11. Februar – Banks Peninsula: On Parle Francais …

R2015-02-11 11.02. - Christchurch 064eisevorbereitungen können verschiedenste Formen annehmen – ich gebe freimütig zu, dass für mich auch die Romane von Sarah Lark dazu gehört haben.

Und wer jetzt leicht indigniert meint, das könne man wohl kaum Literatur nennen, sei kitschig und überhaupt … dem widerspreche ich kein bisschen.

Trotzdem haben mich diese Bücher auf eine Weise mit der Geschichte Neuseelands und seinen Menschen vertraut gemacht, wie es ein normaler Reiseführer wohl kaum vermocht hätte.

Ohne “Im Land der Weißen Wolke und die weiteren Folgen hätte ich sicher nicht so genau gewusst, wo die (meist englischen) Siedler um 1840 auf der Südinsel angekommen sind. Dass sie vom Hafen in Lyttelton, auf der Banks Halbinsel, über eine ziemlich anspruchsvolle Bergkette zu Fuß gehen oder mit Eseln/Ponies reiten mussten, um nach Christchurch zu kommen. Genau diesen Weg wollten wir jetzt sehen und nachvollziehen.

Aber – bevor wir quasi zum vergnüglichen Teil des Tages kamen, fuhren wir noch mal zum Flughafen. Nachdem wir gestern im Motel angekommen waren, hatten wir festgestellt, dass unsere beiden dünneren Fleecejacken, die wir im Flieger an-, nach der Ankunft jedoch ausgezogen und auf dem Gepäck-Trolley deponiert hatten, verschwunden waren. Irgendwo mussten sie heruntergefallen sein, wir waren jedoch hoffnungsfroh, dass sie gefunden und aufbewahrt worden waren.

Leider war unsere Hoffnung vergebens – die Jacken waren und blieben weg … Das war ziemlich blöd, denn auch wenn es im Moment warm ist, kann sich das jederzeit ändern – und abends wird es sowieso empfindlich kühl. Wir waren kleidungsmäßig perfekt auf den Zwiebellook eingestellt – jetzt fehlt eine Schicht.

Egal, wir fuhren erst mal los, Richtung Lyttelton. Das mit der Bergüberquerung geht allerdings derzeit leider nicht – das Erdbeben hat viele Straßen zerstört. Der Tunnel durch die Berge blieb jedoch erhalten, also mussten wir unten durch. Aber immerhin bekam ich einen Riesenrespekt vor den damaligen Reisenden, die nach einer elend langen Seefahrt ganz zum Schluss noch über diese massive Hügelkette mussten.

Der Hafen von Lyttelton ist allerdings alles andere als romantisch-nostalgisch – hier werden heute keine Passagiere mehr abgefertigt, sondern Güter umgeschlagen, offenbar vor allem Holz.

Wir hielten uns deshalb nicht lange hier auf, sondern umrundeten die Bay. Und die Landschaft wurde immer schöner, je weiter wir fuhren.



Durch Hügel, vorbei an Seen und Marschen, ab und zu ein Blick auf’s Meer. Bis nach Akaroa. Dort waren 1840 französische Aussiedler gelandet und wollten hier eine Kolonie gründen. Als die Engländer jedoch Wind davon bekamen, eilten sie schleunigst dort hin und hissten den Union Jack. Die Franzosen bleiben trotzdem und sorgen seither für ein ausgesprochen französisches Flair in dem hübschen kleinen Ort. Es gibt Rues statt Streets, Café au Lait statt Long White und Baguettes statt den (eigentlich ohnehin ungenießbaren) Soft Rolls.

Wir tranken Kaffee (endlich mal wieder richtig aromatisch!) mit französischem Gebäck zwischen Rosen und Lavendel in einem zauberhaften Garten. Und die neuseeländische und französische Flagge wehten friedlich nebeneinander …


Der Ort hat was von einer richtig schönen, altmodischen Sommerfrische – malerische alte Häuschen,




jede Menge Restaurants und Cafés.
Ein Pier, von dem aus man angeln kann…

Ältere Herren, die an einem Oldtimer fachsimpelten …

Blütenpracht im Vorgarten.

Ein strammer kleiner Leuchtturm, der etwas kurz geraten wirkt, wacht über die Bucht –


– konnte jedoch nicht verhindern, dass sich ein riesiges Kreuzfahrtschiff, so ein schwimmendes, quer gelegtes Hochhaus, in die Bucht geschlichen hatte (hinten in der Mitte des Bildes)!

Die Insassen des Schiffes begegneten uns auf Schritt und Tritt. Mit Aufklebern an T-Shirts und Hemden leicht erkennbar, saßen sie völlig ermattet auf den Bänken am Hafen, lutschten allenfalls mal ein Eis – an Bord war ja alles inklusive, da wollte man im teuren Neuseeland an Land kein Geld ausgeben.

Nur in den Souvenir-Läden drängten sie sich – man muss ja nachweisen, dass man da gewesen ist …

Leider wurden wir sogar auf der Rückfahrt noch von den Kreuzfahrt-Touristen genervt – ca. 20 Busse mit Kreuzfahrern kamen uns entgegen, alle in ziemlich flottem Tempo, man musste ja rechtzeitig wieder am Schiff sein! Wir waren und sind überzeugt – so zu reisen, ist absolut nichts für uns!

Wir gondelten stattdessen in aller Ruhe und in unserem Tempo in der Abendsonne nach Christchurch zurück. Und waren uns einig, dass das mal wieder ein richtig schöner Tag war!

So sind wir heute gefahren:

2 Kommentare zu “11. Februar – Banks Peninsula: On Parle Francais …

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