6. März – Howayadoin?!

Egal ob an der Ladenkasse, der Tankstelle, im Lokal – überall wird man mit einem freundlich-genuschelten “Howayadoin?” oder noch kürzer “Howyado” begrüßt.

Selbst auf dem Weg zum Strand oder auf dem Parkplatz rufen wildfremde Leute einem den Gruß zu. Gemeint ist “How are you doing – Wie geht’s?” Und es wird tatsächlich erwartet, dass man darauf reagiert! 

Allerdings ist eine andere Antwort als “Just great” oder zumindest “Great” – allenfalls noch “Fine” inakzeptabel…. Zwinkerndes Smiley Die Australier mögen es eben gerne positiv.

Bei uns stand heute morgen allerdings eine Verabschiedung an – von Hywel, Jeannie und ihrem zauberhaften kleinen B&B.
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Mit Jeannie versuchte ich noch, bei Google Maps das kleine Menu zu finden, wo man falsche Routen-Angaben korrigieren kann, aber während mir das bei meinem Netbook (und natürlich mit Maus – ich bin bekennender Touchpad-Idiot) schon öfter gelungen war, kam ich mit Jeanies IPad nicht klar.

Und das Netbook nochmal aus dem Auto holen, wollten wir auch nicht, wir mussten los.

Wir hatten eine lange Strecke vor uns, bis Denmark sind es ca. 350 km. Also ging es erst mal auf den Busselton Highway, damit wir Land gewannen. Was allerdings nicht bedeutete, dass wir einfach so durchbretterten – dazu ist die Natur viel zu schön.

Wir kamen durch große, lichte Wälder mit Karri Bäumen sowie Jarri und Marri, die es praktisch nur hier gibt und die zu den höchst-wachsenden der Welt zählen. Sie wachsen fast schnurgerade nach oben, die Stämme sind völlig astlos, die Krone sehr weit oben.

Im Winter – der hier ja vor der Tür steht – werfen sie die Rinde in langen Streifen ab, der Waldboden (und auch die Straße) ist mit Rindenstreifen übersät.
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Im weiteren Verlauf fuhren wir an endlosen Weiden vorbei, jede mit einem größeren oder kleineren Billabong, einem Teich, der sowohl als Tränke für das Vieh (überwiegend pechschwarze Rinder) dient, als auch ein Reservoir für die Bewässerung ist. Kleine Farmen, weit weg vom nächsten größeren Ort.

In Northcliffe legten wir eine Pause ein … viel los war da allerdings nicht, aber immerhin gab es Kaffee und Apfelkuchen. Australische Kleinstädte bzw. Dörfer sind oft nicht mehr als eine Handvoll Häuser entlang des Highways, und die Geschäfte haben alle die hier charakteristische weit vorgezogene Überdachung, die wenigstens ein bisschen Schatten spendet.
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Am Straßenrand fielen uns immer häufiger knallrote Blumen auf, die aus der Ferne wir Klatschmohn aussahen – aus der Nähe aber eher wie rote Flaschenbürsten.
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Und so heißen sie auch “Bottlebrush”!

Ein Stopp bzw. kleiner Umweg stand noch auf unserer Liste – wir wollten ins “Valley of the Giants” im Walpole-Nornalup-Nationalpark. Der Park besteht weitgehend aus praktisch unberührtem Urwald, mit den Riesen sind die hohen “Red Tingles” gemeint, eine Eukalyptus-Art, die bis zu 70 m hoch wird. Anders als bei den Karri-Bäumen schält sich die Rinde der Tingles nicht und wegen ihrer flachen Wurzeln stehen sie ziemlich breitbeinig da –  das verleiht den Bäumen gelegentlich ein ziemlich knorriges Aussehen.
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Schon die Fahrt durch den Wald der Riesen war ungeheuer beeindruckend – wir wollten sie aber auch von oben sehen! Mitten im Wald gibt es einen “Tree Top-Walk”, Stege mit einer Gesamtlänge von 600 m, die in 40 m Höhe durch die Bäume führen.
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Senioren-Ermäßigung gab es hier aber nur für Australier- der Eintrittspreis war für australische Verhältnisse mit 6 AUD aber recht moderat. Die Stege steigen zunächst sehr gemächlich an, man konnte sich also langsam an die Höhe gewöhnen.
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Am höchsten Punkt musste ich dann aber doch etwas schlucken – hier schwingt sich der Steg über eine große Strecke praktisch stützenlos über den Abgrund. Aber der Blick war gigantisch!!!
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Wieder auf dem Boden, statteten wir den Riesenbäumen noch einen Besuch im Erdgeschoss ab – auch von unten beeindrucken die Tingles, die am Fuß oft hohl sind oder große Löcher aufweisen – was die Standfestigkeit aber offenbar nicht gefährdet.
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Wir mussten weiter – Denmark war immer noch ein gutes Stück entfernt.
Kurz vor unserem Ziel bogen wir doch noch Mal ab – die Elephant Rocks konnten wir nicht einfach ungesehen rechts liegen lassen.
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Ein Stück Fußweg – und da waren sie! Es sieht wirklich fast aus wie die Rücken einer Elefantenherde, die sich im Abendlicht im Meer abkühlt.
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Noch eine kleine Kletterei runter zum Strand, zum Elephant Cove, durch einen Felsspalt und wir standen auf einem zauberhaften kleinen Strand, wo Seevögel im Sand nach Nahrung suchten. Da die Flut allerdings drohte, uns den Rückweg abzuschneiden, konnten wir nicht lange hier bleiben.
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Wenige Minuten später hatten wir unser Ziel erreicht, das Windrose B&B, eine kleine Pension, die von Matt und Antje, einem deutschen (und inzwischen auch australischen) Paar geführt wird.
Unser Zimmer war klein, aber zauberhaft – mit einem Felsen in der Wand und einem kleinen “Privatstrand” vor dem Bett, eingelassen in den Fußboden und verglast.
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