7. Juli – North York Moors: Ripon bis Pickering

P1140032Unsere komfortable Unterkunft bei Maggie verließen wir wirklich nur sehr schweren Herzens, aber wir wollten in den letzten drei Tagen doch noch möglichst viel von Yorkshire sehen und erleben – also machten wir uns auf die Hufe.

Bei Sonnenschein ging es zunächst über Thirsk im äußersten Süden des Moors entlang bis 
Helmsley ist ein richtiges Bilderbuch-Städtchen, insbesondere der kleine Laden von Hunters hatte es mir total angetan – dort gab es jede Menge richtig nostalgischer Lebensmittel, klar, dass ich mit einer großen Tüte (Toffees in wunderschönen Blechdosen, Yorkshire TeaCrispy Mints, die leckeren Schoko-Plätzchen mit knusprigen Minzstückchen, Moor-Heide-Honig und noch so einiges mehr) aus dem Geschäft kam.
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Die leckeren Pasteten und Plätzchen musste ich mir leider verkneifen …
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Um die Ecke war ein winziges Häuschen eingeklemmt, das aber sogar ein Restaurant beherbergte.
Sogar die Reste einer Burg konnte man mitten im Ort bewundern – allerdings kam gerade mal wieder ein Regenguss von oben, so dass wir ins Auto flüchteten und weiter fuhren.

Die Riveaulx-Terrassen waren unser nächstes Ziel, oberhalb der berühmten Riveaulx Abbey gelegen. Man sollte einen schönen Blick auf die Abtei-Ruinen von oben haben und da die Terrassen, anders als die Abtei, dem National Trust gehören, war dort der Eintritt für uns kostenlos, während für die Abtei ein beträchtliches Eintrittsgeld gefordert wurde.

Die Anlage wurde von Thomas Duncombe III. geschaffen – offenbar zu dem einzigen Zweck, Gäste zu unterhalten. Auf einer riesigen Rasenfläche mit weitem Blick über das Tal des River Rye und auf die Ruinen der Abtei stehen zwei “Tempel” – ein ionischer und ein dorischer – ersterer diente als Bankettsaal.
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Durch geschickt angelegte Schneisen im dichten Baumbestand hatte man immer wieder Ausblicke auf die mächtigen Abtei-Ruinen.
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Nachdem wir die Terrasse einmal hin und zurück gewandert waren, hatten wir unseren Morgenspaziergang absolviert – immerhin betrug die Gesamtstrecke über eine Meile.

Anschließend verließen wir das Moor aber erst mal wieder, denn Castle Howard stand noch auf unserer Liste – den Schauplatz der “Brideshead”-Filme wollten wir natürlich unbedingt noch sehen.
Schon aus der Ferne und bei leider ziemlich trübem Himmel bot das Schloss einen überwältigenden Eindruck.
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Trotz des hohen Eintrittspreises von 11 Pfd. pro Person (dabei kamen wir beide in den Genuss des Seniorenrabatts, der schon ab 60 gilt!) mussten wir uns das Schloss aus der Nähe ansehen – ich wollte auch unbedingt ins Innere und der Preis lohnte sich auf jeden Fall, denn es gab Unmengen zu sehen und zu tun.

Allein schon der Park war sehenswert und bescherte uns die zweite Wanderung an diesem Tag, denn die Entfernungen waren durchaus beträchtlich. Immer wieder boten sich neue Perspektiven.
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Und außer dem Schloss selbst gab es noch ein Mausoleum, eine alte Brücke, Skulpturen und anderes zu bewundern.
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Dann ging es ins Hausinnere – eine Farben- und Formenorgie, hier war an nichts gespart worden und das Ganze war außerdem top-restauriert. Himmelbetten, in denen Königin Victoria genächtigt hatte, Seidentapeten, Bilder der berühmtesten Maler, wir staunten nur.
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Schließlich hatten wir genug von der Pracht und besuchten noch die Gärten – auch da hätten wir stundenlang bleiben können, selbst der Gemüsegarten war eine Augenweide.
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Und nachdem das Wetter zunehmend besser wurde und die Sonne schien, fiel es uns schwer, uns von Garten und Schloss zu trennen.

Aber wir wollten nicht allzu spät in Pickering ankommen, schließlich hatten wir als Ankunftszeit 18 Uhr genannt. Also trennten wir uns von Schloss Howard und seinem Park und machen uns auf die letzten Kilometer an diesem Tag.

Um es gleich zu sagen – Pickering beeindruckte uns nicht sonderlich, es hat bei weitem nicht dem Charme anderer kleiner Städtchen. Zwar war Ashfield House, unsere Unterkunft, sehr komfortabel, ein ganz neues Haus, allerdings ohne typisch englischen Charme, aber alles tiptop und sehr geräumig. Aber zum ersten Mal auf unserer gesamten Reise war das Essen im Ort eine echte Enttäuschung und wir wollten uns für den nächsten Tag außerhalb umschauen, denn keines der Pubs, Inns und Restaurants machten einen sonderlich guten Eindruck.

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