27. Februar – Ein Tag, drei Länder, drei Hauptstädte ….

Laos /Vientiane – das Land, die Stadt stehen allenfalls an der Grenze vom Entwicklungs- zum Schwellenland und haben noch einen sehr langen Weg vor sich.

Thailand/Bangkok – ein Tigerstaat, der allerdings seit einiger Zeit durch  innenpolitische Krisen am Entwicklungssprung gehindert wird. Dennoch ein Land, das schon einen weiten Weg gegangen ist. 

Singapur – eines der reichsten Länder der Welt, hochentwickelt und in jeder Hinsicht dem Westen ebenbürtig.

Der Weg vom Entwicklungsland zum Hightech-Staat begann seeehr früh am Morgen. Um 5:30 Uhr klingelte der Wecker, reichlich verschlafen torkelten wir kurz nach 6 zur Rezeption, um auszuchecken. Anders als versprochen gab es noch nichts zum Frühstück – nicht mal das Wasser für einen Kaffee war heiß , wir mussten uns mit einem Joghurt begnügen, bevor wir um 6:30 zum Flughafen aufbrachen.

Dort erlebten wir mal wieder laotische Langsamkeit in Reinkultur. Der Check-In bei Lao Central Airlines dauerte ewig – keine Ahnung, was an unserem Ticket so interessant war, dass es quasi auswendig gelernt wurde, bevor wir unsere Bordpässe bekamen. Dadurch vorgewarnt, verkniffen wir uns einen Kaffee und pilgerten gleich Richtung Passkontrolle. Auch hier erwischten wir wieder einen Beamten, der wohl noch nicht richtig wach war und trotz Unterstützung durch einen Kollegen kaum schaffte, in Dieters ziemlich vollem Pass einen Ausreise-Stempel anzubringen.

Der Flug war nur ein Hüpfer, die Maschine zwar uralt – den deutschen Aufschriften und blauen Ledersitzen nach offenbar eine ehemalige Lufthansa-Maschine – aber wir starteten auf die Minute pünktlich um 8 Uhr, es gab sogar Kaffee an Bord, und wir landeten nach nur 50 Minuten in Bangkok.

Hier hatten wir erneut Pech – erwischten einen Einwanderungs-Beamten, der offenbar gerade die Entdeckung der Langsamkeit feierte! Während sein Kollege direkt daneben vier bis fünf Passagiere abfertigte, plagte sich unserer immer noch mit der Kundin vor uns ab!

Auch das hatten wir irgendwann hinter uns, unsere Koffer kreiselten schon auf dem Gepäckband, wir schnappten sie, fuhren einen Stock höher und checkten bei Tigerair ein für den Flug nach Singapur. Dass man das Gepäck nicht durchchecken kann und deshalb gezwungen ist, komplett nach Thailand ein- und nur Minuten später wieder auszureisen, gehört zu den großen Nachteilen der Billigflieger. Aber da diese Flüge nur einen Bruchteil dessen kosten, was man bei Thai Airways & Co. bezahlen muss, nimmt man es eben in kauf.

Dieter hatte glücklicherweise einen Teil unserer restlichen Baht griffbereit, so dass wir uns in der Etage zwischen Ankunft und Abflug, wo es Dutzende Restaurants und Läden mit normalen Preisen gibt, endlich ein Frühstück gönnen konnten. Nach unseren heutigen Erlebnissen mit Passkontrollen trödelten wir danach aber nicht lange herum, sondern machten uns gleich auf zur Immigration.

Dort erwartete uns allerdings eine bestens gelaunte, lachende und flotte Beamtin, die uns in Nullkommanix abgefertigt hatte. Anschließend kam die Gepäckkontrolle – und das gab mir fast den Rest: Nicht nur, dass man sogar die Schuhe ausziehen musste, wir mussten einen Ganzkörper-Scan über uns ergehen lassen und anschließend noch eine körperliche Untersuchung (weil in meiner Hosentasche ein paar vergessene Baht-Münzen den Metalldetektor aktiviert hatten!)

Total ge- und entnervt stiegen wir kurz vor 12 in den Tiger-Flieger, der pünktlich startete und dank Rückenwind oder sonst was schon 45 Minuten vor der offiziellen Ankunftszeit in Singapur am Changi Airport landete.

Dort waren wir endgültig davon überzeugt, dass heute einfach nicht unser bester Reisetag ist: Wir stellten uns an verschiedenen Schlangen an, beide eher kurz, aber während ich rasch durch war, hatte Dieter wieder mal einen Beamten erwischt, der Pässe so spannend fand, dass er jeden einzelnen von vorne bis hinten intensiv durchlas. Da Dieter nur noch zwei freie Seiten im Pass hat, gab es da einiges zu lesen. Als wir zum Gepäckband kamen, trudelten nur noch wenige Koffer im Kreis … zum Glück waren unsere dabei.

Auch danach stockte es – wir fanden zwar den Shuttlebus-Schalter auf Anhieb, mussten aber vorher noch Singapur-Dollar am Automaten ziehen, um das Ticket zu bezahlen, verpassten dadurch den Bus und mussten  ca. 20 Minuten auf den nächsten warten. Das Shuttle entpuppte sich als komfortabler Minibus mit lauter Einzelsitzen, der uns in ca. 20 Minuten direkt zum Carlton Hotel brachte – für einen Fahrpreis von 9 S$ (ca. 4,80).

Auf dem Weg beeindruckten uns die endlosen Parks und Grünanlagen, auch die Straße ist beidseitig üppig bepflanzt, es grünt und blüht in allen Farben. Erstaunlich, dass sich ein Stadtstaat, in dem Grund und Boden sehr knapp sind, derart ausgedehnte Parks leistet! Und natürlich war alles top-gepflegt und so sauber wie in der Schweiz!

Das Carlton Hotel liegt sehr gut – nur ca. 10 Minuten Fußweg zum Clark- und Boat Quay und eine Metro-Station um die Ecke. Unser Zimmer begeistert uns aber eher wenig – ziemlich in die Jahre gekommen und leider haben wir auch keine tolle Aussicht. Aber daran bin ich selbst schuld, denn wegen meiner Unentschlossenheit war uns das Superangebot im Swissotel entgangen, wo wir vor einigen Jahren schon mal gewohnt hatten, im 45. Stockwerk mit Traumblick und wo wir eigentlich gerne wieder hin wollten. Leider zögerte ich die Buchung immer wieder hinaus und als wir/ich endlich buchen wollten, war das letzte Zimmer 30 Minuten vorher vergeben. So kurzfristig gab es kaum noch Auswahl, deshalb landeten wir im Carlton.

Da man hier aber wenig Zeit im Zimmer verbringt, war uns das doch letztlich egal – wir waren inzwischen seeeehr hungrig und machten uns auf die Suche nach einer Mahlzeit. Am Singapur River mit Clark– und Boat Quay ist es zwar wunderschön – wir hatten diese Gegend allerdings als ziemlich hochpreisig in Erinnerung und schauten uns deshalb erst mal in der Umgebung um.

Uns fielen fast die Augen aus dem Kopf – direkt gegenüber vom Carlton gab es deutsche Küche!!!

Unser Hunger ließ uns praktisch keine Wahl – wir landeten bei Kölsch und Weißbier vom Faß und gegrilltem Hähnchen. Gesättigt und getränkt machten wir uns eine Weile später auf Richtung Fluss. Unterwegs sahen wir erstmals Singapurs neues Highlight aus der Nähe – das Marina Bay Sands.

Was aussieht, als sei ein Schiff auf drei Hochhäusern gestrandet, ist tatsächlich das angesagteste Hotel der Stadt. Da die Übernachtungspreise dort bei ca. 250€ losgehen, kam es für uns leider nicht in Betracht – wir überlegten zwar, einen Drink in der Bar ganz oben zu nehmen und die Aussicht zu genießen, waren dann aber doch zu müde und beließen es dabei, das architektonische Wunder von unten zu bestaunen.

Am Flussufer stehen eine Reihe von Bronzefiguren, die die Geschichte der Stadt widerspiegeln.




Die quietschvergnügten nackten Buben, die sich gegenseitig in den Fluss schubsen, haben uns schon vor Jahren begeistert!

Langsam senkt sich die Dämmerung herab, wir schlendern den Boat Quay entlang, an dem sich eine Kneipe an die andere reiht.



Hier herrscht schon reges Treiben, offenbar kommen viele Singapurer direkt vom Büro aus hierher – zumindest die Bekleidung suggeriert das. Weiter hinten geht es etwas legerer zu…

Kulinarisch wird hier eine Menge geboten, in erster Linie Seafood. Gigantische Königskrabben aus Alaska, riesige Bluecrabs und Langusten – ein Paradies für jeden “Foodie”!


Wir bedauerten, dass wir schon gegessen hatten, ließen uns aber – nachdem wir sowohl den Boat – als auch den Clark Quay rauf und runter gewandert waren – noch zu einem Bier direkt am Wasser nieder und genossen die Farbenspiele im Wasser und den Blick auf die prächtig beleuchtete Fassade des Fullerton Hotels.


Schöööön – oder???

Ein Kommentar zu “27. Februar – Ein Tag, drei Länder, drei Hauptstädte ….

  1. Apropos üppig begrünte Straße: hast Du gewusst, dass die vielen Blumenkübel, die als Trennung zwischen linker und rechter Fahrbahn fungieren, im Ernstfall eilig auf Rollen fortgeräumt werden können damit die Straße Richtung Changi Airport als zusätzliche Start- Landebahn für Militärflugzeuge im Verteidigungsfall genutzt werden kann?

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