10. März – Strände für zwei Sonnenbrillen

P1040694Als wir in Margaret River mit Hywel über unsere weiteren Ziele sprachen, meinte er, für die Strände um Esperance brauche man gleich zwei Sonnenbrillen übereinander:

Der Sand sei so unvorstellbar weiß, dass man förmlich geblendet werde. Das wollten wir uns natürlich selbst anschauen 😎

Unser Motel liegt zwar sehr zentral, ist aber absolut ruhig, so dass wir bestens schlafen konnten und morgens fit und tatendurstig waren. Der erste Weg führte ins Visitors Center – wo es ausnahmsweise mal nur spärliche Infos gab. Zu der von uns für morgen geplanten Bootstour zu den vorgelagerten Inseln konnte man gar keine Auskunft geben, wir wurden in einen Laden geschickt, wo man buchen konnte. Auch ansonsten ist das Info-Material hier ungewohnt wenig aussagekräftig.

Wir steuerten den Laden an, der neben Bootstouren vor allem Angelzubehör im Angebot hatte. Da die Touren nur mit mindestens 12 Personen durchgeführt werden, waren wir skeptisch, ob es klappen würde – und für morgen waren wir bisher auch die einzigen, die Interesse hatten. Wir ließen uns zwar auf die Interessenten-Liste setzen, aber es sah nicht so aus, als würden noch weitere 10 Leute morgen um die Inseln schippern wollen.

Aber erst mal war uns das egal – wir fuhren ca. 45 km nach Osten, zum Cape Le Grand Nationalpark. Dort solle es die absolut schönsten und weißesten Strände geben und außerdem interessante Berge und Felsformationen.

Etwa 45 Minuten später waren wir da – und mussten erst mal bezahlen. Dieses Mal klappte es nicht mit der Senioren-Ermäßigung, die resolute Dame am Parkeingang verlangte 12 AUD, Ermäßigung gibt es nur mit australischem Pass. Versehen mit einem Park-Ausweis durften wir weiter fahren und sahen bald drei Hügel vor uns. Der mittlere, Frenchman Peak (262 m hoch) hat eine lustige Spitze, die, aus einem bestimmten Winkel betrachtet, an eine Baskenmütze erinnert.
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Wir näherten uns dem Meer auf einer unbefestigten Straße – die Landschaft war ein Traum!
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Kurz darauf sahen wir von oben einen Strand wie aus dem Bilderbuch – schneeweißer Sand, türkis-blaues Meer, die Lucky Bay.
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Unten am Strand war es dann etwas ernüchternd, denn der puderzucker-feine und wirklich schneeweiße Sand war stellenweise ganz schön dreckig, weil Allrad-Fahrzeuge am Strand herumkurvten. Völlig unverständlich, weshalb so was erlaubt wird – hier ist ein Nationalpark, überall wird auf gefährdete Fauna und Flora hingewiesen und dann fahren diese Autos kreuz und quer über den Strand, verdichten den Sand fast zur Betonpiste und hinterlassen eine Menge Dreck.

Trotzdem war der Strand wunderschön …
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… und wenn man Glück hat, trifft man hier sogar auf Kängurus, die Sonnenbäder nehmen!
Cape_Le_Grand_Lucky_Bay
(Das Foto ist allerdings – leider – nicht von mir, sondern von Steven de Geus. Ich fand an genau dieser Stelle lediglich die Reste einer Sandburg …)
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Aber es gab ja noch mehr Fauna und Flora – Mohrenkopfbüsche …..
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… gelb-bauchige Vögel, die wunderbar sangen …
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… Samenkapseln an Bäumen, die aussahen, wie aus einem Science Fiction Film …
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Es lockten noch weitere Strände – der Hellfire Beach war nur mit Allrad-Antrieb zugänglich, aber die Thistle Cove auch für uns erreichbar. Neben uns parkte eine Aborigines-Familie, ein junger Mann legte mir dringend ans Herz “Don’t just go to the beach – go to the Whistling Rock – it’s awsome! You can hear the voice of the ocean …. it sings!!”

Während fast alle anderen schnurstracks Richtung Strand liefen, folgten wir der Empfehlung, gingen in die andere Richtung und standen vor einem riesigen Felsen, der sich leicht zum Meer hin neigte.
Und tatsächlich – wenn man näher ran ging und sich unter den Felsen stellte, schien das Meeresrauschen plötzlich aus dem Stein zu kommen – nur klang es viel geheimnisvoller, wirklich fast wie eine Melodie, wie die Stimme des Meeres …
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Wir kletterten weiter über den rauen Granit, mit jedem Schritt ergaben sich neue, spektakuläre Perspektiven.
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Schließlich wandten wir uns doch noch dem Strand zu. Inzwischen hatten sich fast alle Leute wieder verzogen und wir waren alleine auf den Felsen oberhalb des Strandes – und mit der atemberaubenden Aussicht auf den perfekten Strand: Glasklares türkis-blaues Wasser, gesäumt von einem schneeweißen Halbmond …
Von unten sah das Ganze genauso spektakulär aus.
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Es war also doch was dran an der Behauptung, dass Australien die weltweit schönsten Strande hat ⭐

Weitere Strand-Fotos spare ich mir – so langsam wird das sicher langweilig! Wir waren zwar noch an einem weiteren Strand, der war nicht ganz so spektakulär, dafür aber endlos lang und bleibt uns in bester Erinnerung, weil wir dort Warane sichteten!
Erst einen direkt am Strand, beim Campingplatz, ein weiterer lief uns dann kurz danach direkt vors Auto.
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Leicht ausgehungert kamen wir am späten Nachmittag wieder in Esperance an und steuerten wieder das Café am Jetty, direkt vor dem Uhrenturm, an.
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Kaffee und ein bisschen Kuchen belebten uns schnell wieder. Wir beobachteten Jungs am Wasser, die offenbar Mutproben ablegten und auf einem Mast herum turnten.
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Was uns hier wirklich auffällt: Kinder spielen und toben draußen herum, Erwachsene und Jugendliche unterhalten sich in den Lokalen miteinander, statt – wie wir das in ganz Südost-Asien, und dort ganz besonders bei jugendlichen Travellern!!! – permanent erlebt haben, jeder für sich auf einem Smartphone herum zu tippen.

Entsprechend hoch ist  der Lärmpegel hier in den Pubs, aber es findet noch echte Kommunikation statt, es ist laut und fröhlich, es wird gelacht und gestritten, man freut oder ärgert sich – und zwar in Echtzeit, nicht virtuell. Nachdem wir z.B. in Thailand oder Laos so gut wie nie erlebt haben, dass zwei Menschen an einem Tisch miteinander geredet haben, sondern jeder für sich mit seinem Smartphone/Tablet oder was auch immer beschäftigt war – selbst beim Essen wurde mit einer Hand oft noch gescrollt – kommt man sich hier manchmal vor wie in einer anderen Zeit!

Auch deshalb ist es hier so schön!

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