26. Juni – Wenn einem das Wetter nicht gefällt …

2012-06-26 England2012 041… reist man einfach weiter oder wartet einfach ein paar Stunden.

Wir taten beides – und der Tag, der wenig vielversprechend begonnen hatte, bot uns ein traumhaftes Finale!

Morgens konnte man die Hand fast nicht vor den Augen sehen – dichter Nebel hüllte Pentewan ein.

Das einzig Positive daran war, dass man den gräßlichen Caravan-Park nicht mehr sah, auf den wir sonst beim Frühstück blickten und der den ansonsten schönen Blick aufs Meer trübte.

Dann fing es auch noch an zu regnen, wir mussten außerdem noch vor unserer Abreise einen Geldautomaten auftreiben, der eine unserer Karten akzeptierte. Kurz vor St. Austell wurden wir in einem Einkaufszentrum fündig, da dort auch das Benzin sehr günstig war, hatte sich der Exkurs wenigstens insofern gelohnt.

Regen und Nebel begleiteten uns zunächst auf dem Weg nach St. Ives. Zwar wurde es langsam etwas heller, aber es blieb bedeckt. Wir legten einen Stopp in Truro ein, vielmehr als eine Kathedrale und eine nette Fußgängerzone bietet die Stadt – zumindest bei einer Kurz-Visite – allerdings nicht.

Bei der Weiterfahrt wurde es langsam immer heller – zwar hing immer noch ein dünner Nebel über dem Land, aber es war jetzt trocken und wir beschlossen, Godolphin House, das fast auf dem Weg lag, zu besuchen.
Das Haus aus dem 15. Jh. gehörte einer Familie, die durch Zinn und Erz immens reich geworden war und sich hier ein für damalige Zeiten feudales Haus gebaut hatte.
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Das Innere des Hauses war nicht zu besichtigen, aber der Garten bot noch einiges.
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Ein alter steinerner Trog
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Letzte Regentropfen auf leuchtend grünem Laub
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Farbenfrohe Mohnblüten

Noch ein kurzer Zwischenstopp in Marazion für einen Cream Tea (obwohl wir uns eigentlich vorgenommen hatten, diese Kalorienbombe nur noch höchstens alle zwei Tage zu genießen!), dann waren wir auf der Penwith Peninsula, quasi der Fußspitze von Cornwall – und hier änderte sich das Wetter dramatisch: Die Sonne kämpfte sich mehr und mehr durch den Nebel, das Meer wechselte seine Farbe von stumpfem Grau zu leuchtendem Blau, die Landschaft bekam Konturen.

Als wir in Lelant, einem Dörfchen bei St. Ives, in Hindon Hall ankamen und von Lulu und David wie langjährige Freunde begrüßt wurden (dabei lag unser letzter Besuch schon Jahre zurück!) strahlte die Sonne!

Wir hielten uns nicht lange auf, nahmen den nächsten Bus nach St.Ives. Die Busfahrt sollte zum einen Dieter Gelegenheit geben, die atemberaubende Küsten-Kulisse mal in Ruhe genießen zu können, ohne sich ständig auf den Verkehr konzentrieren zu müssen, zum anderen ist St. Ives mit seinen verwinkelten Gassen und knappen Parkplätzen auch nicht gerade auto-freundlich.

Der Bus hielt oberhalb des Hafens und wir waren einmal mehr hingerissen vom Charme dieses Städtchens. Auch ohne Wasser ist der Hafen idyllisch.
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Unzählige Künstler haben hier kürzer oder länger gelebt und gearbeitet, fasziniert vom besonderen Licht und dem Flair St. Ives. Die Tate Galerie und das Barbara Hepworth Museum beherbergen unzählige Werke berühmter Künstler, die in St. Ives gearbeitet haben.

Wir waren im Moment aber mehr begeistert von dem sonnigen warmen Abend und sahen den Kindern zu, die im Hafenwasser plantschten oder die Möwen scheuchten.
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Direkt am Hafen liegt das “Sloop Inn” , eine kleine Kneipe, die schon seit ca. 1312 dort steht und nicht nur einen absolut unschlagbaren Blick sondern auch wirklich gutes Essen zu sehr zivilen Preisen bietet.

Dort an einem warmen Abend einen der knappen Plätze im Freien zu ergattern, ist fast wie ein Lotteriegewinn – aber wir hatten Glück!
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Ein frisches Bier, gutes Essen und dazu ein toller Blick – inzwischen mit mehr Wasser im Hafen –
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– wir waren mal wieder restlos zufrieden!

Unser Verdauungsspaziergang führte uns erst mal auf die andere Seite St. Ives – das Städtchen liegt auf einer Halbinsel und ist von 3 Seiten von Wasser umgeben – wo die Sonne sich gerade hinter ein paar Wolken verzogen hatte, dann wanderten wir zurück zur Mole, wo wir noch ein unerwartetes Schauspiel geboten bekamen: Zwei neugierige und hungrige Seehunde schwammen im Hafenbecken zwischen den Fischerbooten herum und hofften wohl auf Abfälle!
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Das Licht wurde zusehendes magischer, als wir zur Busstation zurück gingen.
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Während vorne noch die Sonne schien, schoben sich am Horizont dunkle Wolken hoch und die Küstenlinie verschwand gleichzeitig im wieder aufziehenden Nebel. Auf der Heimfahrt verstärkte sich der Nebel zusehends – am Ende des Tages waren die Verhältnisse fast so, wie am Morgen …

Aber wir hatten dazwischen wieder einen wunderschönen Tag!

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