17. Juni – Dover bis Salisbury

2012-06-17 England2012 032Um 8:50 sollte die Fähre gehen, das hieß, früh aufstehen.

Nicht ganz einfach nach einer eher unruhigen Nacht, denn das Hafenviertel ist offenbar eine der lautesten Gegenden von Calais. Grölende Jugendliche zogen noch spät nachts durch die Straßen, da half auch Ohropax nicht viel.

Der sonnige Morgen erleichterte die das Aufstehen allerdings ungemein!

Auschecken, Koffer ins Auto, beim Bäcker um die Ecke noch zwei Croissants und ein Pain Chocolat zum Frühstück gekauft (das Frühstück im Hotel sollte 19€ pro Person kosten – das fanden wir eindeutig zu viel!) und los ging’s.

Beim Einchecken im Fährhafen warf ich einen Blick auf unser Ticket und traute meinen Augen nicht: Ich hatte nicht die Überfahrt um 8:50, sondern die um 9:50 gebucht!!!!!

Mir fiel siedendheiß ein, dass wir zwar eigentlich die frühere Fähre nehmen wollten, diese aber erheblich teurer war als die Überfahrt eine Stunde später – und als sparsame Schwäbin wählte ich natürlich die preiswertere Variante …. Das hatte ich allerdings höchst erfolgreich verdrängt und keiner von uns kam auf die Idee, die Tickets noch mal zu kontrollieren.

Jetzt standen wir kurz vor 8 da und sollten noch rund 2 Stunden warten! Der nette Herr am Check-in sah das allerdings völlig locker, auf meine Frage, ob wir die frühere Fähre nehmen könnten, meinte er nur “Pas de problem” und 20 Minuten später waren wir an Bord.

Bei der Ausfahrt aus dem Hafen sahen wir Mole und Strand noch mal von der anderen Seite.

Trotz strahlender Sonne war es allerdings lausig kalt an Deck, also flüchteten wir mit unseren Croissants unter Deck, holten uns noch Kaffee dazu und genossen unser Frühstück mit Meerblick.

Offenbar hatten wir Rückenwind, denn schon nach einer guten Stunde lagen die White Cliffs of Dover vor uns.

Und sogar die Sonne war uns treu geblieben und hatte es bis nach England geschafft!

Weil wir eine Stunde Zeit gewonnen hatten, konnten wir es gemütlich angehen lassen und gondelten über Folkstone auf der A 20 Richtung Rye. Mal hatten wir grandiose Blicke aufs Meer, dann ging es durch die ausgedehnte Ebene der Romney Marshs, wo die endlosen Wiesen mit tausenden von Schafen bestückt waren, die meisten noch im dicken Winterkleid.

In Rye legten wir den ersten Stop ein – das hat schon Tradition, denn zum einen ist das mittelalterliche Städtchen unglaublich schön, zum anderen müssen wir uns ja mit der einheimischen Währung versorgen und dazu braucht man einen Geldautomat. Den hätte es natürlich auch schon in Dover gegeben, aber Rye ist eben viel schöner.

Und wenn man schon mal da ist, läuft man auch durch ein paar Straßen und freut sich am Fachwerk der malerischen Tudor-Häuser, an fantasievollen Schaufenstern und warnenden Sprüchen …

An kopfstein-gepflasterten Sträßchen mit blumengeschmückten Häuschen wobei das Kopfsteinpflaster alles andere als fußfreundlich ist – die Steine sind die reinsten Stolperfalle!)An stillen Gässchen und einem romantischen Friedhof.Am malerischen Kirchturm mit der Mahnung über der Uhr …

… und dem standesgemäßen Rolls vor dem kleinen Hotel.

Das alles macht Rye zu einem der malerischsten Orte im Südosten, einem Ort, der für uns bei jeder England-Reise ein MUSS ist.

Allerdings war der nächste Stopp fast genau so schön und sehr geschichtsträchtig: Arundel, mit einem rund 1000 Jahre alten Schloss, das malerisch über dem mittelalterlichen Städtchen thront.

Nächstes Highlight war Winchester – und dort natürlich vor allem die Winchester Cathedral.

Weil Sonntag war, konnte man das Innere, ohne Eintritt zu zahlen, besichtigen, da gab es jede Menge sehenswerter Details.
Und last but not least – Salisbury! Die Kathedrale ist sicher eine der berühmtesten Englands, und das nicht erst seit den “Säulen der Erde”.Inzwischen hatte sich die Sonne, die uns fast den ganzen Tag über treu geblieben war, allerdings langsam hinter die Wolken zurückgezogen und wir machten uns auf die Suche nach unserer Unterkunft, der Little Langford Farm.

Obwohl sie völlig abgeschieden an einem winzigen Sträßchen liegt, fanden wir sie auf Anhieb und wurden von Patricia (“But everone calls me Topsy ….”) herzlichst empfangen.

Unser Zimmer ist sehr groß, englisch-gemütlich, der Blick geht über Wiesen zu einem kleinen Bach – wir hoffen mal, dass es hier ruhiger ist als in Calais!

Zum Abendessen gab es Fish und Chips im nahe gelegenen Pub, dann zog es uns heftig Richtung Bett – das Schlafdefizit machte sich bemerkbar.

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