5. Juli – Von Cornwall nach Sussex und Kent

2013-07-05 05-07-2013 - Mevagissey-Kent 004Wenn Engel reisen, lacht der Himmel – wir hatten jedenfalls allerbestes Reisewetter. Die letzten beiden Tage wollten wir in Sussex und Kent verbringen, etwas näher an Dover, damit der Weg zur Fähre nicht mehr so lang ist.

Bei der heutigen Routenplanung schlossen wir einen Kompromiss zwischen “Land gewinnen” und “schöner Route”, denn wir hatten rund 500 km vor uns.

Zunächst ging es zügig auf die Schnellstraße durchs Bodmin Moor, nicht einmal Daphne du Mauriers “Jamaica Inn” war uns einen Stopp wert.  Allerdings hatten wir uns das schon vor Jahren angesehen und als reines Touristenziel abgehakt. Dann fuhren wir knapp oberhalb des Dartmoors Richtung Exter und über Ringwood durch den New Forest.

Weiter ging es bis Brighton – kurz danach bogen wir dann jedoch ab Richtung Küste. Zunächst war es eine Erholung, mal nicht auf einer 4-spurigen Schnellstraße dahin zu brettern – es dauerte allerdings nicht lange und wir standen im Stau. Und zwar nicht irgend ein Baustellen-Stau oder so was – nein: Es war der Stau derer, die wegen des schönen Wetters zum Wochenende ans Meer wollten!!! Es war Freitag, es war Nachmittag – und gefühlte 10.000 Londoner oder sonstige Briten hatten plötzlich das selbe Ziel wie wir: Sie wollten ans Meer!!!

Wir konnten es nicht ändern, also akzeptierten wir unser Schicksal mehr oder weniger ergeben … Gaaaaanz langsam rückten wir Richtung Küste vor, als uns der nächste Schock traf: Es wurde zunehmend nebliger! Später erfuhren wir, dass es diese Art von abendlichem Küstennebel höchstens 2-3 Mal im Jahr gibt – wir hatten ausgerechnet einen davon erwischt.
Wobei es zunächst ja auch durchaus reizvoll aussah…
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Ziemlich bald sahen wir jedoch kaum noch was – bis wir wieder ein Stück landeinwärts fuhren. Eigentlich wollten wir ja die Seven Sisters – eindrucksvolle Kreidefelsen- im Licht der Nachmittagssonne sehen, aber man konnte sie nicht einmal erahnen. Unseren Frust ertränkten wir im idyllisch gelegenen Garten des“Golden Galleon Pub”, am Cuckmere River in der Nähe vonSeaford – wobei Dieter als Fahrer lediglich Kaffee trank, ich gönnte mir hingegen einen Pimms (Kommentar der Bedienung, nachdem ich zunächst einen Tee bestellt hatte und dann umschwenkte “This is much better and more fun than tea, dear!”)

Physisch und moralisch gestärkt fuhren wir weiter, in der Hoffnung, eventuell einen Blick auf den “Long Man of Wilmington zu erhaschen. Mit Routis Hilfe (so ein Navi ist doch ziemlich schlau – wenn man es entsprechend füttert 😉 ) fanden wir die Kreide-Figur auch tatsächlich ganz ohne Probleme.
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Auf dem Bauch der Figur kraxelten ein paar Leute herum – wir verkniffen uns jedoch eine Wanderung, denn wir wollten ja noch nach Bexhill und so langsam wurde es spät. Es war dann auch schon nach 18 Uhr, als wir unsere Unterkunft in Bexhill-on-Sea erreichten – aber der Empfang im “Coast Bed & Breakfast” war mehr als herzlich. Und unser Zimmer ein echter Traum!
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Linda und Chris sind perfekte Gastgeber – hier wären wir gerne länger geblieben!

Zum Essen gingen wir ein paar Straßen weiter zu einem wirklich tollen Italiener, der “Trattoria Italiana”, eine modernes, luftiges Restaurant, wo es nicht nur wunderbare Pizza (mit knusprig-dünnem Boden!) gab, sondern auch sehr guten Wein, eine Riesenschale marinierter Oliven mit Ciabatta als Vorspeise und einen richtig guten alten Grappa hinterher…

Wenn man sich im (sehr vollen!) Lokal umschaute, wurde schnell klar, weshalb Bexhill-on-Sea auch als “Rentnerstadt” bezeichnet wird – hierher ziehen viele ältere Engländer, sofern sie es sich leisten können, ihren Lebensabend am Meer zu verbringen. Entsprechend war der Altersdurchschnitt im Restaurant – die meisten waren offenbar Stammkunden und wurden vom Patrone überschwänglich herzlich begrüßt.

Gestärkt wanderten wir wieder in den Nebel hinaus, bewunderten die Pavillons im Nebel am Meer…
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… tranken noch ein Absegler-Pint in einer urigen irischen Kneipe “The Harp” und freuten uns dann an unserem tollen Zimmer und dem herrlich bequemen Bett.

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