12./13. März – Daheim in Bangkok

DSC00595Aufwachen mit Blick auf den Chao Phraya – das schrille Pfeifen, mit dem die Express-Boote an die Anlegestellen dirigiert werden, weckt einen schon früh, aber für uns ist das wie Musik.

Mit einer Tasse Tee gemütlich auf dem Sofa den Tag beginnen….

Blog auf Vordermann bringen, später auf dem schattigen Balkon ein Frühstück mit Mandel-Croissants und knusprigen Brötchen genießen – hier würden wir sofort einziehen!

Heute wollten wir nachschauen, was mit dem Gemüsemarkt passiert ist, denn im Januar hatten wir vom Boot aus gesehen, dass die Hallen am Fluss offenbar abgerissen werden. Und weil wir aus Thailand immer eine Menge Kräuter und Gewürze (Zitronengras, Kaffirlimettenblätter, Thaibasilikum, Chillies, Galgant usw.) mitnehmen, mussten wir rausfinden, ob wir uns an unserer gewohnten Quelle überhaupt eindecken konnten.

Also wieder ins Hotelboot, das allerdings vormittags nur alle 30 Minuten fährt, so dass wir einige Minuten warten mussten. Die nutzten wir, indem wir uns etwas umsahen, denn allzuviel hatten wir von dem Hotel noch nicht gesehen.
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Eine große Restaurant-Terrasse zum Fluss, ein gemütlicher Bereich mit bequemen Sofas und ein kleiner Park mit Teichen – und alles wirkt noch ziemlich neu.
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Im 6. Stock gibt es einen überraschend großen Pool – hier mal aus der Vogelperspektive, vom Balkon aus.
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Mit dem Hotel-Boot ging’s erst mal zur Taksin Brücke, dann weiter mit dem Express-Boot bis zur Memorial Bridge. Nach 50 m Fußweg standen wir am Eingang zum ehemaligen Gemüsegroßmarkt, der derzeit eine Riesenbaustelle ist.

Aber die alten Hallen auf der rechten Seite stehen noch, und erstmalig konnten wir die schöne alte Architektur richtig sehen und auch die Tafel, die darauf hinweist, dass der Blumenmarkt hier seit 1961 beheimatet ist.
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In den Hallen herrschte wuselige Geschäftigkeit, wir überzeugten uns, dass alles, was wir kaufen wollte, in Hülle und Fülle vorhanden war und wandten uns dann dem Blumenmarkt zu. In den Hallen werden Blumen, vor allem Orchideen, in unvorstellbaren Mengen zu einem Spottpreis angeboten.
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Einen Riesenberg Orchideen gibt es bereits für 20 Baht, das sind ca. 0,50€. Wenn ich eine Möglichkeit fände, sie über einen Langstreckenflug feucht zu halten, würde ich sofort welche mitnehmen – aber die mit winzigen Wasser-Fläschchen am Stiel gibt es nur zu horrenden Preisen am Flughafen.

Auf der Straße hinter den Hallen werden Blüten in Kränze und Gestecke verwandelt, überwiegend für religiöse Zwecke.
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Lotosblüten sind zu großen Sträußen zusammengebunden.
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Da wir jetzt wussten, dass unser Einkauf gesichert war, fuhren wir mit dem Boot weiter nach Norden bis zur Anlegestelle Thewes.
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Die Tuktuk-Fahrer machten mit uns kein Geschäft – wir gingen lieber zu Fuß. Entlang der Straße ist ebenfalls ein Blumenmarkt, allerdings gibt es hier nur Topfpflanzen, aber so ziemlich alles, was das Herz eines Gärtners – auch wenn es nur Balkon oder Terrasse ist – höher schlagen lässt.
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An einem der Stände kaufte ich ein paar Samentütchen, mal sehen, ob wir es schaffen, Vogelaugen-Chilies zu ernten …. Und als Deko noch ein paar wunderschöne Schmetterlinge auf langen Drahtstielen.

Dann ging es weiter, zum Wat Indraviharn – inzwischen zwar nicht mehr der Geheimtipp wie noch vor wenigen Jahren, aber immer noch einer unserer Lieblings-Wats, den war fast jedes Mal besuchen. Ein bisschen ist hier auch der Weg das Ziel, denn man muss durch eine etwas versteckt liegende winzige Gasse gehen,
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die irgendwann etwas überraschend mitten im Tempelbereich endet. Der stehende Buddha ist um die 40m hoch –
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mich faszinieren jedes Mal aufs Neue die riesigen Füße….
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Kleine Buddhastatuen mit verschiedenen Posen und Gesten, die sehr unterschiedliche Bedeutungen haben, sitzen und stehen vor Bronze-Gefäßen für Spenden. Das Klingeln der Münzen, die die Gläubigen in die verschiedenen Schüsselchen werfen, ist charakteristisch für die thailändischen Wats.
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Auch wir entrichteten  unseren Tribut und wanderten weiter, Richtung Banglampoo. Die winzigen Seitensträßchen gefallen uns am besten, da findet das ganz normale Thai-Leben statt und Touristen sieht man eher selten. Es wird nicht nur gekocht, genäht und gehandelt – es gibt auch überall Open-Air Waschsalons …
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… und alles Mögliche wird transportiert .
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In Banglampoo schaute ich nach T-Shirts für meine Tochter und wurde auch schnell fündig. Leider sind die meisten Größen hier eher auf asiatische Mini-Maße abgestimmt, also nichts mehr für mich ;-( , aber meine zierliche Tochter passt sicher rein!

Auf dem Heimweg gab es noch einen Blick auf den Wat Arun – leider im Schatten, der Tempel der Morgendämmerung sieht eben morgens am schönsten aus.
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Zum Essen wollten wir heute zum Asiatique, einem Shopping- und Restaurant-Markt am Fluss. Es war ein ziemlich umständliches Unterfangen – erst mit dem Hotelboot nach Norden, zur Taksin-Brücke, von dort aus wieder nach Süden. Da ca. 500 Leute Schlange standen für das kostenlose Shuttle-Boot, investierten wir lieber 30 Baht (ca. 0,75€) und nahmen das normale Express-Boot.

Im Januar, als wir zuletzt hier waren, fuhr das Express-Boot nur bis zur Endhaltestelle Wat Rajsinkorn – deshalb stiegen wir dort auch aus und merkten dann erst, dass das Boot weiter fuhr bis zum Asiatique. Tja, dann mussten wir eben die letzten ca. 500 m laufen – erst am Wat vorbei bis zur Straße, dann nach rechts  bis zum Parkplatz des Asiatique und dann über den riesigen Parkplatz wieder ganz nach vorne zum Fluss. Aber Bewegung ist ja gesund.

Außerdem kamen wir an einer Apotheke vorbei und weil ich schon seit Tagen auf der Suche nach Eukalyptus-Öl war (überall hängen große Plakate, auf denen Bosistos Eukalyptus Öl angepriesen wird, das ich aus Australien kenne und von dem ich dringend Nachschub haben wollte), fragte ich einfach mal – und tatsächlich, es war vorhanden! Ich deckte mich gleich mit mehreren Flaschen ein, denn dieses Öl ist einfach wunderbar und sehr vielseitig verwendbar – außerdem werden sich ein paar Leute sicher über dieses Mitbringsel freuen!

Außer einem wirklich guten Essen (Fusion Food – italienisch-thailändische Spaghetti mit tollen Gewürzen und höllisch scharf) fand ich auch noch eine richtig tolle Tasche – handgearbeitet, so geschickt gemacht, dass sie einerseits einen ganzen Haushalt aufnehmen kann, aber trotzdem nicht sehr groß wirkt. Und Taschen kann Frau nie genug haben!DSC00700

Eigentlich wollten wir auch noch mit dem Riesenrad fahren – zuletzt hatten wir das vor einigen Jahren im Lumpini Park gemacht.

Offenbar wurde das Riesenrad hierher verpflanzt, denn das Asiatique soll ja eine Art Ersatz für den legendären Suam Lum sein – kommt aber nicht im entferntesten an die dortige Atmosphäre ran! – aber angesichts des Andrangs verzichteten wir dann doch.

Alles in allem ein rundum guter Tag – den wir auf unserem Balkon noch mit einem kühlen Chang Bier ausklingen ließen.

DSC0070313. März – der allerletzte Tag der Reise

Same procedure as yesterday – morgens lag noch leichter Nebel überm Fluss, aber der Blick war wieder/noch gigantisch! Ich hab noch überhaupt keine Lust, heim zu reisen und könnte noch ewig hier bleiben …. aber was hilft’s – morgen früh um 9:05 startet Oman Air mit uns Richtung Heimat. Frühstück gab es wieder mit unbezahlbarem Fluss-Blick.

Nach dem Frühstück ging ich erst mal in die 36. Etage, ins Business Center, um den online Check-In zu absolvieren. Nach dem Ärger mit Air Asia wollte ich nicht riskieren, dass uns womöglich unsere schönen Zweier-Sitze am Fenster noch weggeschnappt werden. Die Bordkarten wurden ausgedruckt und ich wollte mit dem Lift wieder in den 19. Stock fahren – blöderweise hatte ich jedoch meine Keycard am Computer liegen lassen und konnte deshalb (der Lift hält auf den Wohn-Etage nur, wenn man seine Keycard in den Kartenleser steckt) nur bis ganz nach unten in die Lobby fahren. … und anschließend wieder in die  36. Etage, um meine Karte abzuholen … So kann man seine Zeit auch rumbringen 😉

Wieder im Zimmer, begann ich schon mal mit dem Packen, denn ich hatte beide Koffer ausgepackt, um nun alles einigermaßen sinnvoll zu verteilen und vor allem, um Platz zu schaffen für Kräuter und Gemüse, das heute gekauft werden sollte. Da wir nun schon wochenlang mit 34-37 kg (beide Koffer zusammen!) herumgereist waren, waren ein paar Kilo zusätzlich locker zu verkraften – zumal ich im Zuge des Check-In Prozesses mitbekommen hatte, dass wir pro Person 30 kg Gepäck mitnehmen dürfen! Da könnte ich ja noch einige Läden leer kaufen!

Um 11 Uhr wollten wir mit dem Boot losfahren – aber da gab es offenbar einige technische Probleme, ein Keilriemen war anscheinend gerissen und musste ausgewechselt werden – aber wir hatten ja (noch) genug Zeit und nahmen’s mit Fassung. Letztlich kamen wir doch am Gemüsemarkt an.
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Ausgerechnet angesichts der unglaublichen Farben-Vielfalt machte meine Kamera schlapp – der Akku war leer!

Da hatte ich mich noch nicht richtig umgestellt, denn meine Lumix hatte entschieden mehr Power – außerdem hatte ich immer einen Ersatz-Akku dabei. Aber was half’s – ihr müsst euch den saftig-grünen Spargel (den gibt es am Freitag mit einem schönen Steak vom Dorfmetzger!), die duftenden Kaffir-Limettenblätter, das aromatische Thai-Basilikum, den scharfen Ingwer, die feurigen roten und grünen Chilies, die prallen Limetten und die knackigen Zitronengras-Stängel einfach selbst bildlich vorstellen. Unser Einkauf rief auf dem Markt immer wieder Heiterkeit hervor – schließlich war dies ein Großmarkt und die Mengen, die wir haben wollten, waren ziemlich unüblich.

Für einen Riesenbund Zitronengras, sicher mehr als 1,5 kg, bezahlten wir 15 Baht (ca. 0,35€), den Ingwer bekamen wir gleich geschenkt, denn so kleine Mengen konnten sie gar nicht ausrechnen. Alles in allem hatten wir am Ende ca. 100 Baht (ca. 2,50 €) bezahlt und eine große Tasche voll mit duftenden Kräutern und Gemüsen.Und dann konnten wir doch nicht widerstehen – wir gingen über den Blumenmarkt raus und da lagen die dicken Orchideen-Bündel….. Für 20 Baht (ca. 0,50€) erstanden wir einen riesigen Strauß – nun müssen wir zusehen, dass wir den auch einigermaßen gut nach Hause bekommen.

Dank unserer Küchenzeile konnten wir alles gleich waschen, die Limettenblätter abzupfen (die Stengel sind voll mit Dornen), alles in Gefriertüten verpacken und in den Kühlschrank legen. Die Orchideen kamen erst mal ins Wasser und ich machte  mich dann (alleine) noch mal auf in die Stadt. Mit Boot und Skytrain ging es erst zum Erawan-Schrein – dort investierte ich in Räucherstäbchen, Kerzen und Blütenkränze.

Der Erawan-Schrein ist kein buddhistischer, sondern ein Hindu-Schrein, dem Gott Brahma gewidmet, und hat im Laufe der Zeit eine gewisse Berühmtheit erlangt. Hier sollen Wünsche, die mit Geld, Beruf, Erfolg zusammenhängen, erfüllt werden. Zwar ist das für mich/für uns längst kein Thema mehr, aber meine Tochter steckt mitten in Prüfungen – da können ein paar Opfergaben sicher nicht schaden. Falls es nicht nützt, schadet es auf jeden Fall nicht 😉

Dann noch ein Blick ins Shopping Nirwana Central World (zu teuer) und ins Siam Paragon, wo ich schon oft fündig geworden bin. Heute war aber nichts dabei – also wieder mit dem eisgekühlten Skytrain zurück zum Fluss, zurück zum Chatrium.

Wir hatten heute unerklärlicherweise absolut keine Lust auf asiatisches Essen (auch wenn es der letzte Tag in SOA war!), sondern wollten Pizza – also mussten wir wieder ins Asiatique, denn dort hatten wir gestern einen richtigen Steinofen gesehen und die Pizza sah auch gut aus. Sie war auch gut (bloß scheinen Majoran oder Oregano einem Einfuhrverbot in ganz Südostasien zu unterliegen – das gibt es einfach grundsätzlich nirgendwo hierzulande …) und so endete unser allerletzter, 62. Reisetag, eben mit Bier und Pizza statt mit Curry und Reis (das gibt es dann daheim mit den vielen tollen Kräutern!)

Morgen wird der Wecker um 5:30 klingeln … also erst mal gute Nacht!

Ein Kommentar zu “12./13. März – Daheim in Bangkok

  1. Hallo Ihr Zwei!

    Ihr seid bestimmt schon mit Sack und Pack unterwegs nach Hause und hattet hoffentlich einen angenehmen Flug? Vielen Dank für das Riesenrad-Bild – wir werden genügend Wartezeit einplanen, um im August einsteigen zu können 😉

    Ich wünsche Euch wenig Jetlag und dass die Orchideen den Transport überlebt haben!
    Lieben Gruß, Sanne

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