Kleine Fluchten: Fernweh-Rezept

 Manchmal kann man nicht weg – nicht physisch zumindest. Aber man möchte sooo gerne riechen, schmecken, spüren, wie es dort war, wo man sich noch vor nicht allzu langer Zeit so richtig gut gefühlt hatte.

Dann holt man den griechischen/ italienischen/ spanischen Rotwein aus dem Keller, den Parma-/Serranoschinken oder den Feta aus dem Kühlschrank oder auch die Kaffir-Limettenblätter und die Currypaste und kocht sich weg von hier…

Für mich waren es heute Zwetschgenknödel – das Kindheits-Erinnerungs-Essen an unzählige Österreich-Urlaube in Kärnten. Und an unsere Österreich-Kurzreise im Juli.

Zwetschgen- oder auch Marillen-Knödel gab es immer auf dem Campingplatz am Keutschacher See, wo wir in den 60er Jahren regelmäßig unsere Sommerferien verbrachten. Das Rezept – von Alida, einer Wienerin – war so einfach, dass ich die süßen Knödel schon mit 10 Jahren selbst kochen konnte.

Das schwierigste war anfangs die Terminologie – die Begriffe “Topfen” und Marillen” mussten erst mal übersetzt werden, auch die Gewichtsbezeichnungen waren ungewohnt – niemand kennt in Deutschland den Begriff “Deka” – aber als ich es erst mal kapiert hatte, war es ganz einfach.

Und deshalb kochten auf dem Campingplatz am Keutschacher See regelmäßig Knirpse, die kaum in den Kochtopf gucken konnten, riesige Mengen Marillen- oder Zwetschgenknödel für ihre Spielkameraden. Und die halfen ihrerseits jeweils kräftig mit, denn die Knödel mussten ja erst mal geformt werden, bevor sie gekocht, in Zuckerbröseln gewälzt und dann gefuttert werden konnten.

Und ehrlich – sie schmecken heute noch genauso gut wie früher – und sind immer noch kinderleicht zu machen!

Hier das Rezept für 12 Knödel:

500 g Magerquark (Topfen)
250 g Mehl
125 sehr weiche oder geschmolzene Butter
1 Ei
1-2 EL Zucker
12 Zwetschgen oder Aprikosen (Marillen)
Für die Brösel:
ca. 50 g Butter (mehr oder weniger – ist Geschmacksache)
ca. 100 g Semmelbrösel
1-2 EL Zucker

Den Quark in ein Sieb geben und einige Stunden abtropfen lassen, ab und zu mit einem Löffel etwas ausdrücken.

Aus Quark, Mehl, weicher Butter, Zucker und dem Ei einen festen Teig rühren. Ein Brett mit Mehl bestäuben, mit bemehlten Händen so viel Teig aus der Schüssel nehmen, dass eine Zwetschge/Aprikose  gut eingehüllt werden kann. Die fertigen Knödel auf das bemehlte Brett setzen.Wasser (leicht gesalzen) zum Kochen bringen, die Knödel einlegen, einmal aufkochen und ca. 10 Minuten ziehen lassen – bis sie oben schwimmen.

Inzwischen Butter in einer Pfanne zerlassen, Semmelbrösel und Zucker einrühren und leicht anrösten. Die fertigen Knödel in der Bröselmischung wälzen.

Fertig.

Das Rezept kann beliebig vervielfacht oder verringert werden – wichtig ist nur, dass das Mischungsverhältnis immer gleich bleibt – also immer Quark/Mehl/Butter im Verhältnis 1 : 1/2 : 1/4 .

Ein Kommentar zu “Kleine Fluchten: Fernweh-Rezept

  1. Schon beim lesen läuft einem das Wasser im Munde zusammen… und die Fotos sehen so richtig lecker aus: man möchte gleich hinlangen und einen halben Knödel samt Krümeln vom Teller stibitzen 🙂

    Leider spannt die Hose und die böse Waage hat nach Rückkehr aus unserem Urlaub heute morgen auch gleich eine rote Karte gezeigt. Das Rezept wird definitiv nachgekocht – aber später.

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