15. Januar – Bagan: Tempel, Stupas und Pagoden

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Die Nacht war hart – und kalt. Hart war natürlich in erster Linie die Matratze, auf dieser Reise scheinen wir permanent auf Matratzen zu landen, bei denen weniger der Komfort der Gäste als vielmehr die Langlebigkeit im Vordergrund steht.

Vielleicht wird man aber auch mit fortschreitendem Alter einfach empfindlicher….?

Gegen die harte Matratze konnten wir nichts tun, gegen die Kälte half ein Anruf beim Housekeeping und sofort wurde eine zweite warme Decke gebracht. Und das half –wir schliefen wie die Murmeltiere, bis die Morgensonne ins Zimmer schien: Sonne satt- wir konnten es kaum glauben!

Die kühle Nacht wich einem traumhaften Morgen – wie ein Mai- oder Juni-Tag bei uns, frisch, die Luft mit ein bisschen Biss, klar, ein leichtes Lüftchen. Also ideale Voraussetzungen, um Bagans Pagoden zu erkunden. Bei früheren Besuchen war es oft so heiß, dass wir uns fast die Fußsohlen verbrannten, wenn wir um die Pagoden wanderten, denn man muss selbstverständlich die Schuhe ausziehen, wenn man in die engere Umgebung einer  Pagode kommt. Die Ziegel-Pflasterung saugt die Hitze förmlich auf – das Gehen wird für Europäer ohne Hornhaut an den winter-blassen Füßen schnell zur Tortur.

Dieses Mal war es einfach toll, herumlaufen zu können, die besteigbaren Pagoden zu erklettern, ohne dass ein Hitzschlag oder Verbrennungen drohten.

Unser Kutscher holte uns um 10 Uhr ab und wir zuckelten wieder gemütlich über sandige Feldwege durch das Pagodenfeld.  Erster Halt war eine uns unbekannte Pagode, in der man über steile und sehr dunkle Innentreppen (Taschenlampen sind hier sehr von Vorteil!) auf die Außen-Terrassen gelangte. Der Blick war überwältigend: Jede Menge Pagoden, dahinter das silberne Band des Irrawaddy. Um diese Jahreszeit ist es auch erstaunlich grün, bisher kannten wir Bagan nur im eher vertrockneten Zustand.
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Pagoden im Morgenlicht
Nordthailand 842Weiter ging es zunächst nach Alt-Bagan, wo wir den Töpfermarkt besuchten und über die fast manns-hohen Tongefäße staunten, in denen die Bauern hier das Regenwasser auffangen und speichern.
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Markt in Old Bagan

Anschließend kam das architektonische Highlight Bagans – die Ananda-Pagode, die nicht nur sehr groß ist, sondern auch mit einer Menge Verzierungen und architektonisch interessanten Details aufwartet.

Anders als die meisten anderen Pagoden, die nur nackte rote Ziegel aufweisen, ist die Ananda weiß verputzt – allerdings inzwischen etwas schmuddelig geworden. Man kann hier viel Zeit verbringen, in den langen überdachten Gängen, die zur eigentlichen Pagode führen, werden Lackarbeiten, Bilder, Holzschnitzereien und vieles mehr verkauft, es herrscht ziemlich viel Betrieb.
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Ananda-Pagode – ein architektonisches Meisterstück aus dem 11. Jahrhundert.
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Die Pagode ist darüber hinaus für ihre Buddhafiguren mit den zwei Gesichtern berühmt: Zwei der 4 großen stehenden Buddhafiguren stammen aus dem 11. Jahrhundert und zeigen einen unterschiedlichen Gesichtsausdruck, je nachdem, wie weit man von der Statue entfernt steht. Aus der Ferne scheint Buddha zu lächeln, kommt man näher, wird der Ausdruck ernst.
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Verwandlungsbuddha – aus der Nähe ernst, aus der Ferne lächelt er.
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Auch die Sulamani Pagode begeistert uns jedes Mal wieder ….
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Sulamani-Pagode, berühmt für ihre Wandmalereien …
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Weiter ging es zur Dhammayangyi Pagode, der eine düstere Legende anhaftet. Der König, der sie erbauen ließ, soll regelmäßig überprüft haben, ob die Steine perfekt passend verarbeitet waren.

Falls es gelang, zwischen zwei Steinen ein Haar einzufügen, soll dem dafür verantwortlichen Bauarbeiter angeblich die Hand abgehackt worden sein … Jedenfalls ist tatsächlich überwältigend, zu sehen, mit welcher Präzision schon vor 1000 Jahren Steine behauen und verfugt worden waren.

Auch zur höchsten Pagode Bagans, der Thatbyinnyu Pagode, fuhren wir mit unserer Kutsche.
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Thatbyinnyu Pagode
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Unser Pferdekutscher ….
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…. und seine Kollegen.

Alle Pagoden hier aufzuzählen, wäre für jeden, der Bagan nicht kennt, total langweilig – wir sahen viele, waren von jeder begeistert und beschlossen den Tag am Irrawaddy, bei der Buphaya Pagode, wo wir statt dem Blick auf das Pagodenfeld den Sonnenuntergang am Fluss genossen.

Hier waren  keine ausländischen Touristen, dafür aber jede Menge burmesische, die die entspannte Stimmung mit uns genossen (und eine Gruppe Mädels, die unbedingt ein Foto haben wollten!).
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Außerdem gab es hier nette kleine Kneipen, in denen man ein kühles Myanmar-Bier trinken konnte – insgesamt ein wunderschöner Tagesabschluss.
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Die Buphaya – eine goldige kleine Pagode am Ufer des Ayarwaddy, den der Sonnenuntergang in flüssiges Gold verwandelte.
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