14. Januar – Nur ein Hüpfer, aber eine andere Welt: Von Yangon nach Bagan

Nordthailand 743Wieder ein trüber Tag in Yangon, eine wässerige Sonne blinzelte ab und zu durch dichte Wolken.

Wir waren nicht unglücklich, dass wir weiter zogen – Yangon gehört ohnehin nicht gerade zu meinen Lieblings-Städten.

Mal abgesehen von den wirklich beeindruckenden Pagoden wie Shwedagon, Sule und noch einigen weiteren, ist es eine Stadt mit teils wunderschönen Gebäuden in verschiedensten Stadien des Zerfalls, einigen eher halbherzigen Sanierungs-Versuchen und inzwischen auch etlichen neuen, wenig schönen, Bauten.

Im übrigen ist die Stadt so schmutzig wie kaum eine andere Stadt Südostasiens – wozu der überall hingespuckte Betelsaft sicher auch einiges beiträgt. Natürlich gibt es auch hier wunderbare Ecken, und die Menschen sind ein ganz anderes Thema – dennoch …..

Jedenfalls waren wir gegen 9:30 am Flughafen, unser Flieger nach Bagan sollte um 10:30 gehen, startete auch fast pünktlich um 10:45 und war 90 Minuten später in Bagan.

Thu Thus Freund Ko Thay, mit dem wir in ein paar Tagen an den Inle See fahren wollen, holte uns ab und brachte uns ins Hotel. Trotz strahlend blauem Himmel war es relativ kühl, ein frischer Wind ließ die Luft noch kälter wirken.

Das “Amazing Bagan Resort”  entspricht allerdings nicht ganz unseren Erwartungen – die gesamte Anlage relativ eng, kein großer Garten oder überhaupt größere freie Flächen, wenig Grün, das Zimmer zwar ziemlich geräumig, aber alles hatte schon mal bessere Zeiten gesehen.

Wer wohl auf die Idee gekommen war, die Zimmerdecke schwarz zu streichen? Und das Bett war, wie sich später herausstellte, wieder eines der extrem harten Sorte.

Da vor dem Hotel nicht, wie wir es von früheren Aufenthalten in anderen Hotels in Bagan gewohnt waren, etliche Horse-Carts standen, fragten wir Ko Thay gleich, ob er einen Pferdekutscher kennt – klar kannte er einen, sein Nachbar würde am Nachmittag vorbeikommen und uns zu den gewünschten Pagoden kutschieren.

Erst mal wollten wir es uns aber ein Stündchen am Pool bequem machen – allerdings war es so kalt, dass wir uns mit Handtüchern zudeckten und ich mich bald aufmachte, zu probieren, ob das mit dem kostenfreien WLAN auch funktionierte. Es geht – allerdings extrem langsam.

Nach unserer Siesta brachen wir mit unserem Kutscher auf und zockelten zunächst Richtung Nyaung U, dann zu einigen Pagoden. Man kann mit Worten nicht beschreiben, wie es ist, im warmen Spätnachmittagslicht über die sandigen Wege zu fahren, das geruhsame Tempo des Pferdchens passt perfekt zu dieser uralten Kultur-Landschaft.

Wer hier mit dem Auto fährt, ist ein Narr, außerdem stauben die Autos auch alles ein. Und wenn sie mit laufendem Motor vor einer Pagode stehen, damit die Klimaanlage weiter läuft und die verehrten Gäste es auch nach der Pagoden-Besichtigung wieder schön kühl im Wagen haben, könnte ich manchmal ausfällig werden …..

Bagan ist – falls es jemand nicht weiß – eines, wenn nicht das größte Pagoden-Feld der Welt, mit über 2000 Pagoden auf etwa 100 km², Weltkulturerbe und für mich eines der großen Wunder der Erde. Wir sind schon zum 4. Mal hier – immer wieder finden wir neue Pagoden, besuchen aber auch lieb-gewonnene oder sehr beeindruckende wieder.
Nordthailand 775
Zu allererst zog es uns zur Shwezigon Pagode in Nyaung U, einem Traum aus Gold, ein bisschen wie die kleinere Schwester der Shwedagon Pagode.

Das Licht passte perfekt, wir waren die einzigen westlichen Touristen und die burmesischen Besucher begrüßten uns immer wieder begeistert, wir mussten sogar für Fotos posieren …
Nordthailand 755
Nordthailand 751 Nordthailand 752

Danach landeten wir bei einer eher selten besuchten Pagode, die aber den Vorteil hat, dass man im Inneren auf oben gelegene Terrassen klettern kann, so dass man einen herrlichen Rundblick hat.

Eigentlich perfekt für den Sonnenuntergang – doch der ließ noch 1 1/2 Stunden auf sich warten, also fuhren wir weiter.
Nordthailand 827
Buddha mit Buddha – im Bauch des großen ist noch ein kleiner Buddha verborgen.

Nach einem Abstecher zur Htilominlo Pagode, die mit gleich 4 goldenen Buddhas im Inneren prunkt, brachte uns der Kutscher zu einer weiteren eher unbekannten Pagode, auf der wir den Sonnenuntergang erlebten.

Der Aufstieg über extrem steile und sehr schmale Treppen an der Außenseite war eine echte Prüfung für mich, weil ich nicht schwindelfrei bin – oben auf den schmalen Simsen entlang zu balancieren, machte es auch nicht einfacher – aber der unglaubliche Blick, der mit jeder Minute, die die Sonne sank, schöner wurde, lenkte mich völlig ab.
Nordthailand 778 Nordthailand 779

Nordthailand 802
Nordthailand 809 Nordthailand 816
Abendstimmung

Wir blieben, bis die Sonne hinter den Bergen verschwunden war und machten uns dann schleunigst an den Abstieg, denn es wird hier innerhalb von Minuten dunkel und ohne Licht traute ich mich nicht runter….

Nach so viel Anstrengung brachte uns unser Kutscher zu einem von ihm favorisierten Restaurant – Dieter war eingedenk unserer früheren Erfahrungen mit Kutscher-Empfehlungen seeeehr skeptisch –  aber es war wirklich sehr gut. Leider war es inzwischen aber auch sehr kalt geworden, wir machen also, dass wir fertig wurden und zogen uns relativ früh ins Hotel zurück.

Gedanken, Bemerkungen, Kommentare ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s