13. März – Alte und junge Hippies: Byron Bay

2015-03-13 13.03. - Byron Bay 013Zottelbärte und Rasta-Locken, Schlaghosen und knöchellange Kleider aus dünner indischer Baumwolle, Räucherstäbchen und esoterische Klänge – in Byron Bay lebt man total entspannt in den 1970er Jahren.

Aber erst mal mussten wir dort hin kommen. Und das hieß: Von Brisbane aus die Gold Coast entlang nach Süden fahren …

Und dazu brauchten wir erst mal ein Auto. AVIS hat zwar ein Stadtbüro in Brisbane, dort kann man allerdings keine Fahrzeuge abholen – vermutlich wegen der prekären Parkplatzsituation.

Wir mussten deshalb zu in einen Außenbezirk, um zu unserem Mietwagen zu kommen.

Also nahmen wir heute ein weiteres Transportmittel – den Zug. Bahnhöfe sind nicht immer selbsterklärend, aber wir schafften es sowohl, am Automaten die richtigen Tickets zu lösen und saßen dann auch wirklich im richtigen Zug. und sitegen an der richtigen Station aus – Smartphones, die einem selbst in Australien das richtige öffentliche Verkehrsmittel anzeigen und den genauen Weg erklären, sind eine wirklich tolle ERfindung!

Unser Auto war nagelneu und knallrot, dieses Mal ein Hyundai. So langsam fahren wir uns durch die gesamte Palette der asiatischen Autos durch … Gepäck im Meriton abgeholt und dann ging’s los, Richtung Gold Coast!

Was sich toll anhört, ist in Wirklichkeit eher ernüchternd: Palm Beach und Surfers Paradise entpuppten sich als Betonmonster, wo direkt hinter dem Strand die hässlichsten Hochhäuser stehen. Allerdings muss man zugeben, dass die Strände schon nicht schlecht sind.
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Auch wenn in unserer Fahrtrichtung dunkle Gewitterwolken drohten und uns der Wind um die Ohren pfiff: Der Pazifik hat schon was!
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In Byron Bay angekommen, suchten wir als erstes den Leuchtturm, denn der hat eine gewisse Berühmtheit. Hoch oben auf einer Klippe thront er, fast wie ein kleines Schlösschen. Weil er so hoch oben steht, ist der Turm eher klein und gedrungen, 1901 gebaut in klassischer Kolonialarchitektur.
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Tief unten tobte das Meer, und über uns schwebten The Magnificent Men in their Flying Machines! Obwohl sie gar keine Maschinen hatten – sie nutzten einfach die kräftigen Aufwinde, und flogen über uns hin und her. Tja, fliegen müsste man können …

Es wurde spät, es wurde immer stürmischer, der Himmel dunkler – wir suchten unsere heutige Bleibe auf. Und über die breiten wir mal einfach den Mantel des Schweigens – denn es war die mit weitem Abstand schlechteste Unterkunft unserer Reise. Schuld daran war unter anderem das Wochenende, denn da ist Byron Bay offenbar immer brechend voll und wir hatten keine große Auswahl. Was mich einfach nur ärgerte war, dass es trotzdem sehr teuer war – aber was soll’s, die Lage war zumindest ganz gut, fußläufig zum Ortskern, und es war ruhig.

Und das junge Personal am Check-In war superfreundlich, auch wenn sie uns mit diversen Auflagen seitens des Betreibers konfrontieren mussten. Das fing damit an, dass wir unterschreiben mussten, dass wir keine Parties veranstalten würden. Weiter sollten wir eine Schlüsselkaution hinterlegen – das erließen sie uns dann aber, weil wir offenbar seriöser wirkten als der übliche Teil ihrer Gäste. Und im Bungalow hing ein Schild, das mit einer Strafe von 50$ drohte, falls beim Auschecken das Geschirr nicht gespült war…

Wir verließen die ungastliche Bleibe schleunigst, um uns im Ort umzusehen – ein Surferladen neben dem anderen, dazwischen konnte man Kristallkugeln und Räucherstäbchen kaufen, Yogaklassen besuchen, oder sich durch die internationale Küche futtern. Das Publikum jung oder jung geblieben (oder man hielt sich zumindest dafür und trug seine grauen Haare lang und auch als Mann zum Pferdeschwanz gebunden).  Es gab Pizza für uns – mal wieder richtig gut – in einem netten italienischen Straßenrestaurant, begleitet von Gitarrenmusik.

Und leider auch bereits von den ersten Regentropfen. Dummerweise nahmen wir die nicht wirklich ernst, sondern bummelten nach dem Essen noch ein Stück weiter in den Ort, wo an praktisch jeder Ecke jemand Musik machte oder auch mal tanzte. Und noch dümmer war, dass wir zwar Regenjacken mitgenommen hatten, aber keine Schirme, denn wenig später begann ein sintflutartiger Regen, der innerhalb kürzester Zeit die Straßen unter Wasser setzte.

Glück im Unglück war der australische Brauch, alle Geschäfte mit einem Vordach zu versehen. So konnte man sich im Ortskern einigermaßen trocken fortbewegen bzw. unterstellen. Aber bis zu unserer Unterkunft mussten wir ein großes Stück un-überdacht gehen, einen riesigen Parkplatz überqueren und ein Stück Straße, wo nur Wohnhäuser standen. Also standen wir zunächst, dann saßen wir vor einem Pub und schauten in die Wassermassen, die da vom Himmel fielen.

Und irgendwann wurde es uns zu blöd – hey, es war immerhin recht warm! – also krempelten wir unsere Hosen hoch und stiefelten los, vorsichtig um die größten Pfützen und Wasserlöcher herum, bis wir schließlich ziemlich feucht bei unserer Unterkunft angekommen waren. Und dort war es immerhin eines – trocken!

Ein Kommentar zu “13. März – Alte und junge Hippies: Byron Bay

  1. so einen regen habe ich bisher erst ein einziges mal erlebt und das war in florida. die straße stand binnen kürzester zeit 10cm unter wasser. macht aber nix, wir sind halt barfuß und mit regenjacken 20 minuten von disneyworld bis parkplatz spaziert. die strände sehen toll aus!

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