14. Februar – Wasserfälle und radeln am Mekong

P1200302Gestern hatten wir ja nur die “kleinen” Liphi Fälle auf Don Khone besucht, die erheblich größeren Phapheng Fälle liegen etwas weiter weg.

Um sie zu sehen, mussten wir erst mal wieder per Boot aufs Festland und dann mit dem Auto noch ein Stück nach Süden. Um 9 Uhr sollte es losgehen.

Aber erst mal genoss ich in aller Hergottsfrühe das Morgenlicht am Fluss auf unserer Terrasse. So schön kann ein früher Morgen sein!

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Später mussten wir dann die “Hauptstraße” von Don Khone ein Stückchen entlang gehen bis zum Restaurant, wo es Frühstück gab.
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Frühstück ist hier eine eher dürftige Angelegenheit. Tassen, Teller, Besteck muss man sich selbst zusammensuchen, es stehen riesige Thermos-Behälter mit Kaffee und heißem Wasser für Tee da, eine Kanne mit Orangensaft, der üppig mit Eis angereichert war, ein paar Portions-Päckchen Butter und Marmelade liegen in der Sonne.

Außerdem einige Scheiben Wassermelone und Bananen, auf einem Grill lagen Minibaguettes. Erst auf Nachfrage wurde – mit wenig Begeisterung, wie uns schien – eingeräumt, dass es auch Eier gibt. Unsere gekochten Eier (beim Braten wird hier ziemlich viel Fett verwendet, wir wollten mal ne Pause davon einlegen …) bekamen wir in einem Schälchen – nicht gerade einfach, ein heißes Ei so zu essen  Zwinkerndes Smiley , zumal es keine Kaffeelöffel, sondern nur so ‘ne Art chinesische Porzellan-Löffel gab. Mittlerweile wissen wir ja, dass Laos in Sachen Frühstück noch Entwicklungsland ist – satt wird man aber immer.

Dann ging’s zum Boot und über den Mekong zurück nach Nakasang, wo wir gestern mit dem Bus angekommen waren.
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Unser Bootsführer führte uns durchs Dorf zu einem Minibus, der uns in ca. 15 Minuten zu  den Phapheng Fällen brachte. Dort musste erst mal wieder Eintritt entrichtet werden, dann konnten wir zu den Fällen gehen. Da es noch so früh war, waren wir völlig allein – die Tagestouristen aus Pakse würden erst  gegen 11 Uhr eintreffen.

Die Fälle sind gewaltig – über eine Breite von ca. 1 km stürzt der Mekong hier in einer ganzen Reihe von Kaskaden über 20 m in die Tiefe.

Ein wirklich beeindruckendes Spektakel – und weil sonst noch kaum jemand da war, kletterten wir eine Weile auf den Felsen herum. Blöderweise hatte ich wieder nur Flipflops an (wie bei meinem Sturz auf dem Bolaven Plateau), also hielt ich mich etwas zurück – aber Dieter kletterte wie eine Bergziege über die spitzen Felsen!

Nach rund einer Stunde wurde es uns a) langsam zu heiß, b) waren immer mehr Leute da und c) hatten wir enormen Durst – also ging’s langsam zurück in den Bereich, wo etliche kleine Kneipen und Verkaufsbuden waren, um was zu Trinken zu kaufen.

Unser Minivan stand auch schon wartend da, wir fuhren zurück nach Nakasang – wo wir an einem Sarg-Geschäft vorbeikamen.
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So bunt und schillernd kann der Tod sein.

Unten an der Anlegestelle kamen uns Reisende entgegen, die schwitzend ihr Gepäck über den Sand von den Booten zu den Bussen im Ort trugen. Morgen steht uns das auch bevor.
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Aber erst mal kehrten wir zurück nach Don Khone und zu unserem gelben schwimmenden Häuschen.
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Ein bisschen auf der kleinen Terrasse abhängen, dann im Restaurant mal wieder ins Internet gehen – denn bis zu den schwimmenden Bungalows reicht das W-Lan nicht.

Außerdem mussten wir auch noch klären, wie wir morgen von hier nach Champasak kommen. Wir hatten diverse Schilder gesehen, darauf wurden Busse nach Champasak angepriesen, die um 11 Uhr fahren sollten.

Wir fragten bei Mr. Tai an der Rezeption noch mal nach und erfuhren, dass die Startzeit 11 Uhr sich auf den Bootstransfer nach Nakasang bezog. Uns wurde ein Kombi-Ticket Boot und Bus für 70.000 Kip angeboten, also knapp 7 €. Mr. Tai versicherte uns, wir würden mit dem selben Boot fahren wie heute und der Bootsführer würde uns – ebenfalls wie heute – direkt zum Minibus bringen.

Nachdem wir das Chaos an der Busstation gesehen hatten, wo Dutzende von Minibussen herumstanden, die für mich alle gleich aussahen – keiner hatte irgendein Schild, das darauf hinwies, wo sie hinfuhren – fanden wir dieses Angebot für den Preis fast zu gut, um wahr zu sein (war es auch nicht, wie sich am nächsten Tag herausstellen sollte – aber das kommt noch ….)

Erst mal waren wir sehr zufrieden, dass auch das geregelt war, und machten uns dann auf die Suche nach Fahrrädern, denn der Tag war noch lang und wir wollten auch noch was von der Nachbarinsel Don Det sehen. Don Khone und Don Det sind durch eine Brücke verbunden – es ist die frühere französische Eisenbahnbrücke, über die die Züge fuhren, die die Schiffe über die Inseln und über die Wasserfälle transportierten.

Wir wurden schnell fündig, weil es bereits 14:30 Uhr war, bekamen wir 2 Räder für den Preis von einem und bezahlten 10.000 Kip (knapp 1 Euro). Die Räder waren natürlich wieder viel zu klein, allerdings kam ich erheblich besser mit meinem kleinen weißen Fahrrad klar als Dieter mit seinen langen Beinen! Ich hätte auch locker noch jemand mitnehmen können – hinten gab es noch einen gepolsterten zweiten Sitz.
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Erst mal ging es über die Brücke, die keinerlei Geländer hatte, nur eine kleine Schwelle, wie eine Art Bordstein, nach Don Det. Der Verkehr hielt sich in Grenzen – es gab allerdings auch Schwerlastverkehr.
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Und der Blick nach beiden Seiten von der Brücke aus war beeindruckend – auch hier wieder jede Menge winzige Inseln …

Auf der anderen Seite der Brücke, auf Don Det, wurde es trocken und staubig. Der Weg sandig, die Felder abgeerntet, Kühe trotteten über den Weg und suchten im Reisstroh auf den Feldern nach Futter.
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Im Dorf war die Schule gerade aus. Mädchen in Schuluniformen drängelten um einen fliegenden Süßigkeiten-Stand …
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… während die Kleinen noch im Schulhof spielten …
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… und die Jungs das Weite suchten.
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Zwei kleine Mädchen spielten mit einem alten Motor.
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Wasserbüffel waren in ihrem Element und genossen die Kühle des Wasser und die milde Wärme der Abendsonne …
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… nur ein Baby blieb lieber an Land.
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Unsere Runde war fast zu Ende, die französische Eisenbahnbrücke lag wieder vor uns.
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Ein ziemlich unfreundlich aussehendes Schwein grunzte uns empört an, weil wir es offenbar bei irgendwas störten.
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Aber unser Interesse galt eher dem Fluss und den Bergen im Abendlicht.
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Und so radelten wir im goldenen Licht zurück nach Don Khone
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… gaben unsere Räder ab und nach einer ausgiebigen Dusche (der Staub ist unglaublich anhänglich!) und anschließendem intensiven Einsprühen/Einreiben mit Mückenschutz (die 4000 Inseln sind Hochrisiko-Gebiet für Malaria – allerdings in der Trockenzeit nicht ganz so schlimm – trotzdem waren wir vorsichtig) ging’s zum kühlen Bier und zum Essen inklusive Sonnenuntergangs-Blick ins Restaurant.

Dort stellten wir mal wieder fest, dass die Welt letztlich doch ein Dorf ist – am Nebentisch wurde ebenfalls Deutsch gesprochen (überhaupt wimmelt es hier von Deutschen, ansonsten sind auch viele Franzosen, US-Amerikaner und Australier anzutreffen).

Wir kamen mit dem Paar ins Gespräch – und erfuhren, dass sie ebenfalls aus Heidelberg sind. Mehr noch, es waren die Schwiegereltern einer Architektin aus dem Universitäts-Bauamt, mit der wir früher beruflich öfter zu tun hatten, außerdem entdeckten wir, dass wir Samstags regelmäßig auf dem gleichen Wochenmarkt einkaufen. Dort werden wir uns im März sicher wieder über den Weg laufen!

Heute beschlossen wir den Abend mit einem Glas erstaunlich gutem Rotwein und genossen noch eine Weile unsere sanft schaukelnde Terrasse.

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