12. Februar – Kaffee, Pfeffer, Wasserfälle: Bolaven Plateau

P1200100Schon wieder ein Wecker, der um 6:30 klingelte – glücklicherweise musste heute kein Koffer gepackt werden.

Und eine kleine Belohnung für’s frühe Aufstehen gab es auch noch: Direkt unter unserem Balkon zog eine Schar Mönche vorbei, ihre Essensschalen unterm Arm, die Lebensmittelspenden einsammelten.

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Noch leicht verschlafen stiegen wir die steile Treppe zum Dachrestaurant hoch, dort duftete es nicht nur verführerisch nach Kaffee, sondern auch nach frisch gebackenem Brot. Aus der hauseigenen Bäckerei wurden Croissants, knuspriges Baguette und knackige kleine Brötchen auf den Tisch gestellt, dazu Butter und hausgemachte Mango- und Erdbeermarmelade.

Kaffee – selbstverständlich vom Bolaven Plateau – und Tee – frisch, leicht rauchig, auch vom Bolaven Plateau – waren ebenfalls hervorragend. Auf Eier verzichteten wir heute, obwohl Rühr- und Spiegeleier auf den Nachbartischen sehr appetitlich aussahen.

Punkt 8 Uhr warteten wir vor dem Haus auf unseren Minibus, der mit nur 10 Minuten Verspätung eintraf. Der Fahrer stieg aus und schwenkte ein Plakat mit der Aufschrift “Pakse Travel – Bolaven Plateau” . Es gab eine kurze Verwirrung, weil ein junges Paar sofort auf den Bus zustürzte und ohne zu zögern einstieg. Wir zeigten unser Ticket vor, der Fahrer winkte allerdings ab und wollte uns nicht einsteigen lassen, denn er sollte von unserem Hotel aus lediglich zwei Personen abholen. Wir bestanden darauf, dass wir diese Tour gebucht hatten, daraufhin wurde er unsicher und bat das junge Paar um deren Tickets – die hatten jedoch keine! Also mussten die beiden raus und wir konnten einsteigen.

Nach ein paar weiteren Stopps war unsere Truppe komplett – vorne beim Fahrer ein äußerst kommunikationsfreudiger Taiwanese, der uns gleich mit Informationen zu seiner Person und seiner Reise überschüttete, hinten ein russisches Paar sowie 3 junge Mädchen aus dem Allgäu. Insgesamt lauter nette Reisegenossen.

Nachdem wir Pakse hinter uns gelassen hatten, stieg die Straße so sanft an, dass wir kaum merkten, wie wir immer höher kamen. Nur an der Vegetation war zu erkennen, dass wir langsam aufs Hochland kamen –  am Straßenrand tauchten wieder mehrere Meter hohe Gräser mit weißen Federbüscheln auf, immer wieder Bambushaine, vor den Häusern blühten Hortensien. Dann kamen die ersten Kaffeesträucher, später auch Tee – allerdings bei weitem nicht in der Menge und auch nicht so gepflegt, wie z.B. in den Cameron Highlands oder bei Mae Salong, in den Bergen von Nordthailand.

Unser erster Stopp war der Zwillings-Wasserfall Tad  Fane. Leider lagen die Fälle so früh am Tag im tiefen Schatten, an Fotografen wurde bei der Zusammenstellung der Route offenbar nicht gedacht.
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Weiter ging es zu einer kleinen Öko-Musterfarm, wo Pfeffer, Tee und Kaffee angebaut wurden.
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Pfeffer – frisch am Strauch …
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… und beim Trocknen.

Wir fuhren noch ein Stückchen weiter zu einer richtig großen Kaffeeplantage, wo ich zum ersten Mal Kaffee-Blüten sah und roch – ein zarter Duft, ein bisschen wie Jasmin.
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Die Kaffeekirschen (die man übrigens essen kann, sie schmecken süß, der “Kern” ist dann die Kaffeebohne) werden überall am Straßenrand auf großen Plastikplanen getrocknet.

Unser nächster Stopp war ein kleines Dorf, wo Schweine und Hunde in der Sonne dösten und absolut alles vom allgegenwärtigen Staub mit einer dicken Schicht überzogen war.
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Am Wasserfall Tad Lo legten wir eine größere Pause ein,
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Zeit für die einen, etwas zu essen, für andere (wie uns), den Fluss hinauf zu wandern.

Ein Stück oberhalb der Fälle vergnügte sich eine Gruppe Kinder im Wasser, die Jungs sprangen von einem Felsen und vollführten dabei waghalsige Kunststückchen.
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Wir entdeckten noch einen zweiten Wasserfall
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... kleine, eingezäunte Gärtchen, wo versucht wurde, dem Sandboden ein paar Kräuter und Gemüse abzutrotzen, und einen Elefanten.P1200158P1200165
Dann trieb uns der Durst zurück zu unserer Gruppe, die auf der schattigen Terrasse faulenzte.

Auf der Weiterfahrt gab es noch einen zweiten Dorf-Stopp, auch hier waren Häuser, Tiere und Menschen – vor allem die Kinder – bedeckt vom roten Staub. Für uns unvorstellbar, so leben zu müssen – in der Trockenzeit ist alles staubig, in der Regenzeit verwandelt sich der Staub in Schlamm. Straßen und Wege – abgesehen von den Haupt-Durchgangsstraßen – sind völlig unbefestigte reine Sandpisten, auch in den Dörfern gibt es keine Wege und kein bisschen Grün, abgesehen von ein paar Bäumen.
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Nach so viel Staub machten wir einen letzten Halt an einem weiteren Wasserfall, er ist  wegen seiner Hufeisenform berühmt und ein beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen.
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Oberhalb des Falles waren zahlreiche Familien beim Picknick, wir wollten uns das aus der Nähe ansehen – leider kam zumindest ich nicht weit. An einem kleinen Abhang rutschte ich auf dem glatten Sand aus und landete ziemlich unsanft auf dem Hintern. Das wäre nicht so schlimm, aber dabei schaffte es mein linker Fuß, sich komplett zu verdrehen und ebenfalls unter meinem Hinterteil zu landen. So viel Akrobatik waren Gelenke, Bänder und Sehnen nicht gewöhnt, es tat höllisch weh und mir wurde erst mal schlecht vor Schmerz.

Dieter bekam davon nichts mit, er war schon einige Meter weiter, aber unsere drei Mitfahrerinnen aus dem Allgäu waren zur Stelle und halfen mir erst mal auf. Im ersten Moment war der Fuß nicht belastbar, mir wurde erneut schlecht und ich setzte mich auf einen Stein. Alles drehte sich, ich hatte Angst, ohnmächtig zu werden. Dieter war inzwischen geholt worden und versuchte, mich zu stabilisieren – richtig geholfen hat aber letztlich erst ein kleines Töpfchen Tigerbalsam, das mir eine junge Laotin erst unter die Nase hielt, dann verrieb sie kleine Portionen an den Schläfen und so langsam wurde die Welt wieder stabil. Sie drückte mir das Döschen in die Hand und war weg, bevor ich mich richtig bedanken konnte.

Nach einigen Minuten ging es wieder, der Fuß tat zwar weh, ich konnte jedoch darauf stehen, und so humpelte ich zurück zum Bus, zwischendurch wurde immer wieder am Tigerbalsam geschnüffelt.

Glücklicherweise war das unser letzter Halt, wir fuhren zurück nach Pakse. Dort buchten wir noch den Transfer zu den 4000 Inseln, wo wir morgen hin wollen – für 60.000 Kip pro Person (knapp 6 €) bekamen wir einen Platz im Minibus, das Bootsticket für die Überfahrt zu der Insel Don Khone, wo wir zwei Tage bleiben wollten, war nicht  inbegriffen, mit weiteren 20.000 Kip allerdings auch nicht sehr teuer.

Wir humpelten noch bei der Wäscherei vorbei, die ihrem Ruf als Beste in Pakse alle Ehre gemacht hatte – unsere Wäsche duftete leicht nach Lavendel (ansonsten sind die Waschpulver-Gerüche hierzulande eher streng) und es war ihnen gelungen, die roten Flecken zumindest in rosa Flecken zu verwandeln…

Nach einer ausgiebigen Dusche wurde mein Knöchel dick mit Tigerbalsam (kühlt wunderbar!) eingerieben, die abgeschürften Stellen mit Sprühpflaster versorgt (brennt höllisch – aber für kleine Abschürfungen ist Sprühpflaster in diesem Klima ideal!), dann kam noch eine elastische Binde drum – so stabilisiert konnten wir zum Sonnenuntergangs-Bier zu den Uferkneipen aufbrechen. Und auf dem Rückweg ins Hotel deckte ich mich noch mit ein paar kleinen Döschen Tigerbalsam ein…

Gegessen wurde wieder im Straßencafé unserer Residence – Ingwerhühnchen, superlecker!!!!

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