06./07. Februar – Thaton

P1020272Beim Abschied vom Rich Lanna House in Chiang Mai gab es Tränen – nicht bei uns, obwohl uns schon wieder der Abschied schwer fiel, denn es war richtig gemütlich hier – sondern bei einer jungen Angestellten.

Sie fragte beim Auschecken, wo wir jetzt hinfahren, und als ich Thaton, nannte, erzählte sie, dass das ihre Heimatstadt ist, ihre Mutter dort in einem Hotel arbeitet und sie schon drei Jahre lang nicht mehr dort war.

Wir boten ihr eine Mitfahrgelegenheit an – was zu Tränen führte …

Denn natürlich war ihre Chefin weniger davon erbaut. Jedenfalls war der Abschied sehr herzlich, die Chefin machte sogar Fotos, als ich in die Tipp-Box für die Angestellten einen größeren Schein steckte. Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit – die Löhne in Thailand bzw. in Südostasien liegen kaum über dem Existenzminimum, da ist ein Trinkgeld bzw. ein Beitrag in die allgemeine Trinkgeldkasse mehr als willkommen. Und unser Reisebudget belastet das letztlich nicht wirklich, denn 10% würden wir auch in Europa immer drauflegen.

Kurz vor unserem Aufbruch hatte ich noch eine Mail an unser nächstes Ziel, das Maekok River Village in Thaton geschickt und um ein Zimmer im oberen Stock gebeten, weil wir da vor zwei Jahren so einen fantastischen Blick hatten.

Die Fahrt nach Norden war zunächst  recht unspektakulär – wenn man Chiang Mai erst mal hinter sich gelassen hat, geht es auf überwiegend 4-spuriger Schnellstraße recht zügig voran, der Verkehr ist minimal. Schon bald tauchen links die ersten Berge auf, die bis zu 2.000 m hoch sind.  Eine Weile schlängelt sich die Straße am Ping River entlang und folgt jeder Windung des Flusses, der durch dichten Regenwald fließt. Ab Chiang Dao steigt die Straße langsam an, man fährt weiterhin überwiegend durch bewaldetes Gebiet.

Am Chiang Dao Hill Resort hielten wir an – eigentlich nur, um das größte Teakholzhaus Nordthailands zu fotografieren.

Aber kaum waren wir auf den völlig leeren Parkplatz gerollt, eilte ein alter Mann herbei und gestikulierte wild herum. Wir sollten herein kommen … Eigentlich wollten wir das nicht wirklich, denn das riesige Gebäude wirkte wie aus der Zeit gefallen und fast gespenstisch. Da aber ohnehin ein Trink- und Toilettenstopp fällig war, folgten wir ihm – erst ins Haus hinein, dann hinten wieder raus, durch einen großen Park bis zu einem skurrilen Restaurant, wo uns einige Angestellte wie Aliens anstaunten.

Immerhin gab es etwas zu trinken, einigermaßen ordentliche Toiletten ebenfalls.

Danach wand sich die Straße in Serpentinen bis zu einem Pass, wo ein riesiger sitzender Buddha den Verkehr im Auge hatte – was angesichts der Flut von LKWs sicher auch sinnvoll war. Die Landschaft ist hier wirklich bemerkenswert – nach Westen hin zieht sich eine Kette von bizarr geformten Karstbergen, die Hänge von Wäldern bedeckt, die derzeit eine herbstlaubähnliche Färbung aufweisen. Weiter ging es durch das fruchtbare Tal um Fang, wo Reis und Gemüse angebaut wird und gegen 15:30 waren wir in Thaton und im traumhaft idyllischen Maekok River Village. Vor zwei Jahren hatte es uns hier derart gut gefallen, dass wir unbedingt wieder her wollten!

Statt des erbetenen Zimmers in einem der doppelstöckigen Häuser bekamen wir dieses Mal einen Bungalow, fast direkt am Fluss mit tollem Blick – allerdings nicht auf die Berge, sondern auf’s Wasser. Der Eigentümer, Brian, entschuldigte sich, dass er unseren Wunsch nicht erfüllen konnte – aber in dem Haus, in das wir wollten, war unten eine Familie mit zwei Kindern einquartiert und er meinte, die seien von der eher lauten Sorte.
Deshalb gab er uns den letzten Bungalow in der Fluss-Reihe – und wir waren begeistert!

Mindestens genauso beeindruckend wie der Bungalow im Inneren ist der Ausblick – wir haben den Maekok River direkt vor der Nase!

Und im Licht der Abendsonne wirken die Hügel hinter dem Wasser besonders schön.P1020184

 

07. Februar – In den Hügeln über Thaton

Mal ehrlich – wer mit so einem Blick aufwacht, dem kann es doch eigentlich nur gut gehen – oder?

Und dann beim Frühstück noch mehr Panorama-Blicke … nach links zum Fluss, nach rechts in den Garten.


Man hätte hier einfach sitzen bleiben können – aber ganz so faul sind wir nun doch nicht. Brio musste wieder ein bisschen bewegt werden, und wir wollten endlich – nachdem wir schon zum 4. Mal in Thaton sind, aber noch nie dort waren – die Buddha-Statuen und den riesigen Chedi auf dem Berg besuchen.

Durch ein großes Tor an der Hauptstraße ging eine schmale, aber immerhin betonierte, Piste ziemlich steil den Berg rauf. Schon an der ersten Kurve war ein Tempel, der zwar wenig spektakulaär war, aber wo man immerhin einen guten Blick über Thaton, den Fluss und die Brücke hatte.


Die Straße kletterte weiter ziemlich steil den Berg rauf, größtenteils in der Sonne, so dass wir drei Holländerinnen, die das Ganze zu Fuß absolvierten und ziemlich ins schwitzen kamen, ganz schön bedauerten.
Nächste Station war ein großer goldener Buddha, bewacht von einer Naga-Schlange mit 7 Köpfen.

Auch das war noch nicht das Ende – aber wir konnten den Chedi, den man schon kilometerweit sehen kann, wenn man im Tal auf Thaton zufährt, jetzt deutlich sehen. Ein sehr ungewöhnliches Exemplar, das irgendwie wie eine Mischung aus dem Orient bzw. einer Moschee und einem südostasiatischen Chedi aussieht und sehr filigran wirkt mit seinen bunten Porzellanmalereien.

Oben auf der Plattform angekommen, verschlug es uns fast den Atem: Nicht nur war der Chedi aus der Nähe noch eindrucksvoller als aus der Ferne, es gab einen richtigen Tummelplatz der unglaublichsten Figuren, Reliquien und Schreine.

Über die Bauphase gab es sogar eine Fotoserie – offenbar wurde die Spitze per Hubschrauber angeflogen und aufgesetzt.

Zunächst umrundeten wir den Chedi, bestaunten einen zeremoniellen Wagen mit älteren Skulpturen.

Dann durchwanderten wir das Innere des Chedis, das aus drei konzentrischen Gängen bestand, vollgestellt mit Skulpturen, die zum Schönsten gehören, was wir in Thailands Tempeln je gesehen hatten.


Dass die Mönche nicht lebendig, sondern Wachsfiguren sind, sieht man erst auf den zweiten Blick! Wieder draußen, folgte ein weiterer Versuch mit dem Selbstauslöser, der mich dieses Mal fast die Kamera kostete, weil das Stativ vom glatten Metallgeländer abrutschte.

Dann wandten wir uns der anderen Seite des Platzes zu, wo furchterregende Riesenschlangen in der Morgensonne lauerten.



Und last but not least gab es von hier oben einen herrlichen Rundumblick – bis rüber ins nur wenige Kilometer entfernte Myanmar.


Fast zwei Stunden hatten wir hier oben gestaunt und geschaut, dann ging’s wieder runter ins Tal, an den Maekok River, wo wir gerade rechtzeitig zur Abfahrt der Boote kamen, die täglich um die Mittagszeit nach Chiang Rai fahren.

Den Trip hatten wir vor 20 Jahren mal gemacht – er gehört nach wie vor zu den eindrucksvollsten Erlebnissen unserer Reisen. Mit dem öffentlichen Boot dauert die Fahrt ca. 4-5 Stunden, je nach Wasserstand, Zahl der Stopps an verschiedenen Dörfern der Akha und Hmong, und kostet 350 Baht, also ca. 8 Euro.

Wer ein ganzes Boot für sich alleine haben möchte und damit auch die Zahl der Stopps selbst bestimmen will, muss 2.200 Baht (ca. 50 Euro) bezahlen.

So ein Privatboot hatten wir morgens vom Pier des Maekok River Village ablegen sehen und Brian erzählte uns, dass das Paar direkt zum Flughafen in Chiang Rai gebracht wird. Keine schlechte Abschiedsfahrt!

Unser Abschied vom Maekok River Village fand erst mal am Pool und im Garten statt, wo wir die bunte Blütenpracht noch mal ausgiebig genossen, bevor es erst eine Massage gab, die meine Masseurin mit vollem Körpereinsatz durchführte und meine Beine unbarmherzig mit ihren Fußsohlen bearbeitete. Auch bei ihr kamen die Ellbogen und Fäuste heftig  zum Einsatz.

Seltsamerweise ist das nicht so schmerzhaft, wie es sich anhört – und danach fühle ich mich richtig gut, es können plötzlich Gelenke wieder bewegt werden, die lange steif waren und nichts tut mehr weh!

Zum Essen fuhren wir heute nach , denn so toll das Hotel ist – das Essen gehört nicht gerade zu seinen Highlights. Da war es in Thaton deutlich besser!


Allerdings nahmen wir noch einen Schlummerdrink in der Bar – danach genossen wir dann nur noch die Ruhe!

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