25. Februar – Auf dem Weg zur Nordinsel

2015-02-25 25.03. - Wellington 057Ein toller Tag für eine Seefahrt – windstill, sonnig.

Und das ist gut so, denn wir müssen heute mit der Fähre durch die Cook Strait.  Die Meeresenge, die Neuseelands Süd- und Nordinsel trennt und die Tasman See mit dem Pazifik verbindet, ist berüchtigt als eine der stürmischsten und unberechenbarsten Wasserstraßen der Welt.

Überfahrten müssen nicht selten wegen schlechtem Wetter verschoben oder ganz storniert werden.

Dennoch zählt die 92 km lange Strecke von Picton auf der Süd- nach Wellington auf der Nordinsel zu einer der schönsten Fährpassagen überhaupt. Wenn das Wetter mitspielt!

Bevor man die offene See erreicht, fährt man ca. 1 1/2 Stunden durch den Queen Charlotte Sound, einem der vielen Arme der Marlborough Sounds. Dann geht es 22 km durch die Cook Strait, bis das Schiff in die weitläufige Bucht vor Wellington einläuft.

Wir mussten allerdings erst mal zum Fährhafen in Picton. Der liegt zwar nur gute 100 km von Nelson entfernt, aber wer die neuseeländischen Straßen und ihre Tendenz zu unzähligen Kurven und Windungen kennt, weiß, weshalb wir mindestens 2 Stunden für die Fahrt veranschlagt hatten. Außerdem soll der Queen Charlotte Drive, der sich hoch oberhalb des gleichnamigen Sounds entlang schlängelt, unglaublich reizvoll sein.

Und schließlich schaffen wir es nur selten, eine schöne Strecke zu fahren, ohne anzuhalten, zu staunen und Fotos zu machen …

Schon für den Weg aus Nelson raus wählten wir die Panorama-Strecke, immer am Wasser entlang – das sich allerdings gerade ziemlich rar machte, es war Ebbe. Links die Tasman Bay, rechts recht steile Hügel, an denen hübsche Häuser und Villen mit Traumblick klebten.

Nach ca. 15 km schwenkt die Straße ins Land, es geht stetig in die Höhe, durch dichten Wald. Dann öffnet sich der Wald, und wir hatten mal wieder Allgäu-Atmosphäre. Das Rai Valley ist ein zauberhaftes Fleckchen, eine Gegend, in der man gerne mal Urlaub machen würde.
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Wir begleiteten den Pelorus River, bis er bei Havelock in den Pelorus Sound mündete. Allgäu und Meeresarm …
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Und dann begann der Queen Charlotte Drive – wieder eine Straße, die ein Aussichts-Highlight ans andere reiht und wo man (wieder mal!) praktisch nirgendwo halten konnte. Dieses Mal funktionierte es auch mit Fotografieren aus dem Auto nicht, denn die tollen Aussichten waren nicht vor, sondern neben uns und es gab reichlich Büsche und Bäume …

Aber ab und zu gab es doch mal eine Möglichkeit, ein “Lookout” – und da mussten wir dann schon aufpassen, dass wir bei derart grandiosen Aussichten noch unseren Zeitplan einhielten.
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Schließlich näherten wir uns Picton Harbour, wo reger Fährverkehr herrscht – den wir ebenfalls ein Weilchen beobachteten.
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Weil wir früh dran waren, sahen wir uns in dem kleinen Ort um, der überraschend hübsch war.
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Dann wurde es aber doch Zeit – wir mussten ja den Mietwagen noch zurück geben und einchecken.

Der AVIS-Parkplatz war schnell gefunden – aber trotz mehrfacher Kurverei war kein einziger Stellplatz frei. Für die ankommende Fähre wurden offenbar so viele Autos benötigt, dass für diejenigen, die eines abgeben wollten, kein Platz mehr war. Und am AVIS-Schalter, wo ich fragen wollte, was wir tun und wo wir parken sollten, stand eine endlose Schlage gerade angekommener Leute, die ihre Mietwagen abholen wollten. Und lediglich eine einzige Dame fertigte die Kunden ab – die alle 1000 Fragen hatten …

Trotzdem schaffte sie es, mir zwischendurch kurz zu zeigen, wo wir unser Auto abstellen konnten – und blieb ständig freundlich und gelassen. Typisch Neuseeland eben …

Das Auto waren wir also erst mal los, unser Gepäck kurze Zeit später ebenfalls, und es ging aufs Schiff. Auf dem Oberdeck im Freien war noch viel Platz – seltsamerweise bleiben die meisten Leute bei solchen Fahrten lieber im Inneren der Fähre und futtern sich erst mal durch die gesamte Theke der Cafeteria.

Auf der Karte an der Wand konnten wir unsere Route detailliert ablesen. Ca. 3 1/2 Stunden dauert die Überfahrt, bei gutem Wetter – bei Sturm kann sie auch schon mal 8 Stunden dauern. Und dann kann es so zugehen, wie in diesem Video.Cook Strait
Unsere Überfahrt war ein Traum – Sonne satt und Bilder wie im Film.

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Die letzten Bilder in der obigen Diashow zeigen die Einfahrt in die Bucht von Neuseelands Hauptstadt, Wellington, und die Stadt, die malerisch auf eine ganze Reihe von Hügeln verteilt ist.

Durch unsere Erfahrungen in Picton klug geworden, beeilten wir uns, zum AVIS-Schalter zu kommen, bevor sich dort die Massen stauten. Da wir Glück beim Gepäck hatten – es kommt wie im Flughafen auf einem Gepäckband angerollt – schafften wir es tatsächlich, den Schalter als erste zu erreichen. Unser alter Vertrag brachte uns einen neues Auto (und es war wirklich neu – ganze 1500 km hatte es auf dem Buckel!), dieses Mal einen Mazda. Die Formalitäten waren fix erledigt und wir konnten aus dem Terminal rollen.

Wellington ist eine Großstadt – nicht zu vergleichen mit Christchurch oder Dunedin, wo man sich notfalls auch mehr oder weniger nach Gefühl zurechtfinden kann. Hier gibt es mehrspurige Stadtautobahnen und leider auch eine unendliche Flut von Baustellen und Einbahnstraßen. Und wir hatten noch keinen vernünftigen Stadtplan, weil im Terminal alles mehr oder weniger vergriffen war. Also musste uns unser Navi, d.h. das Smartphone, den Weg zu unserer Unterkunft weisen.

Die fanden wir auch problemlos. Und das beste, was man über das Capital View Motel sagen kann, ist, dass die Aussicht super war – Neuseelands Hauptstadt lag uns praktisch zu Füßen, denn das Hotel steht auf einem Felsen und überragt die gesamte Nachbarschaft! Ansonsten war es eher einfach – unser Zimmer zwar riesig, aber offenbar ein Familienzimmer und vollgestopft mit drei Betten. So hatten wir immerhin genug Platz, um unsere Koffer hin zu legen. Das Mobiliar hatte eindeutig schon bessere Tage gesehen – aber die Aussicht vom 5. Stock und die Lage waren bestens.

Was wir bei der Buchung natürlich nicht gewusst hatten, dann aber begeistert entdeckten, war, dass wir im Szene-und Künstler-Viertel um die Cuba Street gelandet waren. Hier liegt nicht nur eine tolle Kneipe neben der anderen (und ich meine wirklich “toll”, denn die Küchen der Welt sind hier auf hohem Niveau versammelt und die Kneipen haben alle einen Künstlertouch), sondern es gibt auch massenhaft ausgefallene kleine Läden.

Es war ein lauer Abend, wir stürzten uns in die Cuba-Street und begannen den Abend im Fußgängerbereich mit einem al-fresco Bier. Obwohl es mitten in der Woche war, herrschte reges Treiben, überall war es brechend voll. Und bald wurde es noch voller – in den Häusern.

Völlig unvermittelt gab es einen Wolkenbruch, der nach einer Weile in heftigen Dauerregen über ging. Auch wir flüchteten gerade noch rechtzeitig in das Pub, vor dem wir gesessen hatten und ärgerten uns, dass wir weder Jacken noch Schirme dabei hatten. Dabei hatte unsere schlaue Wetter-App uns ja eindringlich vor starkem Regen am Abend gewarnt – aber wer hört schon auf sein Smartphone …

Es wurde trotzdem noch ein schöner Abend, die Stimmung im Pub war laut und lustig, das Essen gut, das Bier kalt – Wellington gefällt uns bisher wirklich gut.

Das war unsere heutige Route:

Und hier noch mal die gesamte Südinsel-Route im Überblick: 

Ankunft in Christchurch, von da aus ein Abstecher nach Akaroa. Dann 2 Tage nach Kaikoura (wegen Sturm fiel die Walbeobachtung aus), zurück nach Christchurch und von dort nach Twizel (Mt. Cook und Lake Tekapo). Weiter nach Dunedin (auf dem Weg Oamaru und die Moeraki Boulders). 2 Tage Dunedin (Otago Halbinsel), dann weiter nach Te Anau (auf dem Weg dorthin Abstecher zum Kaka Point und weiter zum Nugget Point Lighthouse) und von Te Anau aus Tagesausflug zum Milford Sound.

Anschließend nach Queenstown (2 Tage, Glenorchy und Arrowtown), von da aus an die Westküste, je 1 Tag Fox Glacier und Punakaiki, zum Schluss nach Nelson (2 Tage, Abel Tasman NP) und dann von Picton aus nach Wellington. Alles in allem 18 Tage – es hätten gut mehr sein können!!!

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