8. März – Trübe Aussichten ….

P1040474Morgens um 7:00 – dicke graue Wolken, Regen … 8:00 – immer noch grau und es nieselt … 9:00 – Wolken eher weiß und ein paar blaue Lücken …

Also nichts wie raus – nach einem üppigen Frühstück mit Eiern und Tomaten, Toast und Käse, Joghurt und Äpfeln, alles selbst zubereitet! 

Wir fuhren erst mal in die Stadt, dort sollte Samstags ein “Farmers Market” stattfinden, der uns im Visitor Center ans Herz gelegt worden war. 

Vorbei an einer hübschen alten Kirche machten wir uns auf die Suche nach dem Markt.
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Irgendwie hatten wir was spektakuläres erwartet – eine lange Reihe Stände, es war die Rede gewesen von Musik und diversen kulinarischen Angeboten. Tja, das war wohl alles etwas schön gefärbt – die Marktstände waren sehr überschaubar, die Musik vom Band und die kulinarischen Angebote beschränkten sich auf das, was man an einigen Ständen probieren konnte …
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Immerhin wurde ich fündig – Bush-Honig!!! Die nette Imkerin ließ mich probieren und ich muss sagen, so aromatischen Honig hatte ich noch nie gegessen! Jedes der kleinen Gläser war von Hand beschriftet und listete genauestens auf, woher der Honig stammte.

Zwei Gläser mussten es dann sein – eines für eine honig-versessene Freundin, eines für uns! (Da ein Paar von Dieters Socken irreparable Löcher hatten und ebenso entsorgt werden mussten wie ein Hemd mit einen Riss an der Schulter, konnte das fehlende Gewicht damit ganz gut kompensiert werden …)

Es ging ein bißchen historisch weiter – das Rathaus …
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… innen ging es eher locker zu.
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Noch mehr Geschichte –
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– ein Nachbau des ersten Schiffes, das in West-Australien gelandet war.
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Wenn man das so sieht und mit den heutigen schwimmenden Hotels vergleicht, kommt es einem richtig winzig vor!
An dem kleinen Teich hausten hunderte von Möwen – die alle erschreckt aufflogen, als ich mich näherte …
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… was Assoziationen zu Hitchcocks “Die Vögel” auslöste…

Noch schnell ein Abstecher zum “Earl of Spencer”, um das Pub auch mal bei Tageslicht zu sehen. Und da gefiel es uns genauso gut wie letzten Abend!
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Etwas weniger gefielen uns die immer dichter werdenden Wolken. Wir hofften auf’s Beste und fuhren Richtung Torndirrup Nationalpark, wo die “Natural Bridge” und “The Gap” lockten, beides sensationelle Granit-Formationen. Vor allem “The Gap”, ein schmaler Kanal, der von Wind und Wasser quasi aus dem Gestein gefräst wurde, musste bei dem derzeit herrschenden starken Wind total beeindruckend sein. Das Wasser wird mit hohem Druck zwischen das Gestein gepresst, schießt hoch und fließt in Kaskaden wieder herunter.

Als wir Albany verließen, war es zwar bewölkt, aber trocken und ab und zu sogar sonnig. Kaum waren wir auf der Halbinsel, wo sich der Nationalpark befindet (ca. 5 km von Albany entfernt) wurde es fast schlagartig immer düsterer, dann neblig und in dem Moment, als wir auf dem Parkplatz bei der “Natural Bridge” das Auto verließen, begann es zu gießen… Zwar versuchten wir erst mal, dem Regen mit Regenjacken zu trotzen – es war uns aber schnell klar, dass die Felsen viel zu nass und rutschig sein würden, als dass wir da risikofrei bis zu den ziemlich exponierten Aussichtspunkten kommen würden. Außerdem war an Fotos gar nicht zu denken – es regnete in Strömen….

Also setzten wir uns schweren Herzens ins Auto und kehrten um. Kaum waren wir in Albany, als der Regen aufhörte und sich auch die Wolken auflockerten. Hinter uns bleib es allerdings dunkel.

Ein kurzer Stopp im Pelikan – ich hatte heute morgen einiges gewaschen und aufgehängt, das wollte ich lieber in Sicherheit bringen – dann fuhren wir gleich weiter Richtung Westen, denn auch dort lockten einige Ziele, die uns die nette Dame im Besucherzentrum auf der Karte markiert hatte. “Two Peoples Bay” und “Little Beach” hatte sie uns als absolute Highlights empfohlen. Und im Westen sah es im Moment noch deutlich freundlicher aus.

Unterwegs wurde es zunehmend dunkler, aber es regnete nicht. Auf den Weiden rechts und links standen Kühe und Schafe – und plötzlich war da eine ganze Herde Kängurus!!!
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Sie schauten uns irgendwie empört an – vermutlich hatten wir gerade ihre Wochenend-Ruhe gestört 😉

In der Ferne sahen wir fast unwirklich weiße Dünen, während beidseits der Straße der übliche rötliche Sand vorherrschte.
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Allmählich machte sich doch der weiße Sand immer mehr breit – und es blühte und grünte in allen Farben am Straßenrand.
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Kleine Bäche durchschnitten die Landschaft …
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Wir kurvten durch fast unberührten Wald …
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… und dann öffnete sich der Blick und eine traumhaft schöne kleine Bucht kam in Sicht – Little Beach
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Selbst an einem so düsteren, bewölkten Tag strahlte das glasklare Wasser in sattem Türkis, der Sand war blendend Weiß. Links vom Strand war ein ausgedehntes Felsmassiv aus rauhem Granit, auf dem man wunderbar herumturnen konnte – ein echter Abenteuerspielplatz mit fantastischen Formationen.
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Wir liefen begeistert wie kleine Kinder auf den Felsen herum, bestaunten Details, bewunderten die Aussicht – bis der Regen so heftig wurde, dass wir zurück mussten und pitschnass den Rückweg nach Albany antraten. Zum Glück hatte das Auto eine gute Heizung (es war inzwischen auch ziemlich kalt geworden), mit voll aufgedrehtem Gebläse trockneten wir dann doch ganz gut ab. Aber es regnete immer heftiger, das war’s also für heute mit Ausflügen und Sightseeing.

Stattdessen machen wir es uns in unserem Apartment bei Kaffee und Keksen gemütlich, Dieter zappte sich durchs Fernsehprogramm, das allerdings ausschließlich australische Sender bot. Hier ist man nicht auf ausländische Touristen eingestellt – nicht mal BBC oder CNN werden angeboten. Und internationale Nachrichten gibt es auch kaum – allenfalls die Ukraine schafft es in die Nachrichten, über die vermisste Malaysia Air Maschine wurde auch nur deshalb berichtet, weil drei Australier an Bord waren – ansonsten ist Top-Thema der Rücktritt des west-australischen Finanzministers, weil er betrunken Auto gefahren ist – und natürlich Kricket …

Der Abend blieb trüb – aber ein erneuter Besuch im Earl of Spencer und ein gutes Essen stimmten uns wieder optimistisch. Und morgen ist ein neuer Tag, an dem die Sonne hoffentlich nicht vergisst, aufzutauchen!

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