20./21. Februar – Von Luang Prabang nach Vientiane

P120063820. Februar – Abschied von Luang Prabang

Heute ging es zurück Richtung Süden, nach Vientiane.

Wir hatten unsere ursprüngliche Route geändert , denn eigentlich sollte es von Luang Prabang ja erst mal weiter in den Norden, nach Luang Namtha, gehen.

Nachdem wir aber gehört hatten, dass dort oben die “Burning Season” (Brandrodung sowie Abbrennen der Stoppeln auf den Reisfeldern) bereits begonnen hatte, hatten wir etwas die Lust verloren.

Hinzu kam, dass durch eine Verschiebung der Flugzeiten ein Aufenthalt von 3 Tagen in Vientiane fällig geworden wäre – und drei Tage Vientiane sind entschieden zu viel!

Zufällig stolperte ich über ein Blog mit dem merkwürdigen Namen “KGB’s Travels and Thoughts”. Sie schwärmte derart von Vang Vieng , dass wir beschlossen, statt nach Luang Namtha nach Vang Vieng zu fahren. Früher hatten wir Vang Vieng bewusst ausgelassen – der Ort hatte, trotz seiner geradezu legendären landschaftlichen Schönheit, einen grauenhaften Ruf als eine Art Ballermann mit nahezu durchgehend besoffenen und zugekifften Youngster, die sich derart daneben benahmen, dass eher normale Leute den Ort mieden wie die Pest.

Das Ganze war irgendwann so eskaliert – es hatte 2012 eine Reihe von Toten gegeben, weil die zugedröhnten Kids im Fluss ertranken oder sich bei Sprüngen von Felsen das Genick gebrochen hatten – dass die Regierung im November 2012 hart durchgriff, zahlreiche Bars dicht machte und eine ganze Reihe von Aktivitäten verbot. Da das erstaunlicherweise auch umgesetzt und scharf kontrolliert wurde, kehrte Vang Vieng innerhalb weniger Wochen zur Normalität zurück.

Eine Freundin, die Ende Januar dort war, bestätigte uns, dass der Ort traumhaft und sehr ruhig sei – also buchten wir in Siem Reap unseren Flug um. Was allerdings etwas unerfreulich verlief, denn wir hatten den Airpass von Bangkok Airways, der auch Flüge mit Laos Airlines enthielt.

Routen-Änderungen sind da gegen eine Gebühr von 30$ pro Person erlaubt – Laos Airlines verlangte jedoch plötzlich 60$ pro Person und war davon trotz heftigster Argumentation nicht abzubringen. Schließlich blieb uns nichts anderes übrig, als 120$ zu bezahlen, ich war jedoch fest entschlossen, die zu viel entrichteten 60$ zurück zu bekommen.

Eine entsprechende Mail an Bangkok Airways wurde auch freundlich beantwortet, man wolle sich kümmern – also warten wir’s mal ab…

Wir hatten den Mittagsflug um 13:30 gebucht, also keine morgendliche Hetzerei, sondern  den Blick vom Balkon noch mal genießen.
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Dann genüsslich frühstücken in dem netten kleinen Restaurant, das nahtlos in die Lobby/Rezeption übergeht.

Wir mussten noch unsere Wäsche abholen und machten uns nach dem Frühstück auf den Weg. Auf der anderen Seite des Flusses sind kleine Gemüsegärten, die liebevoll von meist älteren Leuten gepflegt werden.
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Sehr viele dieser kleinen Geschäfte gibt es leider nicht mehr –
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– wir haben eine Menge Veränderungen im Vergleich zu vor 4 Jahren festgestellt, nicht alle sind gut. Zwar sind die Neubauten (überwiegend Hotels) zweifellos ästhetisch, aber praktisch jedem Neubau fiel so ein kleiner Laden zum Opfer.

Ein letzter Gang durch die winzigen Verbindungs-Gässchen zur Skandinavian Bakery, wo ein Elefantenohr als Reiseproviant gekauft wurde.

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… dann ging’s zum Flughafen.

P1200652Der Check-In verlief mit laotischer Langsamkeit und unsere Koffer wurden mit einer altertümlichen Waage gewogen…

Der Flug war kurz – schon nach 40 Minuten landeten wir in Vientiane. Weil wir sehr kurzfristig umdisponiert hatten, war unser gebuchtes Hotel nicht mehr verfügbar, diverse andere Alternativen ebenfalls nicht, so dass wir schließlich in einem Hotel landeten, in dem wir vor 4 Jahren schon mal gewohnt hatten. Die Lage ist sehr gut – das Hotel allerdings inzwischen nicht mehr! mehr will ich zu diesem Thema nicht sagen. Jedenfalls buchten wir noch am selben Abend für unsere letzte Nacht in Laos, nach unserer Rückkehr aus Vang Vieng, ein anderes!

Aber erst mal waren wir da, machten das Beste daraus und kümmerten uns als erstes um unsere Weiterreise nach Vang Vieng. Trotz etlicher sonstiger Defizite war die Rezeption sehr freundlich und kundig, und wir hatten schnell einen VIP-Bus mit Abholung vom Hotel für schlappe 5€ pro Person gebucht.

Vientiane ist zwar die Hauptstadt von Laos, aber eine derart verschlafene Stadt, dass man nach einem Tag alles gesehen hat, was es dort so gibt. Außerdem wurde und wird heftig modernisiert, was der Stadt auch das letzte Restchen von Charme nimmt. Vor 4 Jahren konnte man abends am Mekong in einer von unzähligen winzigen fliegenden Kneipen sitzen, ein Bier trinken, den Sonnenuntergang genießen. Inzwischen wurde (mit chinesischer Hilfe – das ist dank vieler Hinweise unübersehbar) eine sterile betonierte Uferpromenade geschaffen, alle Kneipen vertrieben, der so genannte Nachtmarkt ist lediglich noch ein Klamottenmarkt.

Und die Mönche gehen auch nicht mehr zu Fuß…
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Der nächste Schock war der berühmte Brunnen, der früher in einer kleinen Parkanlage stand, kreisförmig umgeben von einer Straße mit hübschen kolonialen Gebäuden, überwiegend kleine Restaurants – ein richtig schönes Ensemble. Jetzt war der Brunnen kaum mehr erkennbar, die Grünanlage ist weg, stattdessen ist der Brunnen Teil einer riesigen Restaurant-Anlage geworden, sehr steril, sehr enttäuschend.

Aber immerhin gab es das Via Via noch – zwar auch etwas verändert und nicht mehr so intim wie früher – aber immer noch mit knuspriger hauchdünner und super-leckerer Holzofen-Pizza und gutem, preiswertem Rotwein!!!

Und als wir wieder im Hotel waren, wartete eine Email auf uns – Laos Airways bat uns, in ihr Hauptbüro in Vientiane zu kommen, damit sie uns 60$ zurück erstatten können!! Na also – geht doch …Zwinkerndes Smiley

P120071521. Februar – Ganz Vientiane an einem Tag!
Auch wenn unser Hotel nicht gerade ein Highlight war, das Wetter war es. Blauer Himmel, ein leichter Wind – ideal für’s Sightseeing!

Aber erst mal mussten wieder Pflichten erfüllt werden – wir fanden noch einiges an schmutziger Wäsche im Gepäck, und da eine sehr professionell wirkende Laundry direkt neben dem Hotel lag, brachten wir alles dort hin. Dann mussten wir zu Laos Airlines, unsere Erstattung abholen.

Das funktionierte zwar prinzipiell reibungslos, aber erst mal mussten jede Menge Formulare ausgefüllt, Vorgesetzte konsultiert werden – und dann hatte die Kasse nur 100$-Scheine und wir kein Wechselgeld. Nachdem so ziemlich alle Mitarbeiter/innen zusammengelegt hatten, erhielten wir letztlich einen kleinen Stapel aus 1- und 5-Dollar-Scheinen.

Die so wiedergewonnen 60$ trugen wir allerdings gleich ins Lao Orchid Hotel, wo man für unsere Last-Minute Zimmer-Reservierung für den 24./25. Februar eine Anzahlung wollte. Statt einer Anzahlung blätterten wir den gesamten Zimmerpreis hin und waren unsere frisch gewonnen 60$ damit gleich wieder los.

So erleichtert machten wir uns ans Sight-Seeing. Vientiane hat genau drei Sehenswürdigkeiten –

1. Das älteste Kloster der Stadt, den Wat Sisakhet, allerdings wurde selbst das erst 1829 errichtet. Ältere Gebäude gibt es keine, weil die gesamte Stadt Mitte des 19. Jh. von den Thais (damals noch Siamesen) dem Erdboden gleich gemacht wurde – einzig dieses Kloster wurde verschont.

Obwohl nicht wirklich alt, hat dieses Kloster eine ganz eigene Atmosphäre – der sonnige Innenhof, der warme gelbe Stein, die ganz untypisch niedrigen Gebäude geben ihm einen richtig intimen Charakter.
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Die Seitengalerien sind gefüllt mit Tausenden von großen und kleinen Buddhastatuen.
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Der Rückweg führte am Präsidentenpalast vorbei.
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Dann machten wir erst mal ausgiebig Pause in der Scandinavian Bakery (ja – die gibt es hier auch, allerdings ohne Elefantenohren, stattdessen mit allen möglichen anderen Leckereien im Hochkalorien-Bereich).

Am Nachmittag nahmen wir uns ein Tuktuk, und fuhren zu Sehenswürdigkeit Nr. 2, dem Pathuxai, Vientianes Arc du Triomphe, erbaut 1962, allerdings nie komplett fertiggestellt.
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Eingebettet in eine schöne Parkanlage mit Springbrunnen wirkt er trotzdem recht beeindruckend. Und wenn man hindurchgeht, sieht man seine inneren Werte: Eine mit Fresken und Einlegearbeiten geschmückte Decke.
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Weiter ging’s zur 3. Sehenswürdigkeit, dem Vhat Luang, quasi das Nationalheiligtum. Aus einer gewissen Entfernung wirkt der Tempel ja auch ganz beeindruckend.
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Ein riesiger goldener Chedi, flankiert von einer Ar Palast zur Linken,
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und einem Tempel zur Rechten. Vor dem Chedi thront ein Mann mit Hut auf einem riesigen Sockel – der frühere König.
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Geht man näher an den Vath Luang heran (nachdem der Eintritt von 5000 Kip pro Person entrichtet wurde), muss man sich auf eine Enttäuschung gefasst machen: Von einem vertrockneten Rasen umgeben, erhebt sich ein reichlich marodes Gebäude, hier ist auch nichts Gold was (ohnehin kaum) glänzt, sondern lediglich eine billige Baumarkt-Bronzefarbe. Überall bröckelt und rieselt es, Abfall liegt herum.
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Weshalb die Laoten ihr Heiligtum wohl derart verkommen lassen?? Wenn man an die Pracht und Eleganz der Shwedagon Pagode in Yangon denkt, wo alles blitzsauber ist und liebevoll gepflegt, obwohl das Land bitter arm ist, kommt man schon ins Grübeln.
Noch ein Rundgang durch die anliegenden Tempel, wo ein monotoner Sprechgesang aus diversen Lautsprechern tönt.
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In der bunt bemalten Sala eines Tempels konnten wir sehen, wie entspannt die Laoten mit ihrer Religion umgehen – auf dem Boden saß eine Gruppe von Frauen, nicht etwa beim Beten, sondern beim Gemüseputzen…
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Hinter dem Tempel-Areal entdeckten wir noch einen riesigen liegenden Buddha.
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Damit hatten wir alle drei Sehenswürdigkeiten Vientianes erschöpfend abgehandelt. (Ok, wer ganz pingelig ist, könnte noch eine 4. Attraktion nennen – den Buddha-Garten, wo hunderte von Buddha-Statuen in einem Garten aufgestellt sind. Der ist aber etwas außerhalb und eher ein bisschen disney-mäßig … )
Wir hatten jedenfalls genug, außerdem Hunger, und landeten wieder im Via Via.

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