16. Februar – Ganz entspannt in Luang Prabang

P1030050Als notorische Spät-Aufsteher lieben wir Hotels, wo es heißt “Breakfast is served until Lunchtime!” Das Apsara gehört dazu, also hätte nichts gegen genussvolles Ausschlafen gesprochen.

Wäre da nicht in der kleinen Gasse neben dem Apsara eine Feier im Gange gewesen! 

Gefeiert wurde mit lautstarker Musik nicht nur den ganzen Abend bis spät in die Nacht, sondern es ging schon  am frühen Morgen erneut los! 

Dieses Mal mit endlosen lauten Gesängen von Mönchen, die über Lautsprecher übertragen wurden. Später erkundigten wir uns und erfuhren, dass die Mönchs-Weihe von einigen Jungs und einem Mädchen zelebriert wurde – so was zieht sich über drei Tage hin!

Also saßen wir unerwartet früh beim Frühstück im sonnigen Restaurant des Apsara, das gleichzeitig als Lobby dient. Deshalb konnten wir quasi zwischen Kaffee und Ei klären, dass wir unser Gepäck hier lassen können, während wir auf dem Nam Ou unterwegs sind.

Aber noch hatten wir kein Busticket für die morgige Fahrt, also steuerten wir die Agentur an, wo wir gestern Infos eingeholt hatten. Luang Prabang ist klein, man geht zu Fuß oder fährt mit dem Rad. Wenn man zu Fuß geht, sieht man mehr – z.B. schöne alte Autos, wunderbar restaurierte Villen und Vogelkäfige vor kleinen Läden (meist deutet das auf einen chinesisch-stämmigen Inhaber hin).
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Das Ticket war schnell gekauft, 70.000 Kip pro Person (knapp 7 €), dafür werden wir direkt im Hotel abgeholt und zum Busbahnhof gebracht.

Wir warfen noch einen Blick auf die Marktstände, die ausschließlich Souvenirs für Touristen feilbieten. Früher wurden die Stände erst gegen 17 Uhr aufgebaut, inzwischen scheinen einige den ganzen Tag hier auf Kundschaft zu hoffen.
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Am Fluss entlang wartete eine lange Reihe Tuktuks auf Kundschaft – sicheres Zeichen, dass demnächst ein Boot aus dem Norden mit neuen Touristen an Bord eintreffen wird.
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Luftgetrocknetes Geschirr und ein luftiger “Weihnachtsbaum” …
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Durch stille Sträßchen gingen wir langsam zurück zum Hotel – denn wir hatten ja noch einiges zu erledigen.
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In der kleinen Gasse vor dem Apsara gingen wir der Ursache des nächtlichen Lärms nach und fanden eine Reihe kleiner Häuschen, die berstend voll mit Geschenken gefüllt waren.

Allerdings waren die Gaben alle eher praktischer Natur, Putzutensilien, Reiskocher, ein Ventilator – und im Putzeimer steckte jeweils ein kompletter Kleidersatz in Orange für die Jungs und einmal in Weiß, es wird auch ein Mädchen zur Nonne geweiht. Am Rand des Daches waren nagelneue Geldscheine aufgehängt.
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Vor den Häuschen standen runde gedeckte Tische, an einigen saßen auch ein paar Leute – und in einer Hofeinfahrt thronte das Musik-Ensemble: Mit Trommel, Flöte und Streichinstrumenten wurde laotische Musik gespielt.

Zurück im Apsara stellten wir fest, dass das Zimmer noch nicht gemacht war – und dass an unserer Tür das “Do not disturb” Schild hing. Hatten wir wirklich vergessen, es umzudrehen, so dass die Zimmermädchen sich nicht rein trauten??? Wir nahmen das dicke Holzschild ab, drehten es um – und auf der Rückseite stand der selbe Text!!! Blöderweise hatten wir da gar nicht drauf geguckt, sondern einfach das Schild beim Weggehen umgedreht, denn in allen Hotels ist es ja so, dass man auf der einen Seite die Bitte um Ungestörtheit findet und auf der anderen, das Zimmer zu reinigen…

Da wir ohnehin in die Lobby/Restaurant/Lounge wollten, wo wir ein stärkeres WLAN-Signal erhofften, sagten wir Bescheid und erfuhren auf die Frage, warum das Apsara hier anders ist als alle anderen Hotel, von dem britischen Manager “Because we don’t want to be like any other hotel!” Naja – mir fielen da auf Anhieb zahlreiche andere und bessere Möglichkeiten ein, sich von anderen Hotels zu unterscheiden ….

Auf dem gemütlichen Sofa, mit Limetten-Soda und Blick auf den Nam Kham, machten wir uns an die weitere Ausarbeitung unserer geänderten Reisepläne. Inzwischen hatte sich nämlich noch mehr geändert: Hongkong Airways hatte uns eine Mail geschickt, dass der Flug Bangkok-Hongkong um 11:20 gestrichen wurde, sie hatten uns auf den Nachmittags-Flug um 15:50 umgebucht. Das passte uns aber überhaupt nicht, denn schließlich hatten wir extra einen frühen Flug von Vientiane nach Bangkok gewählt, um mit einem frühen Weiterflug schon am Nachmittag in Hongkong anzukommen.

Die Änderung würde nicht nur fast 7 Stunden Wartezeit auf dem Bangkoker Flughafen bedeuten, wir würden auch erst am Abend in Hongkong ankommen. Zwar hatte uns Hongkong Airways auf meine empörte Mail hin die Umbuchung auf einen Thai Airways Flug um 10:30 angeboten, da wir aber erst um 9 aus Vientiane angekommen würden und das Gepäck nicht durchgecheckt wird, wir also komplett einreisen und neu einchecken müssten, würden 1 1/2 Stunden kaum reichen.

Wir nahmen diese Komplikationen als Indiz, dass wir auf Hongkong verzichten (zumal es dort echt kalt ist – 9-12° – und viel Regen) und stattdessen länger in Australien bleiben sollten. Eine Mail mit der Bitte, den Flug zu stornieren und den Ticket-Preis zu erstatten, ging an Hongkong Airlines, dann suchten wir Flüge nach Perth. Eigentlich hatten wir uns ja schon auf Air Asia eingestellt, mit einer Übernachtung in Kuala Lumpur. Nur würden wir jetzt dort viel früher als geplant ankommen – und Kuala Lumpur ist nicht unbedingt eines unserer Lieblings-Ziele. Eine Alternative wäre, ein oder zwei Nächte Bangkok – aber von dort gibt es keine günstigen Flüge nach Australien, außerdem ist die Flugzeit zu lange.

Plötzlich kam eine weitere Stadt ins Spiel, wo wir schon lange nicht mehr waren – Singapur! Dorthin und von dort fliegen etliche Lowcost-Flieger wie Tigerair, Scoot, Virgin und Jetstar. Jetzt hätten wir dringend ein zweites Netbook oder Tablet gebraucht, damit hätten wir parallel recherchieren können – so beugten wir uns eben gemeinsam übers Netbook und suchten.

Flugzeiten und Preise wurden verglichen – am Ende machte Tigerair das Rennen, mit denen fliegen wir am 27. Februar um 12 Uhr nach Singapur, bleiben dort zwei Tage, dann geht’s wieder zu ebenso guten Zeiten weiter nach Perth!

Inzwischen war es schon später Nachmittag, Zeit, wieder etwas zu bummeln. Als erstes gab es eine Stärkung in Form von Elefantenohren und Kaffee in der Scandinavian Bakery. Elefantenohren sind die hiesige Version unserer Schweinsöhrchen – ein sehr dünnes, sehr knuspriges Gebäck von der Größe einer kleinen Pizza, mit grobem Zucker und Zimt bestreut. Bäckereien und Konditoreien mit den verführerischsten Leckereien gibt es hier reichlich –  Luang Prabang ist ein echtes Leckerland für Süßschnäbel!

Da dies unser 4. Besuch in Luang Prabang ist, ließen wir die Tempel dieses Mal eher links liegen, konzentrierten uns weniger aufs “Anschauen”, sondern eher auf’s “Da-Sein”.
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Als die Sonne Anstalten machte, hinter den Bergen zu verschwinden, setzten wir uns an den Fluss und sahen ihr ganz geruhsam dabei zu …
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