14. Juli – Wunderbares Wien! (Teil I)

2014-07-14 14.7.2014 - Wien 023Wunde Füße, müde Augen, der Kopf voll mit eindrucksvollen Bildern …

Wien kann man nicht erfahren – man muss es erlaufen, und das dauert.

Die Entfernungen sind recht ordentlich, in Wien hat man nicht mit Platz gegeizt – die Straßen sind breit, die Plätze weitläufig, die Gebäude monumental.

Theoretisch hätten wir mit der Entdeckungstour vor der Haustür beginnen können, unser Hotel Lindner liegt direkt am Park von Schloss Belvedere. Vom Bett aus hat man einen hübschen Blick auf Park und Schloss.
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Aber Wien hat mehr zu bieten als bloß ein einziges Schloss – dazu mussten wir aber erst mal ein bisschen weiter in die Stadt rein.

Wenige Meter vom Hotel entfernt war die Straßenbahn-Haltestelle, Tickets gab es im Tabak-Trafik Laden daneben. Die nette Verkäuferin hatte Tagestickets für 7,10 € sowie “Einkaufstickets” (gültig von 8-20 Uhr) für 6 € im Angebot und meinte dann etwas zögernd “Sie sind ja noch keine 60 Jahre alt – sonst hätte ich da auch noch Senioren-Tickets für 1,40 € pro Fahrt!” Tja – damit war sie gleich meine neue beste Freundin, denn das waren genau die Tickets, die für uns die richtigen waren – und dass sie mir mein Alter netterweise nicht glauben wollte, war natürlich sehr schmeichelhaft!

Mit den Fahrscheinen kamen wir für kleines Geld erst mal bis zum Karlsplatz. Dort stellten wir fest, dass in Wien vieles anders ist als anderswo –  selbst profane U-Bahn-Stationen sehen hier fürstlich aus!
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Ein erster kurzer Blick auf die Karlskirche
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– dann starteten wir den Rundgang an der Oper. Das imposante Gebäude kann man allerdings kaum ungestört fotografieren – Straßenbahn-Oberleitungen und heftiger Verkehr erschweren Fotos ziemlich.
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Richtet man den Blick einfach mal zu Boden, gewinnt man auch dort neue Erkenntnisse …
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Oder auch nach oben – was sich in Wien ohnehin empfiehlt, die schönsten Ornamente finden sich oft an den Giebeln der Häuser. Den Giebelornamenten werde ich deshalb weiter unten eine eigene kleine Diashow widmen.

Die Albertina allerdings – ein, wenn nicht DAS Kunstmuseum in Wien, das eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt enthält (u.a. Werke von Dürer, Rembrandt, Rubens, Bruegel) – kommt samt Giebel-Ornament gleich hier rein, denn sie war quasi unser erster Eindruck von der vielfältigen Architektur der Stadt.
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Direkt um die Ecke steht die neue Hofburg, ein feudales Bauwerk nach Plänen von Gottfried Semper, das jedoch erst Anfang des 20.Jh. fertiggestellt wurde. Da gab es bereits keine Monarchie mehr in Österreich – die neue Hofburg war also nie bewohnt.
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Fiaker fahren ihre Kundschaft in gemächlichem Tempo durch hochherrschaftliche Anlagen …
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andere warten auf Kundschaft, die aber offenbar nicht übermäßig interessiert ist. Dazu trägt sicher auch die intransparente Preispolitik bei – nirgendwo wird auch nur ansatzweise angezeigt, was so eine Rundfahrt oder auch eine halbe oder ganze Stunde in der Kutsche kostet. Und wer hat schon Lust, ohne realistische Preisvorstellungen mit den Kutschern in Preisverhandlungen einzutreten …
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Wir bleiben also bei Schusters Rappen und pilgern am eindrucksvollen Michaelertrakt der Hofburg vorbei, dessen davor liegender Platz als einer der schönsten Wiens gilt.
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Und fast direkt daneben wird es tierisch – in der Stallburg ist die Hofreitschule untergebracht. Durch einen Toreingang konnten wir einen Blick auf einen neugierigen Lipizzaner werfen, der seinen Kopf aus der Stalltür steckte.
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Uns wurde fast schwindelig bei all den Prachtgebäuden – hier noch ein letztes aus dem Hofburg-Bereich …
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So viel Kultur und Architektur bei sommerlich hohen Temperaturen fordern dringend eine Erfrischung – ein Café am Graben, in unmittelbarer Nachbarschaft der Pestsäule, sorgte mit einem “Verlängertem” und einem “Gespritzten” – also normalem Kaffee und Apfelsaftschorle – für Flüssigkeits-Nachschub.
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Vorbei an weiteren prunkvollen Häuserfassaden
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landeten wir schließlich am Stephansdom.

Die Frontseite mit dem “Riesentor” wirkt eher unspektakulär –
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Die Anfänge des Doms gehen bis auf das Jahr 1137 zurück, später wurde immer wieder an- und umgebaut. Geht man um den Dom herum, entdeckt man, dass der Nordturm merkwürdig unvollendet wirkt.

Er war offenbar von Anfang an eine Fehlkonstruktion. Obwohl angeblich bei Baubeginn 1450 der Wein eines ganzen Jahrgangs als Bindemittel verwendet wurde, ging es mit dem Bau nicht recht voran – er war von Anfang an zu groß und wuchtig konzipiert.

Die Bauarbeiten wurden 1511 einfach eingestellt, erst 1578 bekam der Turm ein Dach, eine Renaissance Haube.Der Südturm hingegen, fertiggestellt 1433,  ist stolze 136 m hoch und gilt als Meisterwerk mittelalterlicher Steinmetz-Kunst.

Am ungewöhnlichsten ist jedoch das Dach, dessen Ziegel in einem Zickzack-Muster in 10 verschiedenen Farbtönen angeordnet sind.
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Auf der anderen Seite des Stephansplatzes spiegelt sich der Dom in der Fassade eines eigenwilligen modernen Gebäudes.
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Nur ein paar Schritte weiter, am Hohen Markt, standen wir fasziniert vor der “Anker Uhr”.  Das Jugendstil-Kunstwerk ist eine brücken-artige Verbindung zwischen zwei Gebäudeteilen am Ankerhof, 10 m breit und 7,5 m hoch. 12 Figuren sind in der Uhr verborgen, eine erscheint jeweils zur vollen Stunde.
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Gestützt wird die Uhren-Brücke von steinernen Figuren.
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Von hier aus wanderten wir zum Fluss hinunter – das war allerdings nur der eher schmale Donau-Kanal, der an dieser Stelle nicht sonderlich reizvoll ist.

Deshalb kehrten wir ihm auch gleich wieder den Rücken zu, setzten uns in die U-Bahn und fuhren bis zur Station “Kettenbrückengasse” – wieder ein kleines architektonisches Kunstwerk  – an der der Naschmarkt seinen Anfang nimmt.
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Bevor wir uns den kulinarischen Highlights widmeten, staunten wir jedoch erst mal über die daneben liegenden Häuser! So was schönes hatten wir noch selten gesehen – reinster Jugendstil, ungemein farbenfroh und perfekt restauriert oder erhalten.
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Aber auch die benachbarten Barockhäuser haben eine Menge Flair … unten wie oben.
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Und hier wird es Zeit, die eindrucksvollen Giebel-Kunstwerke der historischen Wiener Häuser zu würdigen:

Ebenso die kunstvollen Fassaden und Balustraden …..

Dann tauchten wir aber endlich in die Gänge des Naschmarktes ein – und gerieten rasch in eine Art Rauschzustand. Was es hier alles gibt – ich glaube, wenn wir hier wohnen würden, wäre der Naschmarkt eine Art zweites Zuhause …. Klar, Obst und Gemüse gibt es auch anderswo – aber sicher nicht immer so farbenfroh präsentiert wie hier.
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Aber es gab ja auch noch Stände mit orientalischen, italienischen, spanischen und sonstigen Köstlichkeiten!
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Frische Pasta, Käse aus der ganzen Welt, Wurst, Speck, Schinken, Essig und Öl vom Feinsten, Fische aus der Umgebung … ein Paradies für Feinschmecker! Und dann noch unzählige kleine Kneipen, Beiseln, Tapa-Bars …

Wenn es nicht noch etwas früh fürs Abendessen gewesen wäre, hätten wir uns hier hemmungslos durchgefuttert!

Stattdessen ging es am Ende vom Naschmarkt wieder Richtung Karlsplatz, vorbei an der “Secession”, der Antwort von Künstlern wie Gustav Klimt, Koloman Moser und etlichen anderen auf den Prunk und Protz der Wiener “Ringe”. Hier sollte Kunst im schlichten Jugendstil dargeboten werden – ganz ohne Gold ging es jedoch auch hier nicht.
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Bevor wir die Straßenbahn zurück ins Hotel nahmen, gab es nochmal einen kurzen Abstecher zur Karlskirche, die jetzt in der Abendsonne glänzte.
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Für heute war es eindeutig genug – zum Essen gingen wir nur noch wenige Schritte ins Salm Bräu, fast genau neben unserem Hotel und am unteren Ende des Belvedere Gartens gelegen.

Unser „Zu Fuß-Strecke“ heute :

2 Kommentare zu “14. Juli – Wunderbares Wien! (Teil I)

  1. Ich kann mich meinen Vorrednern Doris und Walter nur anschließen: Ein toll geschriebener Bericht, informativ, witzig und spritzig, und auch die Fotos sind wunderschön – du hast wirklich ein Auge für malerische Details!
    Liebe Grüße 🙂 Brigitte

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  2. Was für ein schöner Bericht ! Wir sollten auch mal Urlaub in Wien machen *g
    Wie immer 1A-Fotos und sooooo toll geschrieben, dass „an Wiena da Neid frisst“ !
    Hoffentlich dauert es nicht wieder 2 1/2 Jahre, bis wir uns mal wiedersehen 🙂
    liebe Grüße, Doris und Walter

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