28. Februar – In der Stadt des Merlion

Nicht nur der Merlion – ein Wesen mit Löwenkopf und Fischschwanz, das Symbol Singapurs –  stand heute auf dem Programm.

Da wir nur einen Tag Zeit hatten, aber möglichst viel (wieder-)sehen wollten (unser letzter Besuch lag schon 10 Jahre zurück, da hatte sich sicher vieles verändert), mussten wir uns ranhalten.  

Vorher gab es noch ein opulentes Frühstück mit Nescafé, Beuteltee und Muffins – auf dem Zimmer. Frühstück war im Hotelpreis nicht drin und nachdem wir erfuhren, dass es im Hotel pro Person 33 S$, zzgl. 17% Steuer und Servicegebühr kosten sollte, entschlossen wir uns zur Selbstversorgung. Mehr als 40 Euro nur für ‘s Frühstück – das fanden wir eindeutig zu viel!

Anschließend suchten wir die nächstgelegene MRT-Station und nahmen die U-Bahn nach Chinatown. U-Bahnhöfe sind hier keine düsteren, stinkenden Katakomben, sondern makellos saubere Hallen. Hier kann sich auch niemand vor eine U-Bahn werfen, denn die Gleise sind hinter Wänden mit Glastüren verborgen, die sich millimetergenau dort öffnen, wo die Zugtüren sind.


In Chinatown angekommen, wurden wir mit jeder Menge Pferde konfrontiert – das chinesische Jahr des Pferdes hatte erst kürzlich begonnen.


Chinatown wurde vor etlichen Jahren behutsam restauriert; viele der schönen alten Shophäuser erstrahlen jetzt wieder in früherem Glanz. Durch die engen Gassen des Viertels drängen sich Touristen, eine Verkaufsbude klebt an der anderen – es war wie auf einem Rummelplatz.


In der Foodstreet, wo man sich Essen und Getränke an einem der vielen Stände holt und sich dann irgendwo hinsetzt, legten wir eine Pause ein und stärkten uns, bevor es weiterging, nach Little India.

Um von China nach Indien zu wechseln, muss man nicht mal umsteigen – nur 3 Haltestellen trennen die beiden Länder-Viertel.

Als wir aus der Tiefe wieder an die Oberfläche kamen, landeten wir mitten in einem indischen Markt -bunt, laut und sehr vielfältig!

Little India ist vor allem eines – farbenfroh! Es leuchtet förmlich – selbst ein Gewürz- und Kräuterladen sprüht vor Farben.

Und es duftet verführerisch nach Gewürzen und diversen Gerichten, die überall zubereitet werden. Dem Gewürzladen konnte ich nicht widerstehen – eine Tüte Kurkuma wanderte in meinen Rucksack, auch wenn das vermutlich noch mehr Ärger mit dem australischen Zoll bedeuten wird.
Quietschbunte Häuser …


… Frauen in papagbeienbunten Saris (die sich aber mit ziemlich bösen Blicken das Fotografieren verbaten…), Männer mit Turbanen – und praktisch keine Touristen. Little India hat schon was!

Von der vielen Lauferei leicht ermattet, fuhren wir zurück ins Hotel und legten eine Kaffee-Pause ein, außerdem wollte ich mal kurz in der Lobby nachsehen, ob Mails gekommen waren. Internet gibt es im Zimmer nicht bzw. nur gegen saftige Gebühren – und unten in der Lobby, wo es kostenfrei WLan gibt, herrschen arktische Temperaturen, für einen längeren Aufenthalt also denkbar ungeeignet.

Gegen 16:30, als das Licht langsam golden wurde, wanderten wir wieder los – dieses Mal runter zum Singapur River, um den Merlion zu besuchen. An den Raffles-Arkaden entlang …

… vor uns die Banken-Skyline …

… links der Blick auf das futuristische Marina Bay Sands Hotel.

Vorbei am ehrwürdigen Cricket-Club ging es zum Fluss,

und zur Statue des Stadtgründers, Sir Thomas Stamford Raffles, der hier am 28. Januar 1819 an Land gegangen war.
Ein attraktiver Mann … er scheint nachdenklich auf die Hochhäuser hinter den alten Kolonialgebäuden zu blicken. Was er wohl denken würde, wenn er sehen könnte, was aus dem einstigen malariaverseuchten Sumpfgebiet geworden ist?

Singapur war bis 1965 britische Kolonie – im Jahr 2015 wird der 50. Geburtstag seiner Unabhängigkeit mit einer Serie von Veranstaltungen gefeiert, derzeit läuft eine Kampagne,  mit der alle Singapurer aufgefordert werden, Ideen zu äußern und Vorschläge einzureichen. In allen U-Bahnen hängen entsprechende Plakate.

Wir überlassen Sir Thomas seinen Gedanken und gehen – am malerischen Fullerton Hotel vorbei – zum Merlion.


Die vor dem Hotel  ins Wasser springenden Bronze-Buben bringen nicht nur uns zum Lachen 😉

In den USA wäre diese Darstellung unbekümmerter kindlicher Nacktheit sicher verboten – und möglicherweise auch demnächst in Deutschland, falls die Pläne unseres neuen Justizministers realisiert werden, der ja offenbar jegliche Darstellung von nackten Kindern verbieten will!

Um die Ecke erwartet uns nicht nur der wasser-speiende Merlion vor Wolkenkratzer-Kulisse,

sondern auch ein fantastischer Panoramablick auf Singapurs neueste Attraktionen: Das Marina Bay Sands mit seinem Schiff auf dem Dach, das Ende 2011 fertiggestellte und einer Lotus-Blüte nachempfunden ArtScience Museum, und das 165 m hohe Riesenrad “Singapore Flyer”, derzeit höchstes Riesenrad der Welt!

Alle drei sind technische und architektonische Meisterwerke, die wohl nur in einer Stadt, in der Geld keine (bzw. die alles entscheidende) Rolle spielt, realisiert werden konnten.

Der Merlion spuckte ungerührt sein Wasser Richtung Bay, wir freuten uns an der volksfestartigen Stimmung, die auf dem Pier herrschte und über das tolle Wetter – bei unseren letzten beiden Besuchen hatten wir reichlich Regen gehabt.

Zurück am Boat Quay setzten wir uns ein Weilchen auf einen der Steinquader – so langsam machten sich nicht nur die Füße bemerkbar, sondern auch Durst und Hunger. Wir beratschlagten, wo wir essen wollten, denn es war schon kurz vor 18 Uhr. Es wird hier deutlich später dunkel als in Laos, denn Singapur liegt zwar in einer anderen Zeitzone und ist deshalb dem Norden um eine Stunde voraus – es liegt aber kaum östlicher als z.B. Vientiane oder Phnom Penh, wo es schon um 18:30 dunkel wird.


Wir landeten schließlich in einer der Uferkneipen, verschmähten allerdings doch die Riesenkrebse zu Gunsten von Nachos und Fish’n Chips.

… beides ausgesprochen lecker und noch dazu mit Traumblick auf den nächtlichen Fluss!

Danach noch ein bisschen rumbummeln, die entspannte Party-Stimmung genießen …


… ein letzter Besuch beim Merlion und den architektonischen Wunderwerken.



Danach ging’s zurück ins Hotel – und morgen auf nach Australien!

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