Tamarin”.



Die Route von heute:

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