7.-11. März – Abhängen in Sanur

DSC00447Kurz nach 14 Uhr hielt das Taxi vor dem Segara Village in Sanur.

Unser dort deponierter Koffer war noch vorhanden und wir wanderten durch einen traumhaften tropischen Garten Richtung Rezeption.

Schon auf den allerersten Blick gefiel es uns hier – riesige Rasenflächen, uralte Bäume, jede Menge blühende Pflanzen, vor der Rezeption ein kleinerer Pool, der fast wie ein Teich anmutete – paradiesisch!

Der Check-in ging flott, aber das Zimmer war fürchterlich – klein (ok, darauf waren wir gefasst, es war ja auch eine sehr günstige Kategorie!) und lag nicht zum Garten, sondern der Balkon ging auf eine Art Hinterhof. Nee – das wollten wir nun wirklich nicht zum Abschluss!!! Also zurück zur Rezeption getigert und dort mitgeteilt, dass wir nicht richtig glücklich sind mit dem Zimmer ;-(
Mit Freundlichkeit schafft man es eigentlich fast immer, zu bekommen, was man möchte, und wenige Minuten später hatten wir nicht nur die Zusage für ein anderes Zimmer, sondern sogar für ein kostenloses Upgrade in eine höhere Kategorie. Zwar mussten wir ein bisschen warten, weil das Zimmer noch hergerichtet werden musste (was etwas verwunderlich war, denn dass Hotel war – wie sich später zeigte – höchstens zu einem Drittel belegt), aber das war nicht weiter tragisch.

Wir nutzten die Zeit für einen Spaziergang am Meer – am Strand entlang gibt es einen kleinen gepflasterten Fußweg , gesäumt von unzähligen Restaurants und Lädchen – und als wir zurückkamen, wurde am größeren Pool gerade Kaffee und Kuchen für die Gäste serviert, ein kostenloser Service des Hauses.

Und dann bekamen wir den Schlüssel für unser neues Zimmer – und waren begeistert: Groß und hell, auf einer Seite völlig verglast, auf der anderen raumhohe Glastüren, davor eine große Terrasse mit bequemem rotem Sofa, das Bett riesig, üppiger Stauraum in einer Schrankwand, das Bad ebenfalls an zwei Seiten verglast und wunderbar hell.
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Alles war absolut blitzsauber und es gab endlich mal keine kleinen Mitbewohner mit vielen Füßen! Die Dusche hat einen richtig guten Wasserdruck – wir haben sogar mal wieder einen Fernseher (schon in Ubud gab es kein Fernsehen, auf den Gilis sowieso nicht ) Und stellten fest, das wir irgendwie doch ganz schön verwöhnt sind und ab und zu ein bisschen Luxus brauchen.

Nach dem Auspacken wurde es schon langsam dämmrig. Tolle Sonnenuntergänge hatten wir hier nicht zu erwarten, denn der Strand liegt nach Osten – aber das Licht war dennoch sehr schön. Im großen Pool spiegelten sich hohe Palmen im stillen Wasser.
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… am Strand bot ein Regenbogen ein romantisches Bild ……
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und zur anderen Seite hin färbten sich die Wolken langsam rosa.
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Ein kleines Lokal am Strand, ein kühles Bier, ein scharfes Redang Curry – so schön kann ein Tag ausklingen!

Der folgende Tage brachte wieder Sonne satt – allerdings konnten wir links von uns, im Nordwesten, den ganzen Tag dicke Wolken über dem Land hängen sehen und es schien dort auch öfter mal zu regnen. Viel mehr als ein bisschen Spazieren gehen und ansonsten auf bequemen Liegen herumlümmeln und lesen (und dabei am weiteren Verschwinden meines nach wie vor sehr hartnäckigen Hustens arbeiten….) war nicht drin.
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ok – ein bisschen rumschlendern im Garten ……
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unser “Häuschen” von außen fotografieren ….
… und dann wieder zurück zur Liege und ein bisschen mit de lustigen Boot flirten.
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Die Auslegerboote sehen an Land irgendwie aus wie Krabben  – auf dem Wasser allerdings auch!

DSC005039. März – Melasti

Wir hatten gestern schon nachgefragt, an welchem Tag genau Melasti abgehalten wird.

Melasti wird ein paar Tage vor dem balinesischen Neujahrsfest gefeiert und ist eine hinduistische Reinigungszeremonie. Zeremonielle Gegenstände aus den Tempeln und Schreinen sowie Banner, Speere und anderes werden zum Wasser – ans Meer, an Flüsse und Seen – gebracht und dort zeremoniell gereinigt.

Auch die Menschen reinigen sich – es wird das Universum, Bhuana Agung, und die “kleine Welt”, Bhuana Alit, spirituell gereinigt und von allem Bösen befreit.

Schon gestern waren altar-ähnliche Tische am Strand aufgebaut worden, heute wurden die Gäste des Segara Village von einem Teil des Strandes verbannt, um dort Platz zu schaffen für die Prozession und die Gläubigen. Finster dreinblickende Petalang, die Religionspolizei, wachten darüber, dass keine dürftig bekleideten Touristen in den Bereich der Zeremonie hineinliefen.
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Frauen, in Weiß und Gelb gekleidet, arrangierten Opfergaben.
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Der Strand füllte sich immer mehr mit – meist weiß gekleideten – Menschen, die geduldig auf das Eintreffen der Prozession warteten. Dazwischen wuselten fliegende Händler, die Satays und andere Leckereien verkauften, es herrschte eine lockere und fröhliche Stimmung.
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Erst gegen 16 Uhr traf die Prozession endlich ein – dummerweise hatten wir uns nicht an der Straße postiert, wo man die Prozession erheblich besser gesehen hätte, sondern waren unten am Strand geblieben. Im Gedränge war es nicht einfach, überhaupt was zu sehen, geschweige denn, vernünftige Fotos zu machen (vor allem mit so einem scheckkartengroßen Ding ….)
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Aber wir konnten doch ein paar Blicke erhaschen und sahen die endlose Prozession den Strand entlang wandern bis zu den Altären, wo alle Requisiten niedergelegt wurden.
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Nach wie vor achteten die Petalang – einschließlich Nachwuchs, der sich schon mal in grimmigen Blicken übte und dessen riesige Macho-Sonnenbrille ständig von der kleinen Nase rutschte  – darauf, dass keine Touristen in den Bereich vor dem Altar herumliefen.
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Allzuviel geschah dann nicht mehr – die Gläubigen wurden noch von Priestern mit geweihtem Wasser besprengt und erhielten kleine weiße Zeichen auf der Stirn.
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Dann folgte Gamelan- und Trommelmusik und schließlich wurden noch Gebete gesprochen.
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Anschließend löste sich das Ganze wieder relativ rasch auf – während nur ein paar hundert Meter weiter den Strand entlang eine zweite Prozession gerade ankam und das Zeremoniell dort begann.

Aber wir hatten genug gesehen, das stundenlange Stehen in der Hitze hatte uns etwas geschafft und deshalb machten wir uns lieber fertig fürs Abendessen. Wieder zurück am Strand wartete eine rosige Überraschung auf uns – Himmel und Meer schimmerten in´wunderbar kitschigen Rosa-Tönen …
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Vom Folgetag gibt es nichts zu berichten – eigentlich hatten wir einen Ausflug ganz in den Süden geplant,zu einem Tempel – aber selbst die sonst so geschäftstüchtigen Taxifahrer hatten abgelehnt: Zu viele Staus wegen der diversen Feierlichkeiten, außerdem sind einige Tempel in diesen Tagen für Publikum gesperrt. Also fügten wir uns in unser Schicksal und blieben daheim.

Überall liefen die Vorbereitungen für Nyepi auf Hochtouren, das Hotelpersonal war bereits merklich ausgedünnt, viele hatten frei, um ihre Familien zu besuchen. Am Dienstag, 12. März, darf von 6 Uhr morgens an bis zum folgenden Tag niemand das Hotelgelände verlassen, auch an den Strand darf man nicht – da dürfte es am Pool (falls man dort überhaupt liegen darf) ziemlich eng werden.

Es wäre zwar sicher eine interessante Erfahrung gewesen – und vor allem die Umzüge am Vorabend von  Nyepi, wenn die riesigen Pappmache-Dämonen durch die Straßen getragen und gefahren werden – aber dieses Jahr zogen wir es vor, am Vortag nach Bangkok zurück zu fliegen.

Und weil man an der Rezeption eindringlich vor Staus auf den Straßen warnte, wird morgen schon um 8:30 Aufbruch sein.

Ein Kommentar zu “7.-11. März – Abhängen in Sanur

  1. Liebe Renate,

    jetzt seid Ihr sicherlich schon in Bangkok angekommen obwohl ich fest damit gerechnet hatte, dass Ihr Euch die Umzüge mit den Ogoh-Ogoh-Figuren und Nyepi nicht entgehen lasst…

    Ich hätte noch mit einigen Restaurant-Tipps (u.a. das Char Ming an Sanurs‘ Hauptstraße mit einer sensationellen „Balinese Rijstafel“) aufwarten können – aber das hat sich ja nun erübrigt 😉

    Schade, dass Eure Reise nun fast beendet ist – gerne hätte ich noch weiter in Eurem Blog geschmökert und die (trotz „Scheckkarten-Kamera“) schönen und stimmungsvollen Fotos betrachtet.

    Habt noch eine gute Zeit in Bangkok!
    Sanne

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