29. Juni – Isle of Skye bis Loch Long

Der Abschied von Skye und “Ben Tianavaig” fiel uns fast so schwer wie das frühe Aufstehen.

Aber es musste sein, denn wir wollten mit der 10:10 Uhr-Fähre von Armadale nach Mallaig aufs Festland zurück.

Heute hatten wir noch einen ziemlich langen Weg vor uns, bis in die Nähe von Glasgow, nach Arrochar am Loch Long. Die Morgensonne ließ das Wasser im Hafen glitzern. 
Da Portree auf der Ostseite der Insel liegt, wird es morgens von der Sonne bestrahlt – wenn sie scheint, aber wir hatten da ja unwahrscheinliches Glück! Wir mussten schon um 8:00 los – man sollte 30 Minuten vor dem Ablegen am Hafen sein, außerdem sollte das Abholen des Tickets weitere ca.15 Minuten dauern und für die Fahrt von Portree nach Armadale braucht man rund eine Stunde. Deshalb gab es kein Frühstück, sondern nur Kaffee und Tee auf dem Zimmer sowie ein Proviantpaket von Charlotte zum Mitnehmen.

Im klaren Morgenlicht durchquerten wir die Insel Richtung Südwesten, stoppten noch kurz an einem Wasserfall, der bei unserer Anfahrt vor 3 Tagen wahre Wassermassen zu Tale befördert hatte, jetzt aber eher ein Rinnsal war.


Armadale, der Fährhafen, besteht nur aus ein paar Häusern und einem Pier. Immerhin gibt es ein kleines Café, wo wir in der Sonne noch einen Kaffee tranken – nachdem die Tickets abgeholt waren (eine Sache von zwei Minuten) und das Auto in der Wartespur abgestellt war.


Bis sich die Fähre vom Festland näherte, hatte sich der Himmel allerdings bereits ziemlich zugezogen – offenbar wollte man uns den Abschied von der Insel leicht machen.

Auf unserer Weiterfahrt wählten wir zunächst eine kleine Küstenstraße statt der größeren Schnellstraße, auch hier gab es wieder wunderschöne Ausblicke – allerdings auch immer mal wieder etwas Regen.

Erfreulicherweise war es dann aber wieder trocken, als wir in Glenfinnan anhielten. Dort steht ein hoher Turm mit der Statue eines Highland-Kriegers oben drauf.

Das Monument markiert den Ort, an dem ”Bonnie Prinz Charlie” mit einer flammenden Rede zum Kampf gegen England aufgerufen hatte und ist wirklich beeindruckend.
Heute gehört das Monument dem National Trust, und da wir dort Mitglied sind, haben wir freien Eintritt, auch zu allen Schlössern, Gärten usw. des National Trust of England.

Den Turm konnte man ersteigen – innen befindet sich eine unglaublich enge Wendeltreppe, ich hatte mehrfach Sorge, stecken zu bleiben. Der Ausstieg zur Plattform erfolgte über eine Luke, die so eng war, dass man sich förmlich rauswinden musste!

Eigentlich müssten sie bei den Leuten, die den Turm besteigen wollen, unten erst mal Maß nehmen! Mich würde nicht wundern, wenn da öfter mal einer stecken bleibt.

Belohnt wurde die Schinderei mit einem fantastischen Ausblick! Nicht nur auf den See und die Berge …

… sondern auch zu anderen Seite, auf den Glenfinnan Viaduct, die berühmte Eisenbahnbrücke, die auch in Deutschland inzwischen jedes Kind kennt, denn darüber fuhr der Hogwarth Express in den Harry Potter Filmen. Leider hatten wir die Abzweigung zu dem Punkt, wo man den berühmten “Postkartenblick” hat, irgendwie verpasst – wir mussten uns also mit weniger spektakulären Bildern zufrieden geben.


In dem angeschlossenen kleinen Museum war die Schlacht von  Culloden nachgestellt, es standen und saßen auch ein paar ziemlich echt aussehende Highländer herum.

Weiter ging es Richtung Fort William, wo wir die “Neptuns Staircase” bestaunten, eine Reihe von 8 unmittelbar hintereinander liegender Schleusen, die die Schiffe von der Höhe des Caledonian Canals auf den 70 Fuß (knapp 20 m) tieferen Level des Loch Linnhe bzw. des Atlantiks bringen.

Auf dem Weg von Fort William nach Oban passierten wir Castle Stalker, eine Burgruine, die malerisch im See steht und das Cover eines unserer Reisebücher ziert.

Ca. 45 km südlich von Oban machten wir einen weiteren, absolut lohnenden, Umweg und bogen kurz nach Kilmartin von der Hauptstraße ab auf ein kleines Sträßchen, das uns zum Crinan Canal führte.
Als wir auf den kleinen Kanal stießen, waren wir gebannt von dem spiegelglatten Wasser, in dem sich Boote, Bäume und Häuser perfekt spiegelten.



Hinzu kam eine verträumte Landschaft.

Der nur 9 Meilen lange Kanal schafft eine Verbindung zwischen dem Loch Gilp, einem Seitenarm des Firth of Clyde, mit dem Sound  of Jura und ersparte damit den Fischer früherer Zeiten einen langen Umweg. Auch hier gibt es wieder Schleusen – 15 insgesamt.

Am Ende des Kanals, vor der letzten Schleuse, lagen wunderbare alte Boote – am Wochenende findet hier ein Oldtimer-Treffen statt und einige waren schon eingetroffen.

Mit den tollen Booten vor uns schmeckten Tee und Kuchen gleich doppelt so gut – auch das Treiben in der Schleuse war spannend, fast vergaßen wir, weiter zu fahren.

Aber wir fuhren ja noch die gesamte Länge das Kanals direkt daneben, da gab es noch einige fotogene Momente.

Schließlich war das Ende des Kanals und damit die A 83 wieder erreicht. Am Ufer von Loch Fyne entlang ging es nach Norden.

In Inverary waren wir vor 2 Jahren schon gewesen – das schöne Schloss hatten wir damals allerdings nur bei Regen gesehen. Heute lag es im Sonnenschein, ebenso wie die Stadt.


Wir umrundeten die Nordost-Spitze von Loch Fyne, dann waren es nur noch ein paar Meilen bis zum Loch Long und Arrochar, unserer Station für die Nacht. Im Fascadail Guesthouse wurden wir bereits erwartet – es war inzwischen bereits 18 Uhr vorbei.

Das viktorianische Haus strahlte schneeweiß in der Abendsonne, Anne begrüßte uns und zeigte uns unser Zimmer – das allerdings auf ziemlich gebremste Begeisterung bei uns stieß. Nicht, weil es relativ klein war – für eine Nacht war das völlig ok, und wir hatten ja auch nur ein Standardzimmer, also die Billigvariante, gebucht. Nein, das Bett war derart kurz, dass sogar ich (bei einem kurzen Probe-Liegen) mit meinen 1,64m Probleme hatte.

Also fragte ich Anne, ob sie nicht noch ein Zimmer mit einem größeren Bett habe, denn nachdem wir schon in Gairloch  nachts kalte Füße in einem zu kurzen Bett bekommen hatten, wollten wir das nicht noch mal erleben.

Sie zögerte ganz kurz, dann nickte sie und ging voraus in ein anderes Zimmer – da blieb mir fast der Atem weg! Ein riesiges Himmelbett, ein Traum-Blick auf See und Garten (das andere hatte Hofblick), und sogar noch ein Wohnzimmer nebenan. Ich fragte, was der Traum denn kosten sollte, sie bot uns eine Art Freundschaftspreis an, der nur wenig über dem des kleinen Zimmers lag, und wir schlugen sofort zu.

Auch der Blick war richtig luxuriös, wir waren beeindruckt von der Schönheit der Landschaft.
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Trotz so viel Luxus packten wir nur kurz aus, dann zog es uns ins “Village Inn” zu einem Bier und einem hoffentlich genießbaren Essen. Schon von außen gefiel uns das Inn – es sah sehr einladend aus.
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Auf der kleinen Terrasse direkt vor dem Haus saßen einige Leute in der Abendsonne, aber wir gingen lieber rein – auch innen total gemütlich.Und nicht nur die Verpackung war gut – auch das Essen war richtig lecker. Nach dem Essen tranken wir noch ein Bier in der Abendsonne auf der Terrasse, bevor es in unser Himmelbett ging (in dem wir wunderbar geschlafen haben!).

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