14. Februar – Ein echt bemerkenswerter Tag!

P1020905Dabei fing er ganz normal an – nach einer Nacht, in der wir in den Genuss eines Fernsehfilmes ohne Bild kamen, weil unsere Nachbarn entweder den Ton bis zum Anschlag hochgedreht hatten oder die Wände einfach zu dünn sind.

Dank Ohropax (dem Erfinder gilt mein ewiger Dank für viele ruhige Nächte!) haben wir doch ganz gut geschlafen. Ein – ziemlich überschaubares – Frühstück, immerhin viel frisches Obst, auf der kleinen Terrasse mit Blick auf das Treiben im Gässchen.

Dann stand ein Klassiker auf dem Programm, von dem wir einfach nicht lassen können, obwohl wir schon x-Mal dort waren: Der Wat Doi Suthep, ca. 15 km außerhalb bzw. oberhalb der Stadt auf dem Berg Doi Suthep. Dieser Wat zählt zu den großen Heiligtümern in Thailand und ist täglich Ziel vieler Gläubiger – aber auch ein Touristenmagnet. Beim letzten Mal war nicht viel los dort oben, wir hofften auf einen ähnlich ruhigen Besuch heute.

Allerdings hatten wir etwas total vergessen – heute war nicht nur Valentinstag (und die Stadt reichlich mit Herzen geschmückt), sondern auch der höchste buddhistische Feiertag, Makha Bucha Day, an dem die erste Predigt Buddhas vor über 1000 Mönchen gefeiert wird. Spätestens, als wir in einem fast endlosen Stau standen, wo es nur zentimeterweise voran ging, und als klar wurde, dass die meisten Fahrzeuge das selbe Ziel hatten wie wir, fiel es uns aber wieder ein.

Und tatsächlich – der gesamte Bereich unterhalb des Tempels glich einem Rummelplatz. Wir hatten Glück und fanden eine Parklücke auf dem riesigen Gelände, das neben Parkplätzen auch unzählige kleine Buden und Garküchen aufweist. Allerdings liegt der Parkplatz ein ganzes Stück unterhalb des Tempel-Areals. Wer heute aus Glaubensgründen hier oben war, wählte selbstverständlich den Aufstieg über die von furchteinflößenden Schlangen flankierte Treppe, andere machten es sich einfacher und nahmen die kleine Bergbahn.

Lange Schlangen bewiesen, dass heute eher die Faulen unterwegs waren oder die mit bestem Gewissen, die sich keine Verdienste durch Treppensteigen erwerben mussten Zwinkerndes Smiley.
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Oben angekommen, konnte man schon an der Menge der Schuhe zu beiden Seiten der zwei Aufgänge sehen, dass es recht voll war.
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Auch im Innenhof um den großen goldenen Chedi wogte eine Menschenmenge.
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Massen von Gläubigen umrundeten betend den Chedi im Uhrzeigersinn, oft mit Blumen oder Kerzen in den Händen.
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Andere zündeten vor kleineren Buddhastatuen Kerzen der Räucherstäbchen an.
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Obwohl es so voll war, war es relativ ruhig und die Stimmung heiter und gelöst. Man fühlte sich auch in dem Gedränge keine Sekunde unsicher – anders als in einem Tempel in Hongkong, wo wir vor Jahren auch einmal in ein religiöses Fest geraten waren und wo alle paar Minuten über Lautsprecher vor Taschendieben gewarnt wurde.

Kleine stille Momente und Details gab es aber ebenfalls.
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Wir verließen die goldene Pracht wieder, gerieten am Ausgang noch in eine kleine Tanzvorführung von Hilltribe-Mädchen …
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… und beendeten unseren Besuch in einer der Garküchen auf dem Parkplatz bei einem Fläschchen Wasser bzw. Cola.

Der Rückweg war ähnlich strapaziös – Stau ohne Ende, und da Chiang Mai reichlich mit Einbahnstraßen gesegnet ist, war es nicht ganz einfach, zu unserem Hotelparkplatz zurück zu finden. Entsprechend geschafft waren wir dann auch und machten es uns erst mal bei einem Tässchen Kaffee und den vom Hotel zur Verfügung gestellten Keksen (Oreos!!!- ich lieeebe sie!) gemütlich.

Ich widmete mich meinen Haaren, Dieter schaute bei den Nachrichten rein – und wir erfuhren , dass auf Java der Vulkan Kelud ausgebrochen war, über hunderte von Kilometern Asche und Geröll verteilt hat und die Städte Surabaya, Yogyakarta und Solo stark betroffen sowie deren Flughäfen gesperrt sind. Weitere Ausbrüche werden befürchtet – der Kelud zählt zu den gefährlichsten Vulkanen Indonesiens und war zuletzt 2007 ausgebrochen.

Tja – und genau dorthin wollten wir eigentlich demnächst …

Erst mal mussten wir das verdauen und überlegen, wie wir reagieren sollten…. Und wo kann man besser nachdenken, als bei einer Massage? Also machten wir uns erneut auf – holten vorher aber noch unseren Riesen-Sack Wäsche aus der kleinen Laundry um die Ecke (über 3 kg, gewaschen und gebügelt, für 90 Baht = ca. 2 Euro) – und ließen uns dann wieder mal durchkneten …

Massage macht durstig, und es war inzwischen auch schon 18:30 – ein kühles Bier wäre also nicht schlecht …. Dachten wir – hatten aber schon wieder vergessen, was heute für ein Tag ist: Makha Bucha bedeutet nämlich nicht nur Beten, sondern auch landesweit absolutes Alkoholverbot. Verstöße kosten 10.000 Baht oder 6 Monate Gefängnis. Um gar nicht erst in Versuchung zu geraten (was bei der massiven Polizeipräsenz ohnehin kaum möglich war) hatten fast Bars und Kneipen geschlossen, die sonst so lebendigen Straßen wirkten ohne die Beleuchtung aus den Bars ziemlich düster.

Wir wanderten ein Stück herum – und landeten dann wieder bei Stefano, dessen Pasta legendär ist. Und siehe da – in einem von Ausländern geführten Restaurant galt das Alkoholverbot offenbar nicht, es gab Rotwein und Bier zu unserer Pasta und einem super leckeren Insalata Mista  mit Rukola, Tomaten, Gurken, Radieschen und diversen Salaten – so was frisches Grünes hatten wir schon lange nicht mehr!!!

Im Hotel checkten wir alle verfügbaren Infos zum Vulkanausbruch – und kamen schnell zu dem Ergebnis, dass Java wohl für dieses Mal gestrichen werden muss. Aschebedeckte Straßen und Häuser, ein mit Plastik-Planen abgedeckter Borobudur …. nee, das war nicht ganz das, was wir uns unter Java vorgestellt hatten. Immerhin wollten wir uns dort 14 Tage lang aufhalten!

Eine Alternative musste her – entweder den Rückflug verlegen und früher nach Hause fliegen …  aber das war sozusagen Plan Z. Da musste es doch noch andere Alternativen geben. Vor Java würden wir in Hongkong sein, also sollte es ein Ziel sein, dass von dort aus gut erreichbar ist. Und am Schluss wollten wir auf jeden Fall nach Bali, denn unser Shindu-Traumzimmer in Ubud wollten wir möglichst nicht stornieren!

Der Routenplan von Air Asia wurde ausgiebig studiert – und wir entdeckten, dass man von Bali aus für mickrige 36 € nach Darwin fliegen kann!!!! Aber ein Blick auf die Klimatabelle zeigte, dass März dort keine gute Zeit ist – viel Regen und drückend schwül. Ein bisschen südlicher wurde es dann aber doch interessant – auch ein Flug nach Perth wäre mit 72 € durchaus erschwinglich!

Eine Stunde später hatten wir uns durch diverse Infos zu Perth durchgewühlt, dort ist das Wetter um diese Zeit prima und man kann eine Menge unternehmen –  und die Entscheidung stand fest: Wir würden Hongkong um einen Tag von 6 auf 5 Tage verkürzen, von dort spät am Nachmittag nach Kuala Lumpur fliegen (dort hätten wir sowieso hingemusst, weil es keinen Direktflug von Hongkong nach Surabaya gibt), eine Nacht in einem Hotel nahe des Flughafens verbringen und am nächsten Morgen um 8:50 nach Perth fliegen!!!!

Tja – und so kam es, dass wir doch noch nach Australien reisen werden (unser Visum gilt ohnehin noch bis Oktober 2014) und dass wir diesen Tag nicht so schnell vergessen werden, an dem alles ein bisschen anders war als sonst ….

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