12. Februar – Schluss mit dem Landleben

P1020614Kein Laut war am Morgen zu hören, nicht einer der Vögel, die gestern diverse Morgenlieder gesungen hatten …. Und es war auch nichts zu sehen draußen – die ganze Welt war weiß!

Dichter Nebel hüllte Tal und Hügel sowie unser Cottage morgens um 7 Uhr ein, eine fast magische Atmosphäre. Nur sehr langsam und zögernd hoben sich die Schleier …

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Wir frühstücken wieder unter den roten Schirmen …
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… obwohl man sie bei heute eigentlich nicht brauchte.

Dieter schafft es tatsächlich, der Bedienung mit Pidgin-Englisch und Zeichensprache klar zu machen, dass er zwei Eier, aber keine Wurst, Speck oder Schinken haben möchte. Irgendwie kam das bei ihr aber so an, dass er das zweite Ei an Stelle von Wurst & Co. haben will – da ich nur ein Ei wollte, bekam ich auch sämtliche Zutaten. Heute verschmähte die Katze aber sogar den Schinken 😉

Weil wir nach dem Frühstück nicht nochmal den Berg raufkraxeln wollten, hatten wir schon vorher gepackt und das, was wir uns zu tragen zutrauten, runter ins Auto gebracht. Ich glaube, wenn wir hier zwei Wochen bleiben würden, wären wir am Ende so durchtrainiert, dass wir als Sherpas am Himalaya anheuern könnten Zwinkerndes Smiley. (Wahrscheinlicher wäre allerdings, dass mein ohnehin durch eine früheren Ski-Unfall lädiertes Knie irgendwann mal total schlapp machen würde – die Stufen runter gehen mochte es nämlich gar nicht!)

Aber heute konnte wir uns erst mal ausruhen – nachdem unsere Sherpas (bzw. dieses Mal nur einer!!!) die beiden Koffer runtergeschleppt und wir sie verstaut hatten, brachen wir auf. Am Mekong entlang bis Chiang Khong, dann nach Süden auf dem H 1020. Zuerst eine nagelneue 4-spurige Schnellstraße, mutierte sie bald zur Dauer-Baustelle: In der Mitte ein asphaltierter Streifen, rechts und links Sand. Leider war die Abbruch-Kante zum Sandstreifen hin manchmal mehr als einen Meter hoch – man fuhr also besser nicht zu weit links. Da praktisch kein Verkehr war, kamen wir trotzdem gut voran, die Strecke war aber landschaftlich eher langweilig.

Das änderte sich schlagartig, als wir auf die Straße 1152 abbogen. Eine richtig schöne kleine Landstraße – in sehr gutem Zustand und auf beiden Seiten von Bäumen begleitet, also fast eine Allee  – mäanderte zwischen endlosen Reisfeldern, die meisten frisch bepflanzt und in dem unglaublich goldenen Grün schimmernd , wie es nur jungem Reis eigen ist. Als es etwas hügeliger wurde, kamen Gummibäume, jeder mit einem kleinen Kokos-Behälter am Fuß des Stammes, der die Gummi-Milch auffängt.

Dann tauchten bizarre Kalkfelsen auf – und leider hatte die Straße nirgends einen Seitenstreifen, auf dem man mal für ein Foto anhalten konnte!!! Aber selbst bei wenig Verkehr bleibt man nicht einfach auf der Straße stehen. Als es irgendwo doch mal kurz ging, war weder der Blick wirklich berauschend, noch war es sonderlich sicher – ich wurde um ein Haar von einem LKW von der Straße gefegt!
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Also ist der Rest der Route bild-los und ihr müsst mir einfach glauben, dass sich diese Strecke auf jeden Fall lohnt!

Schon nach 2 1/2 Stunden hatten wir die rund 150 km bewältigt und kurvten dann erst mal etwas orientierungslos in Chiang Rai herum, auf der Suche nach dem “Le Patta”, wo wir die Nacht verbringen wollen. Mit einem etwas veralteten Stadtplan und ein bisschen Intuition schafften wir es aber und fuhren erleichtert auf den kleinen Parkplatz vor dem fast nagelneuen Hotel. Das Le Patta liegt ideal – nur eine Parallelstraße nach Süden liegen Nachtmarkt und Busbahnhof, im Norden ein schöner Park, die Straße runter der goldene Uhrturm….

Aber erst mal checkten wir ein und freuten uns über ein sehr geräumiges Zimmer, ein schönes Bad sowie den Pool direkt vor dem Balkon.
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Lange hielt es uns aber nicht im Zimmer – ein Bummel die Straße runter, über den (noch ziemlich geschlossenen) Nachtmarkt, was trinken und einen Cheesecake in einem Bio-Lokal, nachsehen, ob der sagenhaft gute Italiener noch da ist (ja – das “Da Vinci” gibt es noch!) und dann – eine Massage!

Manche halten die Thai-Massage für ziemlich schmerzhaft oder gar verletzungs-gefährlich – immerhin hat eine Freundin von uns dabei mal einen Rippenbruch davon getragen, als die Masseurin mit den Füßen ihren Rücken maltraitiert hatte. Aber derart ungeschulte Masseurinnen findet man meist nur am Strand, in den Städten weiß man heute sehr genau, dass Fehlleistungen über Tripadvisor und andere Portale in Windeseile international bekannt werden.

Wir hatten bisher weitestgehend Glück, und heute hatte ich eine besonders gute Masseurin, die sogar mein lädiertes Knie wieder in Ordnung brachte – plötzlich knackte es und der Schmerz war weg! So belebt suchten wir den Uhrenturm – ein ziemlich extravagantes goldenes Monstrum.
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Wir landeten in einem Park, in dem offenbar für eine Show zum Valentinstag geprobt wurde und fantastische Statuen mit Kleidern aus Blüten aufgebaut waren.
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Das war’s dann aber auch schon – Chiang Rai hat zwar noch ein paar Wats zu bieten, aber davon werden wir in Chiang Mai noch genug sehen. Wir zogen eine kühles Abend-Bier auf dem Nachtmarkt und anschließend eine richtig gute Holzofenpizza mit italienischem Rotwein bei Da Vinci weiteren Entdeckungs-Spaziergängen vor …

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