24. Februar – Dies horibilis ….

… so vornehm würde es vermutlich Queen Elizabeth II. ausdrücken, man könnte natürlich auch einfach sagen, es war ein ziemlich beschissener Tag!!!

Meine Kamera wurde mir heute geklaut!!!

Dabei war am Morgen noch alles bestens, wir konnten ausschlafen, prima frühstücken, gemütlich packen, dann – weil wir erst zwischen 13 – 13:30 vom Minibus abgeholt werden sollten – machten wir es uns noch am Pool gemütlich. Da ich nach wie vor nicht ins Internet kam (später stellte sich allerdings heraus, dass es nichts mit dem Riverside Hotel zu tun hatte, sondern irgendeine Einstellung am Netbook plötzlich verrückt gespielt hatte – nachdem ich das System zurückgesetzt und die Windows Firewall ausgeschaltet hatte, ging es wieder ….)

Ab 13 Uhr saßen wir auf dem Sofa in der winzigen Lobby, um ca. 13:20 kam der Minivan. Von außen sah er ganz manierlich aus, auch innen auf den ersten Blick, zwar etwas schäbig – aber wir waren inzwischen ja so einiges gewöhnt. Voll war er auch nicht, eine kleine Gruppe (5 Mädchen und 3 Jungs) saßen zwar schon drin, aber in den vier Sitzreihen war locker noch Platz für einige Leute mehr.

Es waren sogar noch zwei Sitze nebeneinander in der zweiten Reihe frei, auf die ließen wir uns nieder – und merkten sofort, warum sie frei waren: Da war irgendwas kaputt, eine Feder oder was ähnliches bohrte sich unangenehm in mein Hinterteil, bei Dieter war auch irgendwas nicht in Ordnung. Da wir schon wieder fuhren, konnten wir auf die Schnelle nichts machen, aber ich überlegte, ob wir nicht auf die Sitze neben dem Fahrer wechseln sollten.

Kurze Zeit später hielten wir wieder an, zwei junge Deutsche stiegen zu und bevor wir uns umsetzen konnten, saß neben dem Fahrer schon einer der beiden und verkündete allen lautstark, er müsse dort sitzen, weil ihm im Auto immer schlecht wird….Das waren ja tolle Aussichten!

Nach einigem Hin und Her, nachdem eines der jungen Mädels plötzlich einen hysterischen Anfall bekam, weil ihr IPod weg war und sie darauf bestand, dass wir zu der Kneipe zurückfuhren, wo sie meinte, ihn gelassen zu haben (und wo er nicht war, sondern in der Tasche ihres Freundes….) fuhren wir weiter – und hielten kurz darauf erneut an, dieses Mal an der Bushaltestelle. Der Fahrer erklärte, man warte noch auf drei weitere Passagiere, die allerdings aus Luang Prabang kommen würden, es dauere also noch ein bisschen.

Alle waren ziemlich sauer, denn inzwischen war es schon 14 Uhr und wir hätten seit einer halben Stunde unterwegs sein sollen. Wir hatten inzwischen unsere Sitze mit Fleecejacken gepolstert, es war zwar immer noch unbequem, aber halbwegs erträglich…. Dann kamen unsere neuen Passagiere – zwei Mönche nebst Begleiter. Sie schauten in den Bus und verlangten als erstes, dass der junge Deutsche vorne seinen Sitz räumte, die Mönche wollten vorne sitzen. Es gab eine heftige Diskussion, dann zog der Junge zu uns nach hinten – es wurde für ihn extra ein Einzelsitz am Fenster frei gemacht.

Nach weiterem Hin und Her weigerten sich die Mönche jedoch, in unseren Bus einzusteigen – er war ihnen offenbar zu schäbig (oder die Mädels zu leicht bekleidet), jedenfalls konnte der Junge am Ende wieder vorne sitzen, Dieter schnappte sich den freien Einzel-Sitz schräg hinter mir am Fenster, und es ging endlich los. Nachdem ich auf unserer Zweierbank jetzt mehr Bewegungsfreiheit hatte, ging es ganz gut – wenn man mal davon absah, dass mehrere Mitreisende heftig mit Übelkeit kämpften und alle Fenster aufgemacht wurden (was mir allerdings besser gefiel, als im tiefgekühlten Auto zu sitzen).

Der Fahrer wollte offenbar die verlorene Zeit aufholen und jagte die kurvenreiche Strecke in einem Affenzahn entlang – weil der Wagen ziemlich schaukelte, wurde selbst mir etwas flau….

Aber erst mal war soweit alles ok und die unglaublich schöne und abwechslungsreiche Landschaft hätte für genug Abwechslung gesorgt – wenn nicht die drei Mädels hinter mir einen hysterischen Lachanfall nach dem anderen bekommen hätten und sich kreischend und in den höchsten Tönen über so überaus witzige Themen wie Haare färben und irgendwelche Fernseh-Serien ausgelassen hätten.

Wir näherten uns langsam Vientiane, waren vielleicht noch ca. 60 km entfernt, als unser Fahrer plötzlich eine Vollbremsung hinlegte und dann langsam rückwärts fuhr. Wir dachten schon, es sei etwas passiert, als er anhielt, ausstieg und mit einer jungen Frau und einem Mann, beides Laoten, zurückkam. Ziemlich barsch verlangte er von dem jungen Deutschen vorne, er solle zur Seite rücken und platzierte die Frau neben ihm auf den Vordersitz. Der Mann sollte neben mir sitzen, ich weigerte mich jedoch, auf den kaputten Sitz zu rücken und machte ihn nicht frei. Also wurde der junge Mann in die letzte Reihe gesetzt, wo die ganze Zeit ein Pärchen die 3 Sitze für sich alleine hatte.

Nicht lange später hielt er erneut an, das selbe Spielchen wieder, dieses Mal waren es eine Mutter mit einem Baby und ein junge Frau. Meine Proteste nutzten nichts, Mutter mit Kind wurden in die ohnehin schon volle letzte Reihe verpflanzt, die junge Frau musste sich neben mich setzen. Sie hatte einen großen Beutel dabei, den sie zwischen uns stellte, mein Rucksack, der die ganze Zeit auf dem Sitz neben mir gelegen hatte, musste auf den Fußboden, meine Kamera ging nicht mehr in den Rucksack rein, also behielt ich sie auf dem Schoß.

Wir waren alle total sauer, der Gipfel des ganzen war jedoch, dass das Baby, kaum war der Bus wieder losgefahren, anfing, aus Leibeskräften zu schreien und damit auch während der gesamten restlichen Fahrt immer nur kurzzeitig aufhörte. Wir waren alle mit unseren Nerven ziemlich am Ende und ich war froh, als die junge Frau neben mir plötzlich dem Fahrer etwas zurief, der anhielt und sie ausstieg. Die letzte halbe Stunde bis Vientiane hatte ich also wieder etwas mehr Platz.

Angekommen in Vientiane wollten alle nur noch raus aus dem Bus. Wir fanden glücklicherweise sofort ein Tuktuk und waren 5 Minuten später im Lao Orchid Hotel. Als wir dort auf den Balkon traten, war die Aussicht so toll, dass ich gleich ein Foto machen wollte. Allerdings war mein Fotoapparat, der normalerweise immer auf meiner Schulter hin, weg…. Im ersten Moment dachte ich noch, ich hätte ihn in Dieters Tasche gesteckt – aber auch dort war keine Kamera. Ich zerbrach mir den Kopf, wo sie abgeblieben sein könnte, denn ich war mir sicher, nichts im Auto zurückgelassen zu haben. Letztlich gab es nur eine Antwort – die junge Frau neben mir musste sie sich geschnappt haben, als ich sie neben mich legte, weil ich eine Wasserflasche aufgemacht hatte.

Da jedoch auch noch die vage Hoffnung bestand, dass sie evtl. doch auf dem Sitz liegengeblieben oder runtergefallen waren, gingen wir eilig zu unserer Ausstiegsstelle zurück, wo sich auch die Agentur befand.

Der Bus war natürlich schon weg, aber in der Agentur saß ein junger Mann, der sich schließlich bequemte, den Fahrer anzurufen. Wie nicht anders zu erwarten, bestritt der Fahrer, eine Kamera gefunden zu haben. Auch das Versprechen einer hohen Belohnung und die Drohung mit einer Anzeige bei der Polizei brachte kein anderes Ergebnis. Als ich dem Agentur-Angestellten schilderte, das der Fahrer Einheimische unterwegs eingesammelt hatte und eine davon sehr überraschend unterwegs wieder ausgestiegen war, schien für ihn die Sache klar zu sein – auch wenn er es nicht direkt zum Ausdruck brachte.

Wir bekamen zwar noch einen Zettel mit dem Namen des Fahrers und der Telefonnummer des Vorgesetzten – aber letztlich konnten wir nichts unternehmen, denn inzwischen war es Abend und wir sollten am nächsten Morgen in aller Frühe nach Bali weiter fliegen…. Ich drückte dem Angestellten noch die Visitenkarte unseres Hotels in die Hand und beschwor ihn nochmal, dem Fahrer zu sagen, er bekomme eine Belohnung, falls er die Kamera noch finde und heute noch im Hotel abgebe…. aber es war klar, dass dies nicht geschehen würde.

Also wird es jetzt erst mal keine Fotos im Blog mehr geben ….. Auch sämtliche Speicherkarten, die in der Kameratasche aufbewahrt wurden, waren weg – zum Glück hatte ich jedoch alle bisherigen Fotos auf dem Netbook gespeichert!

Der Kameraverlust setzte mir heftig zu – Bali ohne Kamera, das war praktisch unvorstellbar! Aber für den Moment war keine Lösung in Sicht, zum Trost gab es Pizza und Rotwein.

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