19. Februar – Noch eine Reiseplan-Änderung!

P1030179Nachts prasselte der Regen auf unser Hüttendach, morgens hingen dicke Wolken am Himmel, es war lausig kalt.

Wir saßen fröstelnd – nein, eher schon frierend – im offenen Restaurant beim Frühstück und starrten auf die Berge, über denen dicke schwarze Wolken hingen.

Dann kam der Wind. Wurde immer stärker, schließlich flogen Tischdecken und Servietten von den Tischen, die hastig abgedeckt wurden.

Die wenigen Boote auf dem Fluss schafften es kaum, stromaufwärts gegen den Wind vorwärts zu kommen, der ihnen direkt entgegen blies. Schließlich sahen wir, wie von einem Boot Teile des Daches abgerissen wurden und ins Wasser flogen …P1030151

Schließlich fing es auch noch an zu regnen – und wir hatten plötzlich überhaupt keine Lust mehr, uns auf dem Weg nach Muang Ngoi 1 1/2 Stunden (bzw. bei dem heftigen Gegenwind und zudem stromaufwärts wohl eher 2 Stunden oder mehr) den tobenden Elementen auszusetzen. Uns war klar – wir würden mit hoher Wahrscheinlichkeit ziemlich nass werden und genauso sicher ziemlich frieren und es gäbe kaum eine Möglichkeit, hinterher wieder richtig trocken und warm zu werden, falls das Wetter so bleibt.

Wir saßen noch etwas unschlüssig herum, als  Max, der mit Margot eigentlich mit dem Bus zurück nach Luang Prabang fahren wollte, ernüchtert vom Busbahnhof zurück kam, denn die Busse um 10 und 12 Uhr waren offene Songthaews – eine Art Pritschenwagen mit zwei schmalen Bänkchen rechts und links, freundlich mit “Local Bus” umschrieben. Was an einem warmen, sonnigen Tag vielleicht ein nettes Abenteuer gewesen wäre, war an einem nassen, kalten und stürmischen Tag deutlich weniger angenehm.

Die einzige Alternative war ein Minibus, der zwar erst um 13:30 ging und deutlich teurer war – allerdings mit 55.000 Kip, also ca. 5 Euro , immer noch ziemlich erschwinglich.
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Je mehr sich Margot und Max mit der Vorstellung anfreundeten, statt im offenen Saengthaw mit einem warmen, trockenen Minibus nach Luang Prabang zu fahren, desto verlockender schien auch uns diese Alternative.

Spätestens nachdem bei einem zweiten Boot direkt unterhalb des Mandala Ou Teile des Daches weg flogen, stand für uns dann auch fest, dass Muang Ngoi heute auf uns verzichten muss und wir stattdessen zurück nach Luang Prabang fahren.

Irgendwie waren wir erleichtert, nachdem der Entschluss einmal gefasst war. Statt in Sturm und Regen auf dem Nam Ou nach Norden zu fahren, tranken wir heißen Tee im Mandala Ou, buchten für die nächsten zwei Nächte noch ein Zimmer im Apsara und vertrieben uns die Zeit bis zur Abfahrt des Busses, indem wir Kenny noch nach weiteren Details über Western Australia löcherten.

Wir hatten inzwischen alles angezogen, was wir dabei hatten (was nicht viel war, denn für die paar Tage reisten wir mit kleinstem Gepäck, der Rest stand in Luang Prabang) und ich hatte ein kurzes und ein langärmeliges T-Shirt an, darüber eine Fleecejacke und zudem noch eine Regenjacke, die zum Glück in letzter Sekunde noch im Rucksack gelandet war. Trotzdem war es alles andere als warm – aber wir bekamen so viel heißen Tee und Kaffee, wie wir wollten.

Kurz nach 13 Uhr verabschiedeten wir uns von Nic und Kenny …
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und gingen die paar Meter rüber zum Busbahnhof.
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Ein mit jungen Backpackern vollgestopftes Songthaew verließ gerade den Hof Richtung Oudomxai. Zwei junge Männer standen hinten auf der Trittfläche und klammerten sich an den Haltegriffen fest – ob sie das wirklich mehrere Stunden lang aushalten würden??? Bei DEM Wetter???

Wir waren zunächst nur 6 Passagiere – Margot und Max, Dieter und ich, ein laotischer Student, der sich als “Udon – you know, like the town in Thailand …” vorstellte und eine winzige ältere Frau, die vorne beim Fahrer Platz nahm. Der Fahrer hatte allerdings ganz offensichtlich keine Lust, loszufahren, so dass Max sich um 13:45 mal bei einem Mann in Uniform der gemütlich auf einer Bank saß, erkundigte, wann es denn los ginge.

Da kam Leben in die Bude! Der Uniformierte besann sich auf seine Rolle, herrschte den Fahrer ziemlich rüde an, der daraufhin beleidigt sein Mittagessen beendete und sich daran machte, das Gepäck auf dem Dach fest zu zurren. Kurz danach ging es los – und wir merkten schnell, dass er in jedem Dorf die Geschwindigkeit verringerte und nach Fahrgästen am Straßenrand Ausschau hielt. P1030160
Es dauerte auch nicht lange, da hatte er ein junges Paar mit einem kleinen Mädchen entdeckt, die zustiegen. Ein paar Kilometer weiter kam noch ein junger Mann mit Unmengen von Gepäck dazu – damit war der Wagen voll und der Fahrer endlich zufrieden.
Zufrieden bedeutete, dass er jetzt das Tempo deutlich erhöhte und mit 80 km/h über die Buckelpiste bretterte. Schlaglöcher umfuhr er, indem er rechts mit zwei Rädern von der Straße runter auf den sandigen Seitenstreifen fuhr– der war aber oft sehr abschüssig, so dass der Wagen häufig bedenklich in Schieflage geriet und ich öfter mal Angst hatte, dass wir umkippen könnten. Gelegentlich erwischte er auch ein Schlagloch, dann flogen wir fast an die Decke …

Wir waren alle ziemlich gerädert, als wir uns Luang Prabang endlich näherten – und der nette Udon handelte mit dem Fahrer noch aus, dass er uns nicht einfach an der Southern Bus Station absetzte, von wo aus wir dann mit einem Songthaew wieder zurück in die Stadt gemusst hätten, sondern direkt zum Apsara brachte (für eine Aufpreis natürlich!) Wir waren mehr als froh, als wir nach 3 Stunden Schüttelei endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten.

Weil wir das Zimmer quasi last minute gebucht hatten, war in der günstigeren Kategorie nichts mehr frei – ein anderes Hotel für die zwei Tage wollten wir aber auch nicht, also leisteten wir uns für zwei Tage ein Superior Zimmer.

Das Zimmer ist ein halber Tanzsaal, das Bad geräumig, mit Badewanne und separater Dusche und WC.

Ein heißes Bad wäre jetzt zwar nicht schlecht gewesen, denn auch in Luang Prabang war es fröstelig, aber schlimmer waren Hunger und Durst. Deshalb gab’s mit Margot und Max nach dem Auspacken einen kurzen Stadtbummel und anschließend Essen – wobei bei der Auswahl des Restaurants heute weniger die Speisekarte wichtig war, als dass man dort einigermaßen vor Wind und Kälte geschützt war.

Und mit einem warmen Essen und kühlem Bier im Bauch ging es uns bald wieder richtig gut!

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