8. Juli – Durch das North York Moor zur Küste: Whitby und Scarborough

P1140075Das Wetter wusste nicht so recht, was es wollte – mal schien die Sonne, mal zogen dicke Wolken auf.

Die etwas düstere Stimmung passte jedenfalls gut zu unserer Fahrt durch das Hochmoor, “Wuthering Heights” kam einem immer wieder in den Sinn, denn der Wind pfiff ganz schön. 

Auf den Höhen begann das Heidekraut zu blühen, Farn wucherte überall, die schwarzköpfigen Schafe waren überall, auch auf der Straße.

In den Tälern sah man die typischen Yorkshire-Felder, die von niedrigen Steinwällen begrenzt sind.
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Die Küste begrüßte uns leider mit Regen, dadurch wirkte das ohnehin schon ziemlich düstere Fischerdorf Staithes noch düsterer. Große Sympathie konnte ich für den Ort auch deshalb nicht aufbringen, weil man ganz oben parken und dann eine steile Straße (gefühlt mindestens 45° Gefälle) zum Hafen hinunter – und später natürlich wieder hinauf – gehen musste.

Mein Knie war jedenfalls not amused!
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Lange hielten wir uns hier nicht auf, nachdem der Aufstieg zum Parkplatz (mühsam!) geschafft war, fuhren wir gleich weiter nach Whitby.
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Dort kam ich allerdings gleich wieder in den Genuss einer Kletterei, denn auch hier ging es steil zu. 199 Stufen mussten erklommen werden, um zur St. Marys Church und ihrem Friedhof zu kommen.

Whitby und insbesondere der Friedhof von St. Mary sind weltberühmt, denn sie haben Bram Stoker zu seinem Roman “Dracula” inspiriert.
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Nach so viel Grusel brauchten wir dringend eine Stärkung und fuhren in der Hoffnung auf eine nette Teestube zur Robin Hood’s Bay, die sich als malerisches kleines Fischerdörfchen entpuppte. Allerdings sahen wir das erst später, denn als wir ankamen, ging gerade ein Wolkenbruch los, der uns ins nächstgelegene Pub flüchten ließ, wo wir bei Tee und Scones erst mal abwarteten.

Etwa 20 Minuten später war der Spuk vorbei, die Sonne schien und wir konnten Robin Hood’s Bay etwas näher in Augenschein nehmen. Zwar ging es wieder mal ziemlich steil runter, aber das Dorf war so malerisch, dass man ohnehin ständig stehen blieb und Fotos machte, so dass es nicht weiter schlimm war.

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Unsere letzte Station des heutigen Tages war Scarborough.  Nicht zuletzt wegen Simon & Garfunkels “Scarborough Fair” hatte ich wohl etwas zu romantische Vorstellungen von der Stadt.

Zwar ist die Lage sehr spektakulär – ein Teil der Stadt thront hoch oben auf den Klippen, die Straßen ziehen sich steil den Hang empor – aber das Ganze ist letztlich doch sehr vergangene Pracht und insgesamt ziemlich heruntergekommen. Am Hafen eine Spielhalle neben der anderen, flankiert von Fish ‘n Chips Buden – dazwischen allerdings immer mal wider schöne alte Häuser.

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Sehr lange hielten wir uns also nicht auf in Scarborough, sondern machten uns auf den Heimweg. In einem kleinen Dorf kurz vor Pickering entdeckten wir ein schönes Inn, und weil es schon wieder wie aus Kübeln goss, genehmigten wir uns dort jeder ein halbes Pint, schauten uns die Speisekarte an und hatten damit ein gutes Ziel fürs Abendessen gefunden.

Aber soweit war es noch nicht und nachdem inzwischen auch wieder die Sonne schien, fuhren wir in Pickering noch kurz beim Bahnhof vorbei, dem Ausgangspunkt der North Yorkshire Steam Railway.

Und tatsächlich stand dort schnaufend und Qualm spuckend eine Dampflock, die gerade mit Wasser befüllt  und für die Weiterfahrt vorbereitet wurde.
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Für den morgigen (letzten) Tag nahmen wir uns deshalb vor, auf dem Weg nochmal nach einer fahrenden Dampflok Ausschau zu halten.

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