4. März – Morgens um 5 ….

213px-KookaburraEine herrlich kühle Nacht, ein bequemes Bett, vor dem Einschlafen noch ein Glas von Hywels Rotwein – damit war die Nachtruhe gesichert.

Die dann allerdings Punkt 5 Uhr zu Ende war, weil irgendjemand direkt vor unserem Fenster so richtig dreckig lachte, kicherte – auf jeden Fall einen Höllenlärm machte. 

Ein Kookaburra !, nicht gerade ein sehr melodischer Weckruf, außerdem war es entschieden zu früh!!!!

Wir ignorierten den Vogel, drehten uns wieder um, schliefen weiter – Frühstück gab es schließlich erst um 8:30 … Wer leicht neidisch wird, sollte jetzt besser nicht weiterlesen oder gucken – der heutige Tag hatte nämlich extremes Neidpotenzial!

Das fing mit dem Frühstück an: Die Nescafé-Zeiten sind vorbei, heute wurde gemeinsam mit 4 anderen Gästen üppig an einem langen Tisch getafelt! Und zwar exzellent: Eine Riesenschüssel Obstsalat –  mindestens 10 verschiedene Obstsorten hatte Jeannie reingeschnippelt –  sahniges Joghurt und diverse Getreidesorten, warme Croissants, Rosinenbrot und Toast, frischer Saft, eine Riesenkanne Kaffee, eine kleinere mit Tee (just for me – ich war die einzige am Tisch, die Tee trank), hausgemachte Marmelade …

Danach ging es typisch englisch weiter – wobei wir auf gebackene Bohnen, gebratene Pilze, Hash Browns (eine Art Rösti) und Würstchen verzichteten und uns mit Rührei, Bacon und Grilltomaten begnügten.

Das alleine wäre ja schon toll gewesen – aber wir hatten auch richtig nette Mit-Esser am Tisch: Brian und Madonna aus Sydney – dort wollen wir unbedingt noch mal hin …

Außerdem David und Sandy, die nicht nur aus England stammen, sondern in einem unserer absoluten Lieblings-Urlaubsorte in Cornwall daheim sind: Porthleven!!! Erst im letzten Jahr waren wir zum X-ten Mal dort gewesen – wenn auch nur auf ein Bier im Harbour Inn (ganz am Ende der Seite)!

Beide Paare sind sehr reiselustig, die Engländer hatten den nahen Osten vom Oman bis Jordanien mit dem Mietwagen bereist, sind Stammgäste auf diversen griechischen Inseln und haben gerade zum ersten Mal einen Wohnungstausch gemacht: Sie verbringen die nächsten 10 Tage im Haus einer australischen Familie, die wiederum im Sommer 10 Tage in Cornwall einziehen wird.

Die Australier hatten lange Jahre in Europa verbracht, sowohl in Schottland als auch in Deutschland gelebt, und sind jetzt in Sydney zu Hause. Weil wir uns so viel zu erzählen hatten, brachen wir erst ziemlich spät auf – versehen mit einer exzellenten Karte und jeder Menge guter Ratschläge zu den Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.

Das Wetter war allerdings zunächst weniger exzellent – dicke Wolken türmten sich im Süden auf, wo wir eigentlich hin wollten. Außerdem wehte ein sehr unangenehmer südlicher Wind (Südwind ist hier kalt – er kommt direkt aus der Antarktis). Dennoch fuhren wir erst Mal zum Surfers Point nach Prevelly, nur ein paar Kilometer von Margaret River entfernt.

Während im Norden der Himmel in makellosem Blau erstrahlte, hingen im Süden hartnäckige graue Wolken. Wir mögen Blau lieber als Grau – drehten um und fuhren nach Norden. Erst mal vorbei an bizarren blattlosen Bäumen, die wie seltsam verrenkte Tänzer aussahen.

Ein Brauerei-Name ließ uns stutzen – Duckstein, das kannten wir von einem Besuch an der Ostsee! In Ahrenshoop hatten wir dieses Bier schon mal getrunken. Ein kurzer Stopp an der Brauerei …

… und ein Gespräch mit der jungen Managerin (Hotelfachkräfte kommen herum in der Welt – von Bayern über die USA und Bali war die junge Frau hier gelandet und ist begeistert über die sehr gute Bezahlung und die tollen Arbeitszeiten von 11-17 Uhr), die uns erzählte, dass tatsächlich eine deutsche Familie diese Brauerei gegründet hat und Hopfen und Malz bis heute aus Bayern importiert werden.

Weiter ging’s …. vorbei an seltsamen Früchten …

… und fantastisch anmutenden Seen, die so blau wie Schwimmbäder waren.

Allerdings hatte das Meer nur wenig später beim Sugarloaf Rock im Leeuwin-Naturaliste National Park eine ganz ähnliche Färbung!
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Bevor wir weitere Strände besuchten, musste aber zunächst ein wichtiger anderer Punkt abgehakt werden: Das Cape Naturaliste Lighthouse. Wann und wo immer ein Leuchtturm irgendwo in der Nähe unserer Reiseroute liegt, muss Dieter einfach hin! Nicht selten wird die Route aber auch extra so gelegt, dass wir an möglichst vielen Leuchttürmen vorbeikommen. Aber ich denke, es gibt schlimmere (Sehn-)süchte Zwinkerndes Smiley.

Dieser hier wäre der ideale Ort, um Wale zu beobachten – wenn man zwischen September und November hier ist. Derzeit gibt es leider nur Wasser von oben zu sehen – deshalb schenkten wir uns den kräftezehrenden Aufstieg und begnügten uns mit dem Blick von unten nach oben.
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Vorbei an abgeernteten Feldern, die ziemlich ausgetrocknet unter dem tiefblauen Himmel lagen, an ebenfalls vertrockneten Weiden mit riesigen Bäumen.
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… steuerten wir die Eagle Bay an.
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Eine Beschreibung ist hier eigentlich überflüssig … Dieser Strand kann locker mit jedem thailändischen Traumstrand mithalten, auch Südseefeeling kommt hier auf. Außerdem war der Strand menschenleer. Naja, fast – ein paar Jogger und ein Hund liefen durch den Sand.
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Im Wasser war niemand, obwohl es kristallklar ist. Später erfuhren wir, dass die Australier offenbar mittlerweile etwas verweichlicht sind. Während ihre britischen Vorfahren bis heute ihre Söhne ab 1. April  in kurze Hosen stecken – egal, wie kalt es ist, denn es ist Frühling –  gehen die Westaustralier ab 1. März eher nicht mehr ins Wasser – egal, wie warm es ist,  denn es ist Herbst …

Das Wasser war zugegebenermaßen auch etwas frisch – aber toll!!! Wir fuhren weiter – nur, um gleich wieder anzuhalten.
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Und so ging es weiter…
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… und weiter …
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… von einer Traum-Bucht zur nächsten. Manchmal waren die Wellen so hoch (es war ziemlich windig), dass sich die Wellen richtig aufbäumten – die Surfer waren sichtlich zufrieden.
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Und dann wieder ruhige Buchten mit türkis-blauem Wasser.
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Oder auch tosendes Wasser zwischen engen Felsen, bei den Canal Rocks ….
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… bevor es zum nächsten Bilderbuchstrand ging.
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Aber auch der Weg war mitunter das Ziel – richtige Baumtunnel überspannten die Straßen.
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Alle paar Kilometer lockte ein Weingut mit kostenlosen Weinproben – wir hätten uns hier locker einen Vollrausch antrinken können!
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Darauf verzichteten wir aber gerne – denn in Margaret River in der Settlers Tavern lockte abends eine ganz andere Köstlichkeit: Weihenstephaner Weißbier vom Fass!!!
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Mit einem uns zwar unbekannten, aber sehr guten gegrillten Fisch, vor Ort gefangen, war das ein wunderbarer Abschluss eines wunderbaren Tages.

Und mit dem Weißbier stießen wir auf Margot und Max an, unsere bayrische Reisebekanntschaft aus Laos, mit denen wir nicht nur einen (und den einzigen) Regentag in Nong Khiaw sowie eine sehr holprige Fahrt im Minibus überstanden, sondern auch danach noch ein paar schöne Tage in Luang Prabang verbracht hatten.

2 Kommentare zu “4. März – Morgens um 5 ….

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