6. Juli – Wundervolles York

York hatten wir uns für einen weniger schönen Tag vorgenommen – bei einer Stadt, dachten wir, kommt es nicht so sehr darauf an, wie das Wetter ist.

Bei Regen geht man einfach in einen Tearoom und futtert sich das Wetter schön. Oder man besichtigt irgendwas, das ein Dach drüber hat.

Nachdem der Wetterbericht für den heutigen Tag ziemlich mies oder zumindest durchwachsen klang, war also schnell klar,wo es heute hingehen würde.

Erst mal gab es allerdings ein wunderbares Frühstück, an einem gemeinsamen Tisch mit den Gästen der anderen drei Zimmer. Was woanders vielleicht gezwungen und stumm verlaufen würde, ist in England immer eine lockere Angelegenheit. Man kommt schnell miteinander ins Gespräch und sitzt unter Umständen deutlich länger als geplant beim Frühstück aus Obstsalat und hausgemachtem Joghurt, Eiern von den eigenen Hühnern, Speck von den Schweinen des Nachbarn und Tomaten aus dem eigenen Garten.

Gestärkt und mit jeder Menge nützlicher Tipps von Maggie und den anderen Hausgästen im Gepäck, machten wir uns auf nach York. Wie uns dringend empfohlen worden war, versuchten wir gar nicht, in die Innenstadt zu fahren und dort zu parken (später stellten wir fest, dass das ein Vermögen gekostet hätte und wir außerdem maximal drei Stunden hätten parken dürfen), sondern steuerten gleich einen Park+Ride Platz an, wo man kostenlos parken konnte und mit dem Bus für 2,60 Pfund für Hin- und Rückfahrt mitten in die Stadt gebracht wurde.

Erste Anlaufstelle war natürlich das Münster – leider hatte der Wetterbericht sich inzwischen bewahrheitet und es regnete ziemlich. Aber auch im Regen sieht die Kirche sehr eindrucksvoll aus – sowohl von außen, als auch von innen.

Wir umrundeten das Münster, vorbei an malerischen Fachwerkhäusern.

Und landeten schließlich im Treasurers House, erbaut im 15. Jh. für den Schatzmeister des Münsters. Heute gehört es dem National Trust und wegen des anhaltenden Regens (und weil es uns als Mitglieder nichts kostet) entschlossen wir uns zu einer Besichtigung. Fotografieren darf man innen nicht – ber die Schätze des Schatzmeisters sind durchaus sehenswert!

Und als wir wieder nach draußen kamen, schien tatsächlich die Sonne – noch etwas zaghaft, aber das Schatzmeisterhaus sah auf einmal richtig freundlich aus.

Wir machten uns jetzt auf die Suche nach der Stadtmauer, denn auf der sollte man oben entlang gehen können – wir hofften auf tolle Blicke auf die Stadt. Aber erst mal mussten wir ein Stadttor finden, denn nur dort gab es Aufgänge. Das Tor war bald gefunden …

… wir stiegen die enge Steintreppe hinauf und wanderten auf der Mauer um die Stadt.

Es gab nicht nur Einblicke in diverse Gärten und Hinterhöfe, auf Plätze und malerische alte Häuser …

… sondern wir erhaschten auch immer wieder Blicke auf das Münster – und die Arbeiter, die an der Fassade in schwindelerregender Höhe herumturnten und Schäden ausbesserten oder prüften.

Am Ende ging es erneut eng und steil wieder hinunter auf die Straße. Dort wieder schmale Gässchen, die so genannten “Snickelways”, schiefe uralte Häuser – eben typisch englisch!

Die vielen kleinen Gässchen und Lädchen mussten (fast) alle fotografiert werden – auf diese Weise braucht man für eine kurze Gasse schon mal eine halbe Stunde!

Wir landeten auf dem Markt, bei den Fischhändlern und Metzgern.

Schließlich stärkten wir uns in einer kleinen Teestube. 

Weitere Leckereien gab’s direkt um die Ecke. Ich musste mich schon fast gewaltsam von den verführerischen Schaufenstern losreißen!

Oft lohnt auch ein Blick nach oben, da gibt’s noch unzählige sehenswerte Details:

Ich hatte mich schon immer gefragt, wo die Damen ihre tollen Hüte für Ascot kaufen – jetzt weiß ich es … und konnte mich kaum trennen von dem verführerischen Angebot!

Aber es gab auch noch beeindruckende größere Gebäude zu bestaunen, z.B. die Merchants Hall, ein Gildenhaus aus dem Mittelalter.

Beendet wurde der Stadtrundgang, wo er begonnen hatte – am Münster, das inzwischen im strahlenden Sonnenschein leuchtete

Nach dem Trubel der Stadt freuten wir uns wieder über unseren geruhsamen Bauernhof –

… und fuhren zum Essen auch nicht in die Stadt, sondern in ein kleines Dorf, wo wir in einem typisch englisch-kitschigen Dorfpub richtig gutes Essen bekamen.

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