23. Januar – Hobart: Blue-Eye Trevella, Pink Ling und Bastard Trumpeter …

2015-01-23 021Hier haben Fische nicht so banale Namen wie Kabeljau oder Seelachs – sie klingen eher wie exotische Cocktails oder Songs aus den 60ern …

Hier – das ist TASMANIEN.

Denn da sind wir inzwischen angekommen – und obwohl wir bisher nicht viel mehr als die Hauptstadt Hobart gesehen haben, wissen wir schon jetzt, dass uns Tasmanien ans Herz wachsen wird.

Aufbruch in Melbourne an einem wolkenlosen Sommermorgen. Lucy hatte uns ein Taxi bestellt, das uns flott zum Flughafen brachte. Dort wurden wir mit Automaten konfrontiert: Man musste sich nicht nur seine Bordkarte selbst ausdrucken, sondern auch das Klebeband fürs Gepäck. Und das dann am Koffer anbringen …

Trotzdem gab es noch Schalter, das Gepäck musste ja aufgegeben werden. Und dort staute sich eine fast endlose Schlange, die nur langsam vorrückte. Als wir endlich in die Nähe der Schalter kamen, war klar, warum. Die Damen von Jetstar waren kichernd und schwatzend zum Teil mit sich selbst und der Kollegin am Nebenschalter beschäftigt, außerdem hatten sie irgendwelche Computer-Probleme …

Trotzdem schafften wir es, unser Gepäck abzugeben, wurden sogar gelobt, weil wir die Gepäckgrenzen (max. 20 kg pro Koffer) unterschritten und unser Gepäck-Klebeband richtig am Griff angebracht hatten. Offenbar klappt das nicht immer …

Dafür blamierten wir uns heftig bei der Sicherheitskontrolle! Seit Tagen hatten wir unser Gepäck nach Dieters Schweizer Messer durchsucht und uns bereits resigniert damit abgefunden, dass wir es irgendwo vergessen hatten. Da wurde unsere Bordtasche nach dem Scan rausgezogen, ein Beamter meinte freundlich “Könnte es eventuell sein, dass Sie im Handgepäck ein Taschenmesser haben?” und fischte das vermisste Messer aus einer Seitentasche. Ich beteuerte, dass das keine Absicht war, das Messer aber ziemlich teuer und möglichst nicht weggeworfen werden sollte.

Nach einigem Hin und Her fiel mir ein, dass wir in 10 Tagen wieder nach Melbourne zurück fliegen würden, und da meinte der nette Beamte, ich könne das Messer – gegen eine Gebühr von 2$ – in der Flughafen-Apotheke deponieren und bei der Rückkehr wieder abholen. Mit dem Messer in der Hand durfte ich wieder zurück in den Check-in Bereich, flitzte zur Apotheke, gab das Messer ab, füllte ein Formular aus und hechelte wieder zurück zur Sicherheitskontrolle, wo mich die Sicherheitsleute mit einem breiten Grinsen durchwinkten …

So nett möchte ich mal in Deutschland behandelt werden – und jetzt ist auch die rüde Behandlung bei unserer Ankunft in Melbourne vor 4 Jahren verziehen, wo ich um ein Haar verhaftet worden wäre!
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Der Flug war nur ein Hüpfer, eine gute Stunde nach dem Abflug landeten wir bereits in Hobart auf Tasmanien.

Auch hier – Sommer pur! Der Mietwagen war schnell abgeholt, Routi leitete uns zuverlässig zu unserer Unterkunft – und dort waren wir wieder richtig begeistert! “The Lodge on Elizabeth” ist ein echtes Juwel!
Ein historisches Gebäude, wunderbar restauriert und perfekt gepflegt, mit einem zauberhaften Garten und Zimmern, die direkt aus England zu stammen schienen. Unseres (Nr. 9) hatte ganz besonders viel Charme – es hatte einen winzigen Balkon zum Garten!

Die Gäste haben ein herrlich altmodisches Wohnzimmer zur Verfügung, wo ständig Karaffen mit Portwein, Gläser mit Plätzchen, Schalen mit Süßigkeiten sowie Tee, Kaffee und Kakao bereit stehen. Nachdrucke alter Zeitschriften aus den 60ern liegen herum, die Regale sind voll von Büchern, die man ausleihen kann, im Hintergrund spielen alte Songs oder sanfter Jazz. Hier fühlt man sich auf Anhieb wohl, denn Julie und Jeff, die das Guesthouse betreiben, wollen, dass ihre Gäste möglichst wieder kommen!

Das tolle Wetter lockte dann aber doch raus aus dem Haus und runter zum Hafen.
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Nicht nur Boote und Schiffe – auch schöne alte Häuser gibt es hier.
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Obwohl wir heute nicht sehr viel gelaufen waren, waren wir etwas fußlahm – zurück zur Lodge (= hügelaufwärts, ca. 15 Minuten!) ging es mit dem Bus, dennP1080410 wir wollten den Weg eine Stunde später zum Essen nochmal machen.

Gegessen wurde natürlich am Hafen, und natürlich Fisch – und zwar (auf dringende Empfehlung von Jeff ) – “Blue-Eye Trevalla”, ein Fisch, der nur in den antarktischen Gewässern vor Australien lebt und vorwiegend mit der Leine und nicht mit dem Netz gefangen wird.

Deshalb ist er auch recht teuer – aber er schmeckt unglaublich! Wenn man nicht wüsste, dass es ein Fisch ist, könnte man das feste und leicht süße Fleisch fast für Hummer oder Krebsscheren halten. Wir waren jedenfalls sehr angetan – und nahmen (jetzt wegen Faulheit aufgrund von Vollgefressenheit) wieder den Bus nach Hause. In ein herrlich bequemes Bett …

So sind wir heute gereist:

Ein Kommentar zu “23. Januar – Hobart: Blue-Eye Trevella, Pink Ling und Bastard Trumpeter …

  1. Was für ein perfekter erster Tag auf Tasmanien! Die wunderschöne Unterkunft, der köstliche Fisch zum Abendessen – ihr seid zu beneiden 🙂

    Mit dem Messer habt ihr wirklich Glück gehabt. Ist doch seltsam, wie sich die Dinge manchmal verstecken. Ist mir auch schon passiert; man könnte fast glauben, da sei Magie im Spiel. Aber Hauptsache, ihr bekommt euer Messer wieder zurück. Wirklich sehr freundlich von den Australiern…

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