24. Februar – Abel Tasman Nationalpark: Ein Tag auf dem Wasser

Ein Sommertag auf dem Wasser, verbunden mit einer kleinen Wanderung von einem Strand zum nächsten, durch Urwald, an einem Fluss entlang … 

Das war der Plan für den heutigen Tag – und zunächst sah es auch ganz danach aus, als würde es genau so kommen.

In den Abel Tasman Nationalpark  kommt man allerdings nicht mit dem Auto rein, das Schiff ist die einzige Möglichkeit. 

Deshalb gibt es eine Menge Bootstouren – und fast alle bieten an, einen an einem Strand abzusetzen. Dort kann man dann entweder bis zu einem späteren Boot bleiben oder auch zu einem anderen Strand wandern und sich dort abholen lassen.

Morgens schien die Sonne vom tiefblauen Himmel. Das Schiff sollte um 9:30 von Kaiteriteri ablegen, bis dort hin war es rund eine Stunde Fahrzeit. Rings um die Tasman Bay, an der Nelson und auch Kaiteriteri liegen, gehen die Orte anfangs mehr oder weniger ineinander über – es dauert eine Zeit, bis man in ländliche Gegenden kommt.

In Motueka sah ich ein Schild “Antonius European Bakery. Und weil wir sowieso Brot kaufen wollten, hielten wir an – eine der besten Entscheidungen auf dieser Reise! Wer schon mal in Australien oder Neuseeland war, kennt das gummi-artige labberige Brot, das es hier gibt. Ausnahmen sind selten, und selbst wenn man mal irgendwo ein “normaleres” Brot findet, schmeckt es meist nicht besonders.

Antonius war eine echte Offenbarung! Richtig gutes Brot, knusprige, duftende Brötchen … und erst die belegten! Zwei Stück nahmen wir als Proviant mit – und ich kann jedem nur wärmstens empfehlen, auf dem Weg in den Abel Tasman NP unbedingt in Motueka bei Antonius Brot kaufen!

Kulinarisch bestens versorgt, ging’s noch ein paar Kilometer weiter. Wir waren viel zu früh da, holten unser reserviertes Ticket ab (Phil, unser Wirt hatte es gestern telefonisch für uns bei Abel Tasman Tours reserviert), setzten uns mit unseren belegten Brötchen auf eine Bank in der Morgensonne, und genossen Essen und Aussicht, beides einfach nur gut!

An Bord schafften wir es, einen Platz auf dem Oberdeck zu ergattern (ich werde nie verstehen, warum Aussichts-Boote immer so wenig Außenplätze haben), dann ging es genüsslich weiter.

Ein Felsen, der wie ein in der Mitte durchgeschnittener Apfel aussieht (deshalb heißt er “Split Apple Rock“ Zwinkerndes Smiley) und von weniger faulen Touristen per Kajak umkreist wurde.

Eine fast unwirklich schöne Landschaft, türkisblaues Wasser, hongigelbe Felsen, dunkle Wälder…

Seehunde, die in erstaunlichen Positionen schliefen und sich dabei auch nicht von ihrem Baby stören ließen …
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Verwunschene Buchten …


… einladende Badestrände …


… wo man allerdings nur „zu Fuß“ hin kommt – die Boote können nicht bis auf den Strand fahren.


Es gibt “durchgängige” Felsen – allerdings ist der Durchgang nur bei Ebbe zu empfehlen.

Alles ausschließlich über’s Wasser erreichbar – aber wir hätten uns überall absetzen und später wieder einsammeln lassen können. Es gibt wunderbare kurze und längere Küstenwanderungen, man kann in einfachen Hütten mit Schlafsack oder in einer komfortablen Lodge übernachten – wenn man mehr Zeit hat als wir.

Schließlich kamen wir in Awaroa an, stiefelten mit einigen anderen zur Lodge und waren ziemlich überrascht, quasi im Nirgendwo ein luxuriöses kleines Resort vorzufinden. Innen herrschte rustikale Gemütlichkeit …

… auf der Terrasse saßen faule Leute wie wir, tranken einfach nur Kaffee mit Blick in den Urwald …
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… aber auch jede Menge Backpacker, die sich vor oder nach teils mehrtägigen Wanderungen hier trafen, noch mal stärkten oder Erfahrungen austauschten.
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Der Blick in den Urwald war jedenfalls begnadet. Durch diese Landschaft wollten wir eigentlich ein gutes Stück wandern

Nach einer Stunde zogen wir los – allerdings doch nicht Richtung Dschungel, sondern Richtung Boot. Der Himmel war inzwischen derart düster, dass wir das Schlimmste befürchteten. Möglicherweise pitschnass werden und dann 1 1/2 Stunden auf dem Schiff bibbern – das war uns einfach zu riskant. Hinzu kam, dass sich Dieters Fuß wieder sehr schmerzhaft bemerkbar machte. (Man merkt  mal wieder, dass wir einfach nicht mehr die Jüngsten sind … seufz …)

Obwohl wir für die Rückfahrt eigentlich ganz woanders aufgelesen werden sollten, war man neuseeländisch locker und nahm uns auch ohne Reservierung mit. Allerdings wurden unsere Namen an die Zentrale weiter gegeben, damit man wusste, dass wir nicht verloren gegangen waren, sondern ein anderes Boot genommen hatten.

Da ist man offenbar sehr vorsichtig, weil ja manche Leute einige Tage unterwegs sind. Wenn sie dann nicht zum vereinbarten Zeitpunkt am vereinbarten Ort stehen, um wieder zurück transportiert zu werden, wird nach ihnen gesucht.

Die Rückfahrt war um einiges weniger angenehm als die Fahrt am Morgen – starker Wind, schwarze Wolken und der eine oder andere Tropfen. Trotzdem immer noch schön – und wieder einiges, was wir auf der Hinfahrt übersehen hatten.

Felsen voller Vögel – es waren wohl Kormorane oder ähnliches –

… erfinderische Kajakfahrer, die sich den Wind zunutze machten …


… Leute, die am Strand auf ihr Boot warteten.

Und die Verfasserin fand den Ausflug trotz kleiner Plan-Änderung prima, wie man erkennen kann. (Auch wenn es da schon ziemlich kalt war und das Boot sehr heftig schwankte!) Die rote Fleecejacke hatte ich übrigens nach dem Verlust meiner Jacke am Flughafen von Christchurch gekauft! Beißt sich farblich etwas mit der Mütze – hält aber wunderbar warm!

Auf der Rückfahrt noch ein Stopp in Mapua – ein kleiner Ort mit einer Künstlerszene, die sich vor allem in zahlreichen kleinen Töpfer-, Schnitzer-, Maler und anderen Werkstätten rund um den kleinen Hafen präsentieren. Auch eine kleine Brauerei gibt es dort. Aber allzuviel ist nicht los.


Die drei Hunde fanden es trotzdem richtig gut hier – wenn man ihre lachenden Gesichter so interpretieren kann.

Noch ein kurzer Bummel durch Nelson – kurz deshalb, weil ab 17 Uhr in neuseeländischen (und auch in australischen) kleineren Städten absolut tote Hose ist: Alle Geschäfte (außer Supermärkten) sind zu, kaum ein Mensch auf der Straße.

Nelsons Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich außerdem auf eine Straße bzw. einen kleinen Teil davon. Dort gibt es eine Handvoll hübscher Kneipen und einen kleinen Park um die Kathedrale. Das war’s – oder wir haben zumindest nicht mehr gefunden. Zur Kathedrale (im Hintergrund auf dem Bild) stiegen wir nicht mehr hoch – wir waren einfach zu müde …

Ohnehin hatten wir nicht mehr viel Zeit, es musste heute noch gründlich gepackt werden. Morgen muss der Mietwagen zurück gegeben werden, denn es geht auf die Fähre zur Nordinsel, und AVIS erlaubt die Mitnahme von Mietwagen von einer Insel auf die andere nicht.

Da es auf der Fähre sowohl gewichts- als auch mengenmäßig Gepäckbeschränkungen für Fußpassagiere gibt, müssen die im Auto großzügigst verteilten Siebensachen eingesammelt und in zwei Koffern und zwei Bordtaschen verstaut werden.

Und das dauert …

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